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Multimedia-Tipps im August Fun-Racer, Psycho-Reise und Manga-Mittelalter

Drei ganz unterschiedliche Spiele hat Wolfgang Zehentmeier für die B5 Multimediatipps im August getestet: den Fun-Racer "Crash Team Racing – Nitro-Fueled", "Sea of Solitude", das uns auf eine Psycho-Reise mitnimmt und das Rundenstrategiespiel "Fire Emblem – Three Houses".

Von: Wolfgang Zehentmeier

Stand: 09.08.2019

Illustration: Gamepad mit Wochentagen | Bild: colourbox.com; Montage: BR

Crash Team Racing – Nitro-Fueled

Bei Fun Racern mit Karts hat Nintendo mit "Super Mario Kart" einen Klassiker am Start. Jetzt setzt Activision in "CTR-Crash Team Racing – Nitro-Fueled" ebenfalls auf eine klassische Games-Figur – Crash Bandikot – in einem sehr ähnlichen Spiel für Playstation 4, Xbox One und Windows PC.

Fahrerkönnen und Glücksfaktor

Die Rennen selbst verlaufen ähnlich wie in Mario Kart: Auf den fantasievoll gestalteten Kursen liegen Kisten, mit deren Inhalt man den Konkurrenten schaden oder das eigene Kart aufwerten kann. Das bringt zusätzlich zum Fahrerkönnen immer auch einen gewissen Glücksfaktor ins Spiel.

Unterschiedliche Rennarten

Man kann zwischen unterschiedlichen Rennarten wählen: Vom Zeitfahren bis zum Crash-Modus, bei dem es darum geht, möglichst alle Kristalle, die in einem Parcour aufgestellt sind, innerhalb der vorgegebenen Zeit umzufahren.

Schwierigkeitskurve zu steil

In Fun-Racer steckt das Wort Fun, also Spaß. Leider schafft es CTR nur zum Teil, den Spaß zu vermitteln. Das liegt vor allem daran, dass die Schwierigkeitskurve der Rennen innerhalb nur weniger Veranstaltungen viel zu steil ansteigt. Das ist vor allem für die jüngeren Nachwuchsfahrer schade. Denn grundsätzlich wären die Voraussetzungen für einen knalligen Spaßrennzirkus in CTR – Crash Team Racing – Nitro-Fueled eigentlich gegeben.

Sea of Solitude

"Sea of Solitude" für Playstation 4, Xbox One und Windows PC ist ein ruhiges, fast lyrisches Spiel. Wir begleiten ein Mädchen namens Key in eine stimmig gezeichnete Fantasiewelt, von der wir anfangs nur Dächer und Türme sehen - der Rest liegt unter Wasser.

Persönliche Psycho-Mission

Schnell wird klar: Key befindet sich auf einer persönlichen Psycho-Mission durch Erlebnisse ihrer Vergangenheit und stellt sich ihren ganz privaten Monstern. So arbeitet sie zum Beispiel auf, dass sie das Mobbing durch Schulkameraden an ihrem kleinen Bruder aufgrund ihrer Ignoranz nicht erkannt hat. Die Umgebung spiegelt durch Licht und Finsternis ihre Stimmung wieder, der Wasserstand zeigt ihre Einsamkeit oder ihre Verzweiflung: Je höher das Wasser, desto tiefer ihre Gefühle.

Englisch mit deutschem Akzent

"Sea of Solitude" wurde von einem kleinen Studio in Deutschland entwickelt. Schade nur, dass sämtliche Sprachaufnahmen in Englisch gemacht wurden - wohl um das Spiel international besser vermarkten zu können. Der deutsche Akzent vermittelt da aber eher den Eindruck von gewollt und nicht gekonnt.

Psychologie-Grundkurs

Die nicht alltägliche Reise durch Keys Psyche wirkt manchmal ebenfalls etwas bemüht und wie ein Psychologie-Grundkurs. "Sea of Solitude" kann unter dem Strich dennoch durch stimmungsvolle Grafik und eine gelungene Mischung aus Jump-and-Run, ein paar Rätseln und etwas Action spielerisch überzeugen.

Fire Emblem – Three Houses

Weniger Psyologie als Strategie steht bei "Fire Emblem – Three Houses" im Mittelpunkt. Der neueste Teil der Nintendo-Reihe, erstmals für die Switch-Konsole versetzt uns ins japanische Manga-Mittelalter. Wir schlüpfen in die Rolle des Sohns oder der Tochter eines Söldners und werden - ohne jegliche Vorerfahrung etwas überraschend - am Kloster-Internat Garreg Mach als Professor für die Offiziersausbildung engagiert.

Rundenstrategie vom Feinsten

Wir übernehmen eine von drei Schulklassen und führen die Schüler in diverse Runden-Strategie-Gefechte. Dabei ziehen die unterschiedlichen Parteien nacheinander, ähnlich wie beim Schach. Die einzelenen Spielfiguren haben unterschiedliche Magie-Talente und Waffen, die zwischen den Gefechten in der Schule trainiert und verbessert werden können.

Anfänger kommen gut zurecht

Der Schwierigkeitsgrad von "Fire Emblem – Three Houses" steigert sich angenehm, sodass auch Anfänger bei den Gefechten gut mitkommen. Im letzten Drittel aber verschenkt das Spiel viel Potenzial, weil die Story ungewohnt schludrig erzählt wird. Abstriche muss man auch bei der Grafik machen, die eher zu Spielen vor gut und gerne 15 Jahren passen würde. Dazu kommt, dass kleine Minispielchen wie fischen oder gärtnern, leider schnell in Routine und Arbeit ausarten.

Dennoch: Wer Rundenstrategie in Manga-Optik mag, kann bei "Fire Emblem - Three Houses" wegen der vielfältigen taktischen Möglichkeiten in den Gefechten und der motivierenden Rollenspielelemente getrost zugreifen.


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