Bayern plus


3

Bewässerungstipps So überleben Ihre Pflanzen den Urlaub

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Viele verreisen auch in diesem Jahr, doch nicht jeder hat einen netten Nachbarn, der sich um die Pflanzen kümmert. Unser Pflanzenexperte Andreas Modery hat deshalb ein paar Tipps für Sie. Mit seinen speziellen Bewässerungssystemen überleben die Pflanzen garantiert.

Stand: 22.07.2020

Damit wir uns auch guten Gewissens ein paar freie Tage gönnen können, brauchen wir jemanden, der unsere Pflanzen gießt. Also werden Nachbarn oder Freunde gebeten, Blumen und Kräuter in unserer Abwesenheit zu wässern. Doch leider hat der beauftragte "Pflanzensitter" nicht immer auch einen grünen Daumen – und wir müssen bei unserer Rückkehr feststellen, dass unsere gehegten und gepflegten Pflanzen entweder zu vertrockneten Gestrüppen verkommen sind oder im wahrsten Sinne des Wortes ertränkt wurden. Das muss aber nicht sein, denn mit speziellen Bewässerungssystemen können wir während unseres Urlaubs für eine ausreichende Wasserversorgung der Pflanzen sorgen.

Urlaubsbewässerung von Zimmerpflanzen

Der erste Schritt: Das perfekte "Urlaubsplatzl": Wir stellen unsere Fensterbrettschönheiten in einen halb-dunklen bzw. schattigen Bereich unserer Wohnung. In diesem Raum darf es gern auch kühl sein. So brauchen Ihre Pflanzen weniger Wasser.

Verschiedene Wasserspeicher bieten sich an

Für den Kurztrip eignen sich Bewässerungskugeln – Ton-Kegel und Glaskugel, die in den Gartenfachgeschäften gekauft werden können, die Sie, mit Wasser gefüllt, in die Blumentöpfe stecken können. Eine Alternative ist der Einsatz von wassergefüllten Plastikflaschen, die kopfüber in die Erde gesteckt werden und ihren Wasservorrat nach und nach an die durstigen Pflanzen abgeben. Das Verfahren ist einfach: Leere Plastikflasche mit Wasser füllen, in den Deckel mit einem dünnen Bohrer drei bis fünf Löcher in den Deckel bohren. Dann wird die Plastikflasche kopfüber – also mit dem Flaschenhals voraus, in die Erde gesteckt. Tipp: Die Flasche darf nicht bis zum Rand gefüllt werden – ohne Luft würde das Wasser nicht "laufen"! Je nach Größe des Gefäßes und Wasserbedarfs der Pflanze müssen u.U. mehrere solcher Wasserspeicher verwendet werden.

Die Dochtbewässerung

Ein uralter Trick zur Bewässerung von Zimmerpflanzen ist die so genannte Dochtbewässerung. Dabei ist die Verwendung eines dicken Wollfadens fast schon ein Klassiker: ein Ende des Fadens wird in die Blumenerde gesteckt, der andere in einen mit Wasser gefüllten Behälter (Eimer, Waschbecken, Badewanne o.Ä.) gehängt. Wer die Badewanne als Wassertank nutzen möchte, der kann seine Pflanzen auch direkt in die Wanne auf umgedrehte Blumentöpfe bzw. darauf gelegte Gitter stellen. Auch bei dieser Methode werden Dochte oder Garne (gibt es auch im Gartencenter zu kaufen) in Wasser und Substrat gesteckt. Wichtig: Egal aus welchem Material – die Dochte müssen angefeuchtet sein, um das Wasser leiten zu können.

Die Mattenbewässerung

Eine andere Möglichkeit der Urlaubsbewässerung ist die so genannte Mattenbewässerung: hierbei werden die Pflanzen in der Badewanne, Waschbecken, Duschbecken auf eine mit Wasser getränkte Vliesmatte oder nasse Handtücher gesetzt (eignet sich für einen Kurztrip) bzw. wer länger verreisen möchte, kann eine Seite des Vlieses in einen Wasserbehälter hängen, damit sich die Matte ständig neu vollsaugen kann.

Die Urlaubsbewässerung im Garten

Durch ihre exponierte Lage ist an heißen Tagen v.a. die Erde in den Blumenkästen stark vom Austrocknen gefährdet. Deshalb werden die Balkonkästen aus der direkten Sonne in den Halbschatten-Bereich gestellt. Auch hier wird die Plastikflaschenmethode das Verdursten verhindern. Abhilfe schaffen auch Blumenkästen mit doppeltem Boden. Dabei dient der untere Teil des Kastens als Wasserspeicher, während die Blumen in den oberen Teil gepflanzt werden. Wurzeln bzw. Teile des Substrats hängen entweder im Wasser (durch Vertiefungen im Zwischenboden) bzw. das kühle Nass wird mittels Docht angesaugt. In Blumenkästen mit doppeltem Boden kann meist Wasser für ca. zwei Tage eingefüllt werden, allerdings besteht die Gefahr, dass das Substrat (v.a. wenn kein Docht verwendet wird) zu feucht wird.

Pflanzkübel und Blumenbeete können z.B. auch per Schlauchbewässerungssystem vor dem Austrocknen geschützt werden. Derartige Systeme werden an den Wasserhahn angeschlossen, die Bewässerung wird via Zeitschaltuhr gesteuert. Weil aber durch ein derart starres Gießverhalten (selbe Menge, selbe Zeit – egal ob der Boden noch feucht oder bereits völlig ausgetrocknet ist) die Pflanzen Schaden nehmen könnten, empfiehlt sich die Anschaffung von so genannten Feuchtigkeitsfühlern (d.h. von Sensoren, die den Feuchtigkeitsgehalt der Erde feststellen und die Wasserzufuhr entsprechend steuern).

Vor der Abreise: Wässern, Boden lockern und Mulchen

Um zu verhindern, dass die Gartenpflanzen an heißen Tagen zu schnell austrocknen, sollten Hobbygartler ihre Beete vor dem Urlaub nicht nur ausreichend wässern, sondern auch mit der Flachhacke bearbeiten. Die Verdunstung wird deutlich verringert! Nicht vergessen: Mulchen, denn auf diese Weise bleibt die Feuchtigkeit länger im Boden.

Den Rasen vor der Abreise nicht mähen

Für den Rasen heißt das Motto: Vor der Abreise nicht mähen. Denn nur die langen Rasenhalme können sich gegenseitig beschatten und somit die Verdunstung gering halten. Dann wird intensiv bewässert – und zwar mit Beginn der Dämmerung! Wichtig ist, dass wir beim Rasenbewässern eine ausreichende Menge an Wasser hinzuführen, damit nicht nur die oberste Erdschicht – und somit nur das Moos davon profitiert, sondern der gesamte Bodenbereich der Rasenwurzeln. Deshalb: Ein Wasserglas auf dem Rasen platzieren und den Rasen solange wässern, bis mindestens fünf Zentimeter Wasser im Glas sind. Denn nur dann ist das Wasser bis zu den Graswurzeln gelangt und der Rasenfreund kann ohne Bedenken in den Urlaub fahren.


3