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Multimedia-Tipps im Juni "Shantae and the Seven Sirens" und "Desperados 3"

Was einmal erfolgreich war, wird es womöglich noch ein zweites, drittes oder viertes Mal sein. Nach diesem Prinzip setzen die Hersteller von Computerspielen schon lange auf Fortsetzungen bewährter Titel. Solange dabei das Alte nicht nur stupide wiederholt wird, kann dabei durchaus gelungene Unterhaltung entstehen. Das zeigen die zwei Titel, die Oliver Buschek diesen Monat empfiehlt.

Von: Oliver Buschek

Stand: 26.06.2020

Illustration: Gamepad mit Wochentagen | Bild: colourbox.com; Montage: BR

"Desperados 3"

Tief im Wilden Westen, wo die Sonne verstaubt, wo die Männer noch Männer sind und schneller schießen als ihr Schatten – da spielt die Reihe "Desperados". Zwei Teile gab es bisher, der letzte erschien bereits 2006 – und Desperados wäre wahrscheinlich vergessen worden wie eine leergeschürfte Goldmine, hätte nicht der österreichische Publisher THQ Nordic die Lizenz erworben und das Münchner Entwicklungsstudio Mimimi-Productions mit einem dritten Teil beauftragt.

Schon die ersten beiden Teile sind übrigens in Deutschland entstanden, so dass wir es hier gewissermaßen mit einer Karl-May-Situation zu tun haben: Deutsche Autoren malen sich und ihrem Publikum den Wilden Westen aus. Aber gefragt ist hier ja sowieso keine realistische Darstellung, sondern Entertainment. Im Zentrum der Geschichte steht wieder der Kopfgeldjäger John Cooper, der sich in New Mexico mit Horden von Banditen anlegt. Dabei geht es weniger um Duelle mit rauchenden Colts als ums Vorbeischleichen, ums Ablenken und Austricksen.

Das alles steuern wir als Spieler aus der Vogelperspektive und bekommen im Laufe der Story auch noch die Möglichkeit, andere Figuren zu steuern, wie etwa die "Runaway Bride" Kate.

"Desperados 3" ist rundum gelungen und ein Tipp für alle, die solche Schleichtaktik-Spiele mögen. Es ist erhältlich für PC, PS4 und Xbox One zu Preisen ab 50 Euro. Freigegeben ab 16 Jahren.

"Shantae and the Seven Sirens"

Diese junge Dame heißt Shantae, sieht aus wie eine gewöhnliche Bauchtänzerin, ist aber ein "Halb-Dschinn" – und als solcher schon zum fünften Mal Heldin eines Jump&Run-Spiels – diesmal unter dem Titel "Shantae and the Seven Sirens".

Diesmal sind Shantae und ihre Freundinnen zum Traumurlaub nach Paradise Island eingeladen, wo sie im Rahmen eines Festivals mit anderen Halb-Dschinns auftreten soll. Doch während des Auftritts werden ihre Artgenossinnen gekidnappt, und Shantae muss sich in der versunkenden Stadt unter der Insel auf die Suche nach ihnen machen. Dort gibt es dann alles, was man von einem Plattformspiel erwartet. Monster, denen es auszuweichen gilt, Geheimnisse, die erkundet werden wollen – und besondere Waffen und Fähigkeiten, mit denen Shantae nach und nach ihre Möglichkeiten erweitert. So kann sie bauchtanzen, um Maschinen zu aktivieren, und sich in Tiere verwandeln, um Hindernisse zu überwinden.

Optisch ist Shantae Kinderfernsehen pur. Schon der Vorspann sieht aus, als hätte man es hier mit einer Animé-Serie zu tun, und die großen Augen und die piepsigen Stimmen lassen vermuten, dass Mädchen hier mehr auf den Geschmack kommen als Jungs. Wer den Stil mag, der bekommt mit "Shantae and the Seven Sirens" abwechslungsreiche Unterhaltung, bei der man sich nicht allzu sehr anstrengen muss. Durch Bildschirmdialoge – auch in deutscher Sprache – gibt es nebenbei auch noch ein bisschen Story.

"Shantae and the Seven Sirens" ist erhältlich für PC, Mac, Iphone, Ipad und diverse Spielekonsolen zu Preisen um die 25 Euro. Freigegeben ab 12 Jahren.


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