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Podcasttipps Lassen Sie mich durch, ich bin Arzt

Über Krankheiten redet man nicht gern. Mehr Offenheit wäre aber durchaus hilfreich. Zum einen für Betroffene, die darunter leiden. Zum anderen für Nicht-Betroffene, die dann möglicherweise mehr Verständnis haben. Zum Glück gibt es einige Podcasts aus dem Medizinbereich, die das übernehmen. Eine Auswahl von Denise Lapöck.

Von: Denise Lapöck

Stand: 10.09.2019

Ein junger Mann mit Kopfhörern und einem Smartphone | Bild: BR, colourbox.com, Montage: BR

Der erste Tipp ist ein englischsprachiger Podcast namens Dr. Death. Dabei wird die Geschichte eines Arztes erzählt, der wegen schwerer Behandlungsfehler zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde. Chris Duntsch ist ausgebildeter Neurochirurg. Und er war lange Zeit eine Gefahr für seine Patienten. 31 von ihnen haben Eingriffe nicht unbeschadet überstanden; zwei Patienten sind nach Operationen sogar gestorben. In zehn Folgen geht der Podcast unter anderem den Fragen nach, wie es so weit kommen konnte und warum der Arzt trotz Hinweisen nicht gestoppt wurde. Die Geschichte ist spannend erzählt. Es kommen betroffene Patienten und Weggefährten zu Wort – aber auch Kollegen, die Verdacht geschöpft haben, denen allerdings niemand zuhörte. Von Dr. Death gibt es inzwischen eine deutsche Version mit dem Titel "Dr. Tod". Allerdings sind die englischsprachigen Folgen hörenswerter. Der Versuch, den Podcast eins zu eins ins Deutsche zu übertragen, ist nicht so richtig geglückt.

Der Podcast aus der Psychiatrie

Die zweite Empfehlung heißt Jung und Freudlos. Der Podcast wird von Mitarbeitern der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Freiburg produziert. Medizinstudent Moritz stellt darin Fragen z. B. zu psychischen Krankheitsbildern. Assistenzärztin Ismene und Assistenzarzt Sebastian geben Antworten. In dem Podcast geht es um Themen wie Burnout, postraumatische Belastungsstörung oder um Alkohol. Die drei jungen Ärzte wollen aufklären, mit Vorurteilen aufräumen und Stigmatisierung verhindern. Das gelingt ihnen ziemlich gut und man hört den Medizinern sehr gerne zu, wie sie sich ungezwungen und ohne Skript unterhalten.

Hilfe bei Migräne

Im letzten Tipp steht eine Erkrankung im Fokus, an der weltweit jeder Siebte leidet, also ungefähr eine Milliarde Menschen. Dazu zählt auch Bianca. Sie macht den Podcast Ich hab Migräne und was ist Deine Superkraft. Sie sagt, Menschen mit Migräne brauchen manchmal Superkräfte, um den Alltag zu bewältigen. Wie Betroffene besser mit der Erkrankung umgehen können, erzählt sie in ihrem Podcast. In einer Folge gibt Bianca Tipps, wie man Nicht-Betroffenen Migräne erklären kann. In einer anderen verrät sie, wie sie sich auf Reisen vorbereitet. Der Podcast erklärt sehr gut, was Menschen mit dieser Erkrankung erleiden und dass es eben nicht nur Kopfschmerzen sind.


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