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Alternative Dünger Bananenschalen, Kaffeesatz und Schafwolle

Unsere Gartenpflanzen legen sich gerade richtig ins Zeug – und dafür brauchen sie Kraft. Das Zauberwort heißt Dünger. Neben dem Mineraldünger aus den Gartenmärkten gibt es dafür viele Alternativen: Bananen, Kaffeesatz oder Schafwolle zum Beispiel.

Von: Andreas Modery

Stand: 27.05.2020

Die alte Gartenregel verrät es: "Mai, kühl und nass, füllt dem Gärtner Scheun und Fass!" Das bedeutet, dass wir in diesem Jahr mit einer guten Ernte rechnen dürfen. Unsere Gartenpflanzen legen sich derzeit auch so richtig ins Zeug – doch bekanntlich gilt: Wer schafft, braucht Kraft. Wie können wir unseren Pflanzen die verbrauchte Energie zurückgegeben?

Das Zauberwort heißt Dünger. Das sind Stoffe oder Stoffgemische, die das Nährelementangebot für die Pflanzen erhöhen und verbessern. Dadurch kommt es zur Förderung der Gesundheit, des Ertrages, der Qualität sowie zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit.

Mineralischer und Organischer Dünger aus dem Gartenmarkt

Bei Dünger denkt jeder an die in den Regalen der Gartenmärkte stehenden Verpackungen. Welchen Inhalt haben diese Kartons bzw. Plastikdosen? Mineralischer Dünger wird synthetisch hergestellt und besteht aus Salzen, die in Granulat, Pulver oder flüssiger Form eingesetzt werden. Auch Organischer Dünger wie Komposterde oder Hornmehl oder Hornspäne werden angeboten. Doch Gartenfreunde, die mit der Natur gärtnern wollen, verzichten meist auf Mineraldünger. Denn es gibt auch Alternativen: Schafwolle, Kaffee und Bananen.

Eigenschaften der Schafwolle als Dünger

Ungewaschene Schafwolle enthält: Stickstoff, Kalium und etwas Schwefel, in geringen Mengen Phosphat und Magnesium. Da Phosphat nur schwer ausgewaschen wird, ist in den meisten Böden genügend bzw. sogar zu viel Phosphat vorhanden. Daher ist ein Mehrnährstoffdünger mit geringem Phosphatgehalt hier durchaus sinnvoll.

Das Besondere der Schafswolle: Organische Dünger setzen 75 Prozent des pflanzenverfügbaren Stickstoffs innerhalb der ersten 14 bis 21 Tage, bei Schafwolle wird die Stickstoffabgabe um 20 Tage verlängert. Sie ist somit ein Langzeitdünger. Zudem kann sie das 3,5-fache des Eigengewichts an Wasser speichern. Und schreckt Schnecken und Wühlmäuse ab – wegen ihrer Struktur und ihres Geruchs. Optimal ist sie für Pflanzen mit einer Kulturdauer von rund 3 Monaten, zum Beispiel Kartoffeln, Paprika, Tomaten und Kohlarten (Nährelemente werden langsam abgegeben). Auch Stauden und Kübelpflanzen lieben Schafwolle. Keine Wolle wollen Rhodendron, Gartenazalee und Heidelbeere!

Ausbringung der Schafwolle

Schafwolle muss in kleine Flocken auseinandergezupft und direkt um die Pflanzen herum verteilt werden. Mein Tipp: Damit der Wind die Wolle nicht verweht oder Vögel sie sich zum Nestbau holen, einfach etwas mit Erde bedecken und ordentlich angießen – die Wolle quillt auf und gibt dann die Nährelemente frei.

Bananenschalen als Dünger

Getrocknete Schalen einer reifen Banane enthalten etwa zwölf Prozent Mineralien. Der größte Teil davon ist mit rund zehn Prozent Kalium, der Rest verteilt sich hauptsächlich auf Magnesium und Calcium. Zusätzlich enthalten die Schalen rund zwei Prozent Stickstoff und kleinere Mengen Schwefel. Wichtig: Nur die Schalen von Bio-Bananen verwenden! Denn im konventionellen Bananen-Anbau werden wöchentlich Fungizide ausgebracht, um Pilzkrankheiten zu bekämpfen.

Zur schnellen Zersetzung im Boden sollten wir die Bananen in kleine Stücke schneiden oder mit der Küchenmaschine zerhacken. Anschließend können Sie die Bananenschalen zunächst an einem luftigen Ort trocknen lassen, bis Sie die benötigte Menge beisammenhaben, oder sie direkt als Dünger verwenden. Bewahren Sie die Schalen nicht in einem geschlossenen Gefäß oder Folienbeutel auf, damit sie nicht schimmeln.

So düngen Sie mit Bananenschalen

Zum Düngen arbeiten Sie die frischen oder getrockneten Schalenstückchen einfach im Wurzelbereich der Pflanzen flach in die Erde ein. Die Vorteile: Ihre Pflanzen sind gesünder, blühfreudiger und kommen dank des hohen Kalium-Anteils besser durch den Winter. Da der Stickstoff-Gehalt sehr gering ist, können Sie Ihre Pflanzen die gesamte Saison hindurch mit Bananenschalen düngen. Eine Überdüngung ist dabei kaum möglich – zudem hat man ohnehin kaum genügend "Bananendünger", um ein ganzes Rosenbeet zu versorgen. Rund 100 Gramm pro Pflanze sind eine gute Dosis.

Flüssigdünger aus Bananenschalen

Zimmerpflanzen können Sie mit einem Flüssigdünger aus Bananenschalen versorgen. Dazu zerkleinern Sie die Schalen wie im vorherigen Abschnitt beschrieben und kochen rund 100 Gramm mit einem Liter Wasser auf. Lassen Sie den Sud anschließend über Nacht ziehen und seihen Sie die Schalenreste am nächsten Tag mit einem feinen Sieb ab. Den "Bananen-Tee" sollten Sie dann im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnen und damit die Zimmerpflanzen gießen.

Kaffeesatz als Dünger

Durch den hohen Stickstoffgehalt ist Kaffeesatz der ideale Dünger für Geranien und Rhododendron. Er versorgt die Wurzeln mit zusätzlichem Phosphor und Kalium und regt den Stoffwechsel, das Wachstum und die Samenbildung der Pflanzen an. Wichtig ist, dass man den Kaffeesatz gut in die Erde einharkt, da der feuchte Kaffeesatz sonst schnell anfängt zu schimmeln. Ein Tipp: Auch auf dem Komposthaufen wirkt Kaffeesatz effektiv. Er lockt Regenwürmer an, die für eine schnelle Kompostierung sorgen.

Hortensien (Hydrangea) sollen idealerweise buschig und reichlich blühen. Dies funktioniert aber nur, wenn sie ordentlich mit Nährstoffen versorgt werden. Schließlich stellen sie hohe Ansprüche an den Boden. Daher eignet sich Kaffeesatz optimal als ergänzende Düngung für Hortensien, denn diese bevorzugen einen sauren Boden – Kaffeesatz ist leicht sauer.

Weitere Dünger-Alternativen

Außerdem dient das Wasser von gekochten Kartoffeln, Eiern oder Gemüse als natürlicher Dünger! Während des Kochens geben Kartoffeln, Eier und Gemüse Mineralstoffe an das Wasser ab. Anschließend kalt gegossen – das Pflanzenwachstum wird gefördert. Wichtig: Das Kochwasser darf nicht gesalzen werden. Auch abgestandenes Mineralwasser ist ein Genuss für die Pflanzen. Das Wasser ist reich an Mineralstoffen und die Rest-Kohlensäure löst den Kalk im Boden.


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