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Geruchsforscher Hanns Hatt Weihnachtsdüfte: So riechen Advent und Weihnachten

Lebkuchen, Zimt, Kerzen, Honig, Tannennadeln, Mandeln, Glühwein, Weihrauch: Bei Weihnachten und Advent kommen uns die unterschiedlichsten Düfte und Gerüche in den Sinn. Geruchsforscher Hanns Hatt von der Universität Bochum erklärt, wie Weihnachten duftet und was diese Eindrücke mit uns machen.

Stand: 03.12.2018

Der Advent und Weihnachten gehen in die Nase: Ob es die Gerüche der Weihnachtsbäckerei mit Vanille, Zimt, Kardamon und Schokolade sind oder der Duft von Tannennadeln, Kerzenwachs, Glühwein oder Weihnachtspunsch. Viele dieser Gerüche sind uns vertraute Noten, die Erwachsene zurück in die Kindertage versetzen.

Gerüche und Erinnerungen

Ob Klein oder Groß: Die Gerüche bringen Gefühle und Erinnerungen wieder zutage. Sie sind in unserem Gehirn eng miteinander verbunden. Schon in der Kindheit lernen wir unseren Weihnachtsduft, der abgespeichert wird. Und das nicht nur an Weihnachten, sondern unser ganzes Leben lang. So hat jeder seinen ganz persönlichen Weihnachtsduft. Wird er angesprochen, versetzt er uns in Weihnachtsstimmung.

Persönliche Weihnachtsdüfte

Für Hanns Hatt zum Beispiel, ist Weihnachten mit der Weihnachtsbäckerei seiner Mutter und den Düften der Plätzchen verbunden, mit dem Duft von Gansbraten und abgebrannten Wunderkerzen, die er als Kind an Weihnachten immer anzünden durfte.

Der Geruchssinn, das erklärt Geruchsforscher Hanns Hatt, hat sich evolutionär früher entwickelt als die anderen Sinne. Und wir lernen Gerüche schon als Embroynen im Bauch der Mutter kennen und unterscheiden.

Düfte aktivieren die Erinnerungen

Geruchsforscher Hanns Hatt war zu Gast bei Bayern plus-Moderator Jürgen Lassauer und erklärte, dass Düfte, die an Weihnachten erinnern, dann glücklich machen, wenn man selbst positive Erinnerungen mit dem Fest verbindet. Wer allerdings mit Weihnachten prägende negative Erfahrungen gemacht hat, der wird auch die Gerüche meiden, die ihn an diese negativen Erlebnisse und Weihnachten erinnern, so Hanns Hatt.

Gewürze und ihre Düfte machen warm

Doch Weihnachtsdüfte wirken nicht nur auf die Psyche, sie haben durchaus auch eine nachgewiesene pharmakologische, medizinische Wirkung: Sie sprechen viele Rezeptoren an, die im gesamten Körper verteilt sind. So gibt es Sensoren, die für Wärme zuständig sind. Diese werden zum Beispiel stark von Zimt angsprochen. Ingwer macht sogar heiß, so Professor Hatt.

Düfte aktivieren die Verdauung

Im Darm gibt es Duftrezeptoren auf die Nelken und Kümmel wirken. Diese Gewürze helfen deshalb auch schwere, fettreiche Essen zu verdauuen. Genau wie der Beifuß, der stimuliert über die Rezeptoren im Darm die Verdauung und macht damit eine Weihnachtsgans bekömmlicher.

"Duftpabst" Hanns Hatt

Geruchsforscher Hanns Hatt

Der promovierte Biologie, Chemiker und Mediziner ist Professor für Zellphysiologie an der Ruhr-Universität Bochum. Er gilt als der "Duftpapst" in Deutschland. Als einer der ersten Wissenschaftler machte er die Bedeutung von Düften und Gerüchen für unser Leben publik.


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