B5 aktuell - Programm


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Soundtracks des Monats August "Into the Beat - Dein Herz tanzt" und "Ronnie Wood"

Moritz Holfelder stellt Ihnen diesmal die Musik aus den Filmen "Into the Beat - Dein Herz tanzt und "Ronnie Wood" vor. Die Soundtracks des Monats - jeden ersten Samstag im Monat um 6.25 Uhr und um 8.25 Uhr auf B5 aktuell.

Von: Moritz Holfelder

Stand: 30.07.2020

Illustration: DVD-Box mit Wochentagen | Bild: colourbox.com; Montage: BR

"Into the Beat - Dein Herz tanzt"

Ein deutscher Tanzfilm – das ist etwas Besonderes! Regisseur Stefan Westerwelle hat einen gedreht, und der ist eine Wucht. Titel: "Into the Beat - Dein Herz tanzt".

Eine Ballettschülerin trainiert in Hamburg für ein Stipendium an der New York Ballet Academy, auch, weil ihr Vater ein gefeierter Ballettstar ist. Als sie dann zufällig in die Streetdance-Szene gerät, erliegt sie der Faszination des HipHop.

"Into the Beat - Dein Herz tanzt": Das ist überzeugend inszeniert, gut gespielt und aufregend choreographiert. Die Kluft zwischen U- und E-Musik wird spielerisch verhandelt, daneben geht es nachvollziehbar um Zukunftsängste, Liebe und das Dilemma, richtige Lebensentscheidungen zu treffen, auch angesichts der Erwartungen Anderer an einen selbst.
Zu dem Soundtrack hat der Filmkomponist Andrej Melita einige Instrumentaltitel beigesteuert. Bereits als junger Mann komponierte er die Musik für ein Ballett und gewann später Preise mit seiner ersten Auftragsarbeit für das On Air Design der ARD. Inzwischen ist er Dozent für Studio- und Computertechnik an der Hochschule für Musik und Theater in München.
Den Soundtrack hat er aber nicht alleine gestaltet – er enthält auch Titel der Sängerin Tamara Bubble oder des niederländischen Hip-Hopers Mr. Weazley:

"Into the Beat - Dein Herz tanzt": Ein aktueller Überraschungserfolg im deutschen Kino, auch dank einer tollen Hauptdarstellerin (Alexandra Pfeifer in ihrer ersten großen Rolle) sowie dank des gut hörbaren Soundtracks. Der ist bei dem Label Royal 22D Records erschienen.

Ronnie Wood - Somebody Up There Likes Me

Es ist eine berührende Szene: Ronnie Wood, der sonst eher im Hintergrund stehende Gitarrist der Rolling Stones, sitzt vor einem weißen Blatt Papier und skizziert mit sicheren Strichen den Körper einer im Rumpf gebeugten jungen Frau aufs Blatt. Eine lyrische Klaviermusik ist dazu zu hören.

Der britische Regieexzentriker Mike Figgis porträtiert in "Somebody Up There Likes Me" eher klassisch, aber einfühlsam und neugierig den liebenswerten Musiker, der im Alter von über 70 Jahren immer noch innovativ wirkt. Bei Damien Hirst hat er als Künstler hospitiert, hat eine neue Karriere als Maler und Performer begonnen, erforscht sein Leben und macht natürlich nach wie vor Musik.

Der Dokumentarfilm überzeugt als würdige Annäherung an den untragischen geläuterten Rockstar. Mal ertönt die erwähnte Klaviermusik und mal lässt Figgis Ron Wood den Blues von dessen großen musikalischen Vorbildern spielen.

Ein eigener Soundtrack zu dem Film ist nicht erschienen – aber den Geist dieses multitalentierten Mannes finden interessierte Hörer auch auf dem kürzlich von ihm herausgebrachten Album "Mad Lad: A Live Tribute to Chuck Berry", das er letztes Jahr mit seiner eigenen Band Ronnie Wood With His Wild Five aufgenommen hat und das in den Film mit einfloss.

Erschienen ist das Album von Ronnie Wood ebenfalls bei Warner.


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