B5 aktuell - Programm


0

Podcasttipps Literatur zum Hören

Am See oder im Urlaub auf der Strandliege – im Sommer nehmen viele mal wieder ein gutes Buch zur Hand. Wer lieber hört anstatt zu lesen – und trotzdem nicht auf große literarische Werke verzichten will, hat bei Hörspielen die Qual der Wahl. Veronika Süß stellt drei Romane vor, aus denen besonders hörenswerte Podcast-Serien geworden sind.

Von: Veronika Süß

Stand: 09.07.2019

Ein junger Mann mit Kopfhörern und einem Smartphone | Bild: BR, colourbox.com, Montage: BR

Die Geschichte vom Phantom der Oper kennen die meisten wahrscheinlich aus dem berühmten Musical von Andrew Lloyd Webber. Grundlage dafür ist der gleichnamige Roman – veröffentlicht im Jahr 1909 von Gaston Leroux. Daraus hat Radio Berlin Brandenburg ein sechsteiliges Hörspiel gemacht. Ganz kurz zusammengefasst geht es um Erik, der als "Phantom der Oper" in der Pariser Opéra Garnier sein Unwesen treibt und sich in das Chormädchen Christine verliebt.

Die Podcast-Serie fängt die Stimmung des Schauer-Roman-Klassikers hervorragend ein. Wir begleiten als Hörer Christines Geliebten Raoul in die Tiefe der Oper hinunter, um sie aus den Fängen des Phantoms zu befreien. Und wenn ich sage "begleiten", meine ich das wörtlich. Denn wer dieses Hörspiel über gute Kopfhörer hört, hat das Gefühl, die Stimmen kommen von allen Seiten. Es ist nämlich eine Kunstkopf-Produktion, also sozusagen eine 3D-Aufnahme.

Die Französische Revolution in 13 Stunden

Hilary Mantels historischer Roman Brüder folgt dreien der wichtigsten Gestalten der Französischen Revolution durch ihr Leben: Justizminister Georges Danton, dem Aufklärer Camille Desmoulins sowie Maximilien Robespierre, der als Blutrichter der Revolution bekannt wurde. Sie stehen auch im Mittelpunkt der WDR-Hörspielserie mit demselben Titel. Und die ist viel mehr als ein Hörbuch, in dem einfach der Romantext vorgelesen wird. Es ist vielmehr Kino für die Ohren. In 26 Teilen geht es in "Brüder" von der Wiege der drei Revolutionäre bis aufs Schafott. 150 verschiedene Sprecher hat Regisseur Walter Adler für dieses Epos vors Mikrofon geholt. Herausgekommen sind 13 Stunden Hörgenuss.

Eine der wohl wichtigsten russischen Erzählungen des 20. Jahrhunderts als Hörspiel

Der BR hat aus Meister und Margarita von Michail Bulgakow eine 12-teilige Serie gemacht – und die lässt den Hörer abtauchen in eine ganz andere, magische Welt. In Bulgakows Roman geht es – mit Goethe gesprochen – darum, was die Welt im Innersten zusammenhält. Um Gut und Böse, Leben und Tod. Und gleichzeitig ist der Text ein satirisches Sittengemälde des Lebens in Moskau in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Und die Hörspiel-Serie schafft es, alle diese Ebenen abzubilden. Macht zum Hören also mindestens genauso viel Spaß wie zum Lesen.


0