B5 aktuell - Programm


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Ausstellungstipps "Wanderland. Eine Reise durch die Geschichte des Wanderns" und mehr

Julie Metzdorf stellt Ihnen drei Ausstellungen vor, darunter "Wanderland. Eine Reise durch die Geschichte des Wanderns" in Nürnberg. Die Ausstellungstipps - montags um 13.25 Uhr und um 20.25 Uhr als Wiederholung auf B5 aktuell.

Von: Julie Metzdorf

Stand: 18.03.2019

Illustration: Ausstellungstipps | Bild: colourbox.com; Montage: BR

"Wanderland. Eine Reise durch die Geschichte des Wanderns" in Nürnberg

Im 18. Jahrhundert ist das Wandern vielen zur Lust geworden, vorher war Gehen eher eine Arme-Leute-Fortbewegung. Die dichte Infrastruktur mit Wegen, Aussichtstürmen, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten, sowie die Existenz einer umsatzstarken Branche eigens für Wanderkleidung und -zubehör zeugen davon, dass Wandern heute ein Massenphänomen ist. Das Germanische Nationalmuseum zeigt derzeit eine umfassende Präsentation zum Thema: Von den Landschaftsbildern von Caspar David Friedrich bis zu einem Wanderschuh von Helmut Kohl spannt die Ausstellung den Bogen, geht auf Vorstellungen rund ums Wandern wie etwa die Sehnsucht nach einer heilen Welt ein, genauso wie auf frühere Versuche, das Wandern zu ideologisieren, denn der Weg vom Wandern zum Marschieren ist kurz. Und nicht zuletzt geht es beim Wandern natürlich auch um Fitness, erklärt der designierte Generaldirektor des Museums Daniel Hess.

"Wanderland. Eine Reise durch die Geschichte des Wanderns" - bis 28. April im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.

Gisbert Stach: "Schmuck und Experiment" in München

Fischstäbchen sieht man eher selten in Ausstellungen. Im Bayerischen Kunstgewerbeverein in München aber liegen sie da: Goldbraun glänzend, wie frisch aus der Pfanne. Doch an diesen Fischstäbchen würde man sich die Zähne ausbeißen, denn die knusprige Panade besteht aus zertrümmertem Bernstein und ist als Schmuckstück gedacht. Seit vielen Jahren arbeitet der Künstler Gisbert Stach mit Bernstein, einem der ältesten Materialien in der Schmuckherstellung, das aktuell allerdings unter einem kleinen Image-Problem leidet: Vor allem jüngere Menschen verbinden Bernstein mit altbackenem Omaschmuck. Stach aber nutzt ihn in einer modernen Variante:

"Das faszinierende war natürlich die Geschichte, dass es 60 Millionen Jahre alt ist, und wie das entstanden ist, es ist eigentlich kein richtiger Stein, sondern getrocknetes Baumharz und es lässt sich schleifen oder feilen wie ein Kunstharz und dann habe ich herausgefunden, dass man es zerstoßen kann und so ein Sand entsteht und mit dem habe ich dann verschiedene Sachen wieder modelliert."

Zitat von Gisbert Stach

Ursprünglich ist Gisbert Stach Silberschmied, doch mit Schmuck kann man einfach mehr Gefühle auslösen: Ein zerquetschter Kerzenleuchter stört niemanden, aber ein in Säure aufgelöster Ehering schon.

Gisbert Stach: "Schmuck und Experiment" - bis 19. April in der Galerie des Bayerischen Kunstgewerbevereins in München.

"Stadt der Frauen. Künstlerinnen in Wien von 1900 bis 1938" in Wien

Gustav Klimt, Egon Schiele, Otto Wagner, Koloman Moser: All diesen Künstlern der Wiener Moderne hat man in der österreichischen Hauptstadt in den letzten Jahren große Einzelausstellungen gewidmet – jetzt endlich werden auch die künstlerischen Leistungen der Frauen gewürdigt: "Stadt der Frauen" heißt die Schau, die die hochqualitativen Arbeiten von 56 Künstlerinnen zeigt, deren Namen heute nicht so bekannt sind wie die ihrer männlichen Kollegen, die zu Lebzeiten aber durchaus Stars in Wien waren.

"Stadt der Frauen. Künstlerinnen in Wien von 1900 bis 1938" - bis 19. Mai im Unteren Belvedere in Wien.


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