B5 aktuell - Programm


41

Anträge im Landtag SPD und Grüne in Bayern fordern Glyphosat-Verbot

Die Zustimmung Deutschlands zur Verlängerung der Zulassung von Glyphosat auf EU-Ebene beschäftigt auch den Landtag. Die Opposition will, dass sich Bayern auf Bundesebene für ein nationales Glyphosat-Verbot einsetzt.

Von: Peter Kveton

Stand: 29.11.2017

ARCHIV - ILLUSTRATION - Die Verpackung eines Unkrautvernichtungsmittel, das den Wirkstoff Glyphosat enthält, ist am 17.05.2016 auf einer Wiese in einem Garten in Briesen (Brandenburg) zu sehen. (zu dpa «Die Glyphosat-Rebellion in Argentinien» vom .11.2017) Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Bild: dpa-Bildfunk/Patrick Pleul

Der Unkraut-Vernichter Glyphosat steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Diese Woche hat die EU die Zulassung des Mittels um fünf Jahre verlängert - mit Zustimmung des deutschen Agrarministers Christian Schmidt von der CSU.

Forderung nach nationalem Verbot

Die beiden Dringlichkeitsanträge von SPD und Grüne zielen nun darauf, dass Bayern im Bundesrat ein nationales Glyphosat-Verbot unterstützt. Im SPD-Papier heißt es, die Staatsregierung werde aufgefordert auf allen Ebenen schnellstmöglich ein Glyphosat-Verbot voranzubringen. Sollte auf EU-Ebene dafür keine Mehrheit gefunden werden, soll Deutschland einen Alleingang wagen, im Rahmen eines vorsorgenden Verbraucherschutzes.

Grüne wollen Schmidt beim Wort nehmen

Die SPD verweist dabei auch auf die Haltung Frankreichs, das ein Verbot binnen dreier Jahre schon angekündigt hat. Auch die Grünen wollen mit Frankreich Schritt halten. Sie wollen dabei den für die Zustimmung in Brüssel verantwortlichen CSU-Minister Schmidt beim Wort nehmen: Schmidt hatte angekündigt, sich national für einen restriktiven Umgang mit dem Mittel einzusetzen. Nun könne die CSU sofort handeln, sagte Grünen Agrar-Expertin Gisela Sengl. Ein nationales Glyphosat-Verbot könne jedes EU-Mitglied eigenständig treffen.


41

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Katharina Götz, Donnerstag, 30.November, 10:59 Uhr

17. Glyphosat

Hallo, wir haben 2010 am Dorfrand gebaut. Wir wussten nicht, dass die Bauern dort eine Biogasanlage betreiben. Dafür wird Mais, Weizen und jetzt gerade Rüben (Zwischenfrucht) angebaut. Auf dem Feld angrenzend an unser Haus wuchs dieses Jahr Weizen und jetzt Zuckerrüben, alles für die Biogasanlage. Bestimmt denkt der Bauer, wenn das sowieso verheizt wird, kann ich munter spritzen - den Weizen hier bestimmt 4 mal und die Rüben mindestens 5 mal. Einmal rief ich ihn an, was er gerade spritzt. Wütend entgegnete er, zwei Herbizide. Ich bin davon überzeugt, dass, sollte das Glyphosat (die Zusatzchemikalien sind hier auch besonders schädlich, lt. Spiegel) verboten werden, es andere Gifte gibt, die dann eingesetzt werden. Wir würden uns wünschen, dass wenigsten die Felder angrenzend an Dörfer/Städte ökologisch bewirtschaftet werden. Aber das wird nicht geschehen, auch wenn die Arten weiter schwinden.
Viele Beitrage, die gesendet werden, sind viel zu lasch!
Freundliche Grüße
Katharina Götz

Thomas Seifert, Mittwoch, 29.November, 18:51 Uhr

16. Glyphosat - Verbot jetzt

Ich dachte ehrlich gesagt, dass die CSU eine der vernünftigen und bürgernahen Parteien in Deutschland ist, die vielleicht sogar zut letzten BTW gewählt hätte, wenn das in meinem BL möglich gewesen wäre. Das fehlende Umweltbewußtsein einzelner CSU-Minister in Bayern und im Bund hat mich allerdings schon mehrfach skeptisch gestimmt.
Glyphosat sollte als Totalherbizid sofort verboten werden, da es für alle Lebewesen schädlich ist, nicht nur für Insekten. Es gibt dazu ausreichend Studien, die das belegen. Am meisten trifft es aber die Landwirte selbst, die den Stoff z.T. hochkonzentriert einatmen (dafür gibt es Studien in den USA).
Herr Bundesminister Schmidt sollte sofort sein Amt ruhen lassen, da er aus meiner Sicht nicht für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Landwirtschaft steht, wie wir sie in Europa und auch weltweit dringend benötigen. Der Alleingang bzgl. Glyphosat war nur einer von vielen Fehlern, wenn auch der vermutlich schwerwiegendeste.

  • Antwort von Blechmann13, Donnerstag, 30.November, 07:04 Uhr

    Wovon träumen sie nachts? ^^

    Spass beiseite, aber es war eigentlich schon immer klar, dass die CSU sozusagen der "harte Kern" der CDU ist.
    Man könnte auch sagen, der "radikale" Ableger.
    Das heißt, Wirtschaft, Industrie, Geld, hat in dieser Partei einen noch höheren Stellenwert als bei der CDU und Fr. Merkel...und das will schon was heißen...

    Nicht umsonst ist Bayern das Land mit dem größten Flächenfraß (14 Fussballfelder pro Tag) in ganz Deutschland...
    ...von "Nichts", kommt "Nichts"....

    Nicht von den Werbeplakaten "schöner Almen" täuschen lassen.
    In vielen Gebieten Ostdeutschlands ist die Natur, trotz DDR-Erbe, heute gesünder als in Bayern....

    mfg

Hodek Silvia, Mittwoch, 29.November, 16:08 Uhr

15. Glyphosat

Seit vielen Jahren wähle ich bei den Landtagswahlen die CSU - wenn es mir auch immer schwerer fällt. Jetzt reichts mir. Weitere 5 Jahre dürfen wir ganz legal
weiterhin mit Glyphosat vergiftet werden, weil offensichtlich der CSU andere Interessen, als die der normalen Bürger wichtiger sind. Ich kaufe bevorzugt bayer. Lebensmittel - warum soll ich das eigentlich noch tun?
Aber natürlich kann ich die Pharmaindustrie noch damit unterstützen, die dann an unseren Krankheiten kräftig verdient. Von der Geburt bis zum Tod - nur noch eine Einnahmequelle für die Industrie. Das ist ein wahrlich christliches Menschenbild!!!
Im nächsten Jahr sind Landtagswahlen - wenn das so weiter geht, wähle ich eine andere Partei - wenn es gar nicht mehr anderst geht auch Protest.
Hallo - aufwachen CSU!!!!!!!!!!!

Isabell Speidel, Mittwoch, 29.November, 16:08 Uhr

14. Bei wirklichen Gefahren wird geschwiegen

Interessant, dass die linken und linksdogmatischen bis extremistischen Parteien bei wahren Gefahren schweigen aber hier ein Kasperltheater nach dem Anderen veranstalten.
Mir ist es wichtig, einmal klar zu sagen, dass mich dieses Misstrauen gegenüber unseren Landwirten unglaublich stört.

Gerade ein Landwirt hat doch ein Interesse, mit der Natur in Einklang zu arbeiten- sie ist ja seine Lebensgrundlage.

Diese absurde Vorstellung von Leuten, die in Berlin-Mitte oder München mit dem Porsche Cayenne zum Bio-Supermarkt fahren, um einen modernen Ablasshandel zu vollführen und gleichzeitig meinen, Bauernhöfe bestünden aus 4 Schweinen, 3 Rindern, 7 Hühnern, einem Esel und 3 kleinen Feldern, auf denen wahlweise Möhrchen und Radieschen angebaut werden- das ist doch vollkommen weltfremd. Und wird vor allem auch der Nachfrage genau jener Protagonisten nicht gerecht.

Selim, Mittwoch, 29.November, 13:54 Uhr

13. der gute Ruf...

der Deutschen ist ganz bald beim Teufel.
Von wegen Vorreiter im Umweltschutz!
Von wegen Vorreiter in der Energiewende!
Alles zu anstrengend, mit dem Bedarf an Mut verbunden.
Aber "wir schaffen das" schreien!
Ohmeiohmei