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Podcasttipps Holocaustgedenken

40 Prozent der Jugendlichen in Deutschland wissen laut einer Studie kaum über den Holocaust Bescheid. Weil Zeitzeugen immer älter werden und sterben und der zeitliche Abstand zu den Greueltaten, die das NS-Regime an Juden in ganz Europa verübt hat, immer größer wird, ist es umso wichtiger, dass es umfassende Dokumentationen gibt. Eine davon ist "Die Quellen sprechen". Seit kurzem ist die Höredition auch als Podcast verfügbar.

Von: Veronika Süß

Stand: 13.08.2019

Ein junger Mann mit Kopfhörern und einem Smartphone | Bild: BR, colourbox.com, Montage: BR

Zugegeben, das ist kein Podcast zum Nebenbeihören. Und man muss eine Menge Zeit mitbringen, denn eine Folge dauert knapp zwei Stunden. Aber jede einzelne davon lohnt sich! Die Quellen sprechen ist ein Projekt des BR zusammen mit dem Institut für Zeitgeschichte. In der Höredition lesen Schauspieler, aber auch Zeitzeugen hunderte historische Dokumente vor: Tagebucheinträge, Briefe, Reden, Zeitungsartikel und Behördenerlässe. Klar hat man Ähnliches vielleicht zum Teil schon gehört oder gelesen, aber in der Zusammenstellung ist das Ganze sehr eindrücklich.
Die Dokumentation beginnt nicht erst mit dem Zweiten Weltkrieg, sondern sie zeigt schon, wie sich die Situation ab 1933 für die jüdische Bevölkerung zugespitzt hat.

Zeitzeugnisse aus ganz Europa  

Im Geschichtsunterricht lernen wir viel über die Verfolgung von Juden in Deutschland und auch über die Ermordung von Millionen von Menschen in Konzentrationslagern. Weniger thematisiert wird, wie die Lage in besetzten Ländern wie der Slowakei, Rumänien oder Bulgarien war. Dazu gibt es eigene Folgen, die da einen Einblick geben.
Insgesamt gibt es schon 12 Folgen von "Die Quellen sprechen", zwei sind noch in Arbeit.

Hintergrundlektüre zum Hören

Gerade weil Stimmen, wie sie in "Die Quellen sprechen" zu hören sind, ja zunehmend verstummen, ist eine Folge von Politik und Hintergrund Anfang des Jahres der Frage nachgegangen, ob wir eine neue Erinnerungskultur brauchen. Genau diesen Titel trägt die Folge auch. Darin kommen unter anderem Bundestagspolitiker zu Wort, die überlegen, wie Gedenken in Zukunft aussehen kann. Verschiedene Konzepte werden da genannt – von mehr Geld für Gedenkstätten über einen stärkeren Fokus im Lehrplan bis zum veränderten Umgangston in der Politik. Und die Folge liefert interessante Denkanstöße, zum Beispiel wirft sie die Frage auf, wie man Migranten den Holocaust vermitteln kann – damit Erinnerungskultur eben nicht exklusiv deutsch ist, sondern eine, die alle einschließt und vermittelt, dass das Thema eben alle betrifft.  


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