B5 aktuell - Programm


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Ausstellungstipps "Stereo" in München und mehr

Julie Metzdorf stellt Ihnen drei Ausstellungen vor, darunter "Stereo" in München. Die Ausstellungstipps - montags um 13.25 Uhr und um 19.25 Uhr als Wiederholung auf B5 aktuell.

Von: Julie Metzdorf

Stand: 07.10.2019

Illustration: Ausstellungstipps | Bild: colourbox.com; Montage: BR

Brigitte Schwacke und Katharina Gaenssler: "Stereo" in der Akademie der Schönen Künste in München

Wie Asteroiden schweben die Gebilde im Raum. Gestrickt aus Draht sind sie so groß wie Felsbrocken, dabei aber so leicht wie Papier. Voluminös und massefrei fliegen sie als dreidimensionale Zeichnungen bis unter die sieben Meter hohe Decke in der Münchner Residenz. "Hirayama Family" heißt die Arbeit der Münchner Künstlerin Brigitte Schwacke.

Einzelne Drähte stehen hervor, wie Tentakel oder Synapsen nehmen sie Kontakt zu ihrer Umgebung auf, umgarnen den historischen Kronleuchter, berühren die Wände, scheinen sich auf einander zuzubewegen. Da ist es nur folgerichtig, dass die Ausstellung eine Doppelschau ist, immer wieder gibt es Bezüge zu den Werken von Katharina Gaenssler. Gaenssler hat die Wände des Nachbarraums mit einer selbst gestalteten Tapete überzogen. Die Inspiration kommt bei ihr nicht aus dem Weltall, sondern von einem historischen Foto, das die kriegszerstörte Residenz selbst zeigt. Gaensslers Arbeiten sind völlig anders, konträr sogar, und doch, oder gerade auch wegen ihrer Andersartigkeit, ergänzen sich die Arbeiten beider Künstlerinnen aufs Beste.

Brigitte Schwacke und Katharina Gaenssler: "Stereo" - bis 25. Oktober in der Akademie der Schönen Künste in München.

"Bridget Riley - Prints" im Kulturspeicher Würzburg

Das "Vergnügen des Sehens" ist es, was die britische Künstlerin Bridget Riley den Betrachter lehren möchte. Schwingungs- und Vibrationseffekte von Farbe auf der Fläche sind das Lebensthema der 88-jährigen Britin. Ihre Bilder aus Streifen und Linien, aus Zacken und Wellen, Rechtecken, Rauten und Kreisen beginnen bei genauer Betrachtung zu flimmern und zu pulsieren. Die knalligen Farben sind hart nebeneinander gesetzt; die Oberfläche wird lebendig, bewegt sich regelrecht. Der Kulturspeicher Würzburg ehrt die "Königin der Op-Art" derzeit mit einer Ausstellung, in der 80 Siebdrucke aus mehr als fünf Jahrzehnten zu sehen sind.

"Bridget Riley - Prints" - bis 17. Oktober im Kulturspeicher Würzburg.

Simone ten Hompel und Alessandra Pizzini: "Dinge erzählen" im Bayerischen Kunstgewerbeverein in München

Von prähistorischen Werkzeugen aus Knochen bis zum neuesten Smartphone, vom Kuscheltier bis zur Blumenvase: Dinge sind nicht nur einfach da und sie werden auch nicht nur einfach benutzt, sondern wir interagieren mit ihnen. Sie unterstützen unser Identitätsgefühl, tragen das Wissen der Menschheit in sich, sind Medium und Symbol unserer Beziehungen zu anderen. Und von alldem können die Dinge erzählen. Die Künstlerinnen Simone ten Hompel und Alessandra Pizzini haben ihre Silberschmiede- und Schmuckarbeiten zu einer Ausstellung arrangiert, in der der Betrachter eigene Geschichten aus den Dingen herauslesen kann.

Simone ten Hompel und Alessandra Pizzini: "Dinge erzählen" - bis 12. Oktober im Bayerischen Kunstgewerbeverein in München.


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