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Podcasttipps Nach dem Sturm – und andere Wettergeschichten

Der Bahnverkehr eingestellt, Schulen geschlossen, zehntausende Haushalte in Bayern ohne Strom. Sturm "Sabine" hat Deutschland lahmgelegt. Und überall ist das Wetter Thema Nummer eins. Es muss aber nicht immer gleich ein Orkan sein – auch kleine Unwetter liefern spannende Geschichten.

Von: Monika Griebeler

Stand: 11.02.2020

Ein junger Mann mit Kopfhörern und einem Smartphone | Bild: BR, colourbox.com, Montage: BR

Binnen Sekunden verdunkelt sich der Himmel. Die Webers suchen Schutz vor dem Regen. Und dann kracht’s: Jürgen Weber wurde vom Blitz getroffen, seine Frau Margarita und sein Sohn standen dabei nur wenige Meter entfernt.

Millionen Volt zucken durch den Körper

Die Folge "Aus heiterem Himmel" des "Einhundert"-Podcasts von Deutschlandfunk Nova erzählt diese Geschichte. Und auch wenn die Folge etwas älter ist, lohnt sich das Anhören: Denn die Erzählung berührt und man lernt etwas. Etwa, wenn der Regensburger Neurologe Berthold Schalke erklärt, was die Millionen Volt in Kopf und Körper anrichten.

Aber auch die anderen Geschichten in "Aus heiterem Himmel"“ sind hörenswert: Wie es sich anfühlt, bei einem Tropensturm zwischen meterhohen Wellen in einem winzigen Boot zu sitzen. Oder wie die Hagelflieger aus Rosenheim mitten in Gewitterwolken fliegen – und die dann mit Silberjodid "impfen", damit die Hagelkörper kleiner werden.

Ein Tornadojäger mit PTSD

Nick Moir findet sich regelmäßig dort wieder, wo es ungemütlich wird. Er ist Fotograf beim Sydney Morning Herald und spezialisiert auf Tornados und auf Buschbrände, wie sie gerade ja auch wieder in Australien wüten. Im US-Podcast "Visual Revolutionary" redet er darüber, wie es ist, Naturkatastrophen mit der Kamera hinterher zu jagen.

Moir spricht von Angstattacken, die ihn zuhause heimsuchen. Aber auch von der Schönheit von Wetter-Phänomenen. Es ist ein ehrliches Gespräch, inspirierend vor allem auch für diejenigen, die sich für Fotografie interessieren.

Ein Verein von Wolkenguckern

Blauen Himmel und Sonnenschein sehen wohl die meisten gern. Nicht so die Mitglieder der "Cloud Appreciation Society", einer Gesellschaft also von Wolken-Liebhabern. Die gibt es tatsächlich und sie hat weltweit mehr als 49.000 Mitglieder, darunter Wetterfreaks und Normalos, Piloten und Landschaftsmaler.

Mit ihrem Gründer, Gavin Pretor-Pinney, spricht der Wetter-Podcast "Mostly Weather" des britischen meteorologischen Dienstes in einer Folge. Und dabei geht es um mehr als Drachen oder Schweine, die man in Wolken erkennt.

Stratus, Cumulus und Cirrus

Die Meteorologen und Pretor-Pinney philosophieren über den internationalen Wolkenatlas, Lieblingswolken und ihre Entstehung – und, ja, das ist total nerdig, aber auch etwas, womit man sich normalerweise nicht beschäftigt. Und das ist doch mal erfrischend beim sonst ewig gleichen Wetter-Smalltalk.

Der Deutsche Wetterdienst hat einen solchen Podcast übrigens noch nicht. Leider.


Die "Podcasttipps der Woche" - jeden Dienstag um 16.24 Uhr und um 21.24 Uhr auf B5 aktuell. Sollten Sie eine Podcastempfehlung für uns haben, schreiben Sie gerne an B5-Podcast@br.de.


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