B5 aktuell - Programm


0

Ausstellungstipps "Vertigo", "Lachen" und "You-Know-Who"

Joana Ortmann stellt Ihnen drei Ausstellungen vor, darunter "Vertigo" in Stuttgart. Die Ausstellungstipps - montags um 13.25 Uhr und um 19.25 Uhr als Wiederholung auf B5 aktuell.

Von: Joana Ortmann

Stand: 13.01.2020

Illustration: Ausstellungstipps | Bild: colourbox.com; Montage: BR

"Vertigo": Op Art im Kunstmuseum Stuttgart

Auf gezielte Überforderung setzt seit ihrer Erfindung in den 1950ern und 60ern die sogenannte Op Art, auch optische Kunst genannt. Eine Ausstellung in Stuttgart lädt derzeit zu einem Trip durch die Geschichte der optischen Täuschungen und Verzerrungen, der verklausulierten Botschaften und Wahrnehmungs-Experimente ein. Mehr als 100 Bilder, Objekte und begehbare Installationen zeigen, wie vielfältig diese damals fortschrittliche und Technik-affine Bewegung war und immer noch ist. Das sehen wird in der Op Art zu einem durch und durch körperlichen Ereignis – eines, bei dem einem durchaus mal schwindelig werden kann, das aber auch eine Fähigkeit schult, die mehr denn je gefragt ist: Die Op Art stärkt unser Bewusstsein dafür, dass wir getäuscht werden können, sagt Eva Bardura-Triska, eine der Kuratorinnen.

"Was Fake News sind, weiß heute jeder. Und wie sehr man die Wahrnehmung manipulieren kann und wie sehr das geschieht, kann man von der Op Art lernen."

Zitat Kuratorin Eva Bardura-Triska

Insofern hat sie auch eine politische Dimension. Wie weit das geht, zeigt die sehenswerte, nach Alfred Hitchcocks Filmklassiker "Vertigo" benannte Ausstellung im Kunstmuseum Stuttgart, bis 19. April 2020.

"Lachen": Utopische Alltagspraktiken im Taxispalais Kunsthalle Tirol

"Durch eine Mimik, bei der der Mund in die Breite gezogen wird, die Zähne sichtbar werden und um die Augen Fältchen entstehen, Freude, Erheiterung, Belustigung oder Ähnliches erkennen lassen."

So lautet die erste Definition des Begriffs "Lachen", die im Duden zu finden ist. Eine Definition, die auch erkennen lässt, dass es sich beim Lachen nicht immer automatisch um eine freudige Reaktion handeln muss. Lachen kann auch Ausdruck einer Krise oder einer drohenden Eskalation sein. Im Kinofilm "Joker" z.B. lacht Joaquin Phoenix, der den Batman-Schurken und gescheiterten Clown spielt, fast die ganze Zeit – aber den Zuschauern vergeht dabei ihr Lachen. Im Taxispalais in Innsbruck haben sich die fünf KünstlerInnen den Schattierungen und Facetten des Lachens gewidmet und machen die teils widersprüchlichen Aspekte dieses zutiefst menschlichen Impulses sichtbar. Die Ausstellung ist der letzte Teil einer Trilogie. Nach den Themen Lieben und Sex nun: "Lachen" im Taxispalais Kunsthalle Tirol, bis 15. März.

"You-Know-Who": Begegnungen mit Berühmtheiten im Kunstpalais Erlangen

Helen Mirren, Benedict Cumberbatch, Nicole Kidman, Johnny Depp – all diese Hollywoodstars hat der junge deutsche Künstler Gerrit Frohne-Brinkmann in einem Wachsfiguren-Kabinett fotografiert und von den Fotos Papp-Skulpturen produziert. Die Reproduktion der Reproduktion von Schauspielern, die ja selbst so etwas wie leibhaftige "Reproduzenten" sind, weil sie es sich zum Beruf gemacht haben, andere zu verkörpern. Gerrit Frohne-Brinkmann interessiert sich für die Wahrnehmung der Realität als medial geformte und eben vielfach reproduzierte. Dafür beschäftigt er sich mit unserer Vorstellung von berühmten Menschen bzw. ihren Abbildern. Wo wird Kultur zu Popkultur? Wo Pop zu einem Allgemeingut? Ist eine Blockbuster-Ausstellung Hochkultur, ein Filmpark hingegen seichtes Entertainment? Und warum ist eigentlich die alte Welt der Magie momentan so angesagt? Als Reaktion auf letztere Frage hat Frohne-Brinkmann auch Requisiten aus Harry-Potter-Filmen als Vorlage für seine kinetischen Skulpturen benutzt und in den Kunstpalais Erlangen überführt - für seine Ausstellung "You-Know-Who", zu sehen bis 9. Februar.


0