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Multimedia-Tipps im November "Blacksad: Under the Skin" und "The Outer Worlds"

Im Jahr 2000 veröffentlichten die Spanier Juan Díaz Canales und Juanjo Guarnido den ersten Band ihrer Graphic-Novel-Reihe "Black Sad" um einen Privatdetektiv in Katzengestalt. Nun ist aus der Reihe ein Computerspiel geworden. Oliver Buschek empfiehlt es in den Multimediatipps.

Von: Oliver Buschek

Stand: 25.11.2019

Illustration: Gamepad mit Wochentagen | Bild: colourbox.com; Montage: BR

Blacksad: Under the Skin

Schon Tonfall und Musik lassen es erahnen. Das Spiel "Blacksad" bringt uns in die Welt des Film Noir, von Hollywoods "Schwarzer Serie" aus den vierziger Jahren, als Privatdetektive wie Sam Spade und Philip Marlowe schmutzige Geheimnisse aufdeckten.

"Das ist allerdings nicht Humphrey Bogart, sondern John Blacksad, und der unterscheidet sich von seinen Vorbildern schon allein dadurch, dass er ein Kater ist. Und zwar ein humanoider Kater. Also Arme und Beine wie ein Mensch, aber mit Katzenkopf. So wie alle Figuren in dieser Geschichte anthropomorphe Tiere sind. Auch das Nashorn, das zu Anfang in Blacksads Detektei stürmt und die Herausgabe von Fotos fordert.

Da muss sich John Blacksad also gleich mal seines Lebens erwehren, und wir helfen ihm dabei, in dem wir schnell genug auf den A-Button drücken und den Joystick in die richtige Richtung schieben. Viel mehr Action gibt es nicht, denn Blacksad ist eine Art interaktiver Film, etwa im Stile der bekannten Reihen aus dem Hause Telltale. Es zählt die Story, die sich hier um einen verschwundenen Boxer dreht – und um den rätselhaften Selbstmord eines Boxclub-Besitzers.

Natürlich übernimmt er – und die Ermittlungen führen John Blacksad in eine Welt, die von Korruption, Rassismus und Chauvinismus geprägt ist. Wir ermitteln und bringen die Geschichte auch dadurch voran, dass wir uns in Dialogen immer wieder entscheiden müssen, welcher Blacksad wir sein wollen. Korrupt oder unbestechlich? Geizig oder freigiebig? Redselig oder schweigsam?

Das alles macht Spaß, ist atmosphärisch packend und – wie es bei einer Comic-Vorlage kaum anders sein kann – auch graphisch überzeugend. Blacksad, Untertitel: Under the Skin, gibt es für PC, Mac und diverse Spielekonsolen zum Preis von etwa 40 Euro. Es ist freigegeben ab 16 Jahren.

The Outer Worlds

Die Spielereihe Fallout hat in den über 20 Jahren ihres Bestehens viele Fans hinter sich versammelt – aber auch viele Enttäuschungen produziert. Die letzten Inkarnationen dieses dystopischen Science-Fiction-Rollenspiels waren nicht ganz das, was viele Anhänger sich erhofft hatten. Und so war es eine gute Nachricht, als die Entwickler der ersten Fallout-Folgen ein neues Projekt ankündigten, mit dem sie mehr oder weniger direkt an ihre Erfolgstitel anknüpfen wollten. Nun ist das Spiel erschienen, es heißt "The Outer Worlds" und beginnt damit, dass die Hauptfigur - nach Jahrhunderte langem Tiefschlaf an Bord eines verwaisten Raumschiffs – plötzlich erwacht.

Wir sind gelandet im Halcyon-System, wo sich Kolonisten angesiedelt haben, um den Traum großer Freiheit zu leben – doch geldgierige Großkonzerne haben diesen Traum leider auch hier, am anderen Ende der Welt, erstickt.

Wir sollen nun die Verhältnisse zum Besseren wenden. Was wir mit Waffengewalt tun können oder auf friedliche Weise. Dieses Rollenspiel lässt viele Wege offen. Wie einst Fallout besticht "The Outer Worlds" mit schwarzem Humor, fantasievollen Szenen und ausgefeilter Spielmechanik. Die Hoffnung der enttäuschten Fans dürfte sich erfüllt haben.

"The Outer Worlds" gibt es – auf Englisch mit deutschen Untertiteln - für PC, Playstation 4, Xbox One und Nintendo Switch zu Preisen ab 40 Euro. Es ist freigegeben ab 16 Jahren.


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