B5 aktuell - Programm


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Ausstellungstipps "Nachts - zwischen Traum und Wirklichkeit" und mehr

Joana Ortmann stellt Ihnen drei Ausstellungen vor, darunter "Nachts - zwischen Traum und Wirklichkeit" in München. Die Ausstellungstipps - montags um 13.25 Uhr und um 19.25 Uhr als Wiederholung auf B5 aktuell.

Von: Joana Ortmann

Stand: 25.11.2019

Illustration: Ausstellungstipps | Bild: colourbox.com; Montage: BR

"Nachts - zwischen Traum und Wirklichkeit" in München

Einer der spannendsten Kunsträume in München ist der ehemalige Luftschutzbunker, gelegen unter dem Haus der Kunst. Seitlich geht es hier die Treppen runter in beengte Gänge, die in jeweils kleine Räume führen. Wenn man sich an die etwas seltsame Atmospähre gewöhnt hat - der perfekte Ort für Videokunst. Seit 2011 kooperiert, was das betrifft, das Haus der Kunst mit der Sammlung Goetz, deshalb gibt es hier regelmäßig Hochkarätiges zu sehen. In der aktuellen Ausstellung geht es auf eine Reise durch die Nacht, zwischen Traum und Wirklichkeit, in 14 Stationen. Mit Filmen, Videos und Fotografien, die die Facetten eines nächtlichen Streifzugs spiegeln.

"Nachts - zwischen Traum und Wirklichkeit" - bis 6. Januar im alten Luftschutzbunker unter dem Haus der Kunst in München.

Kunstoase im Allgäu: Die Hans Friedrich Stiftung in Waltenhofen

Nachtmenschen können auch einen Ausflug an einen ganz besonderen Allgäuer Kunst-Ort unternehmen. Hans Friedrich, Maler und Bildhauer mit eigenem Museum ist da nämlich durchaus flexibel.

"Man muss mich anrufen, dann bin ich jederzeit bereit. Egal zu welcher Tages- und Nachtzeit. Wenn einer nachts um drei noch geführt werden will – ich führe ihn nachts um drei noch zwei Stunden durch die Ausstellung und freue mich über jeden, der kommt."

Zitat Hans Friedrich

Hans Friedrich hat sich diese Kondition bis ins hohe Alter wohl auch deshalb erhalten, weil er sein Leben lang mehr gearbeitet hat als die meisten. Geboren 1939 in Nürnberg, aufgewachsen im Oberallgäu kam er 1960 nach München und studierte Malerei. Danach war er zwar als Künstler aktiv, stellte aus, gewann Preise – wurde aber zusätzlich Kunstlehrer, in Vollzeit wohlgemerkt: Tagsüber war er in der Schule, abends und nachts für sich. Hunderte Bilder und Plastiken umfasst sein Werk. Um das zu erhalten, hat er, heute 80 Jahre alt, in Waltenhofen bei Kempten die Hans-Friedrich-Stiftung gegründet und im Garten einer alten Unternehmervilla eine eigene Ausstellungshalle gebaut. Dort kann man z.B. seine Schneelandschaften anschauen. Das sind bei ihm weder Heile-Welt-Beschwörungen, noch Dokumente zerstörter Natur, sondern etwas dazwischen: Momentaufnahmen im Aufeinandertreffen von Natur, Mensch und Technik.

"Ich habe nie was geerbt und habe auch nicht einen Cent Zuschuss bekommen. Ich habe das alles aus eigener Tasche bezahlt. Ich habe mein ganzes Leben hart gearbeitet und habe natürlich geschaut, dass da was entsteht, wo man was erhalten kann. Mir geht es ums Erhalten. Aber mir ist es auch wichtig, hier andere Leute zu zeigen, die man im Allgäu nicht kennt. Und die wirklich eine hohe Qualität haben."

Zitat Hans Friedrich

Feste Öffnungszeiten gibt es in Waltenhofen nicht, aber ein Anruf genügt und Hans Friedrich führt durch die Ausstellung.

"Time Is Thirsty": Ausstellung über die bewegten 1990er Jahre in Wien

Letzter Tipp: Eine Reise in die nähere Vergangenheit und die Frage, ob man selbige mit Hilfe der Kunst zurückholen kann? Die Kunsthalle Wien unternimmt den Versuch und reist in die 90er Jahre: Es geht um die politisch aufgeheizte Stimmung nach der Wiedervereinigung, den Aufstieg des Internets, die etwas trashige Mode, die lustigerweise gerade wieder ein Revival erlebt. Die Ausstellung "Time Is Thirsty" macht all das wieder präsent und lässt Vergangenheit, Gegenwart und eine mögliche Zukunft verschmelzen. Im Zentrum: die vergehende Zeit – und wie sie Erinnerung und Wahrnehmung formt.

"Time Is Thirsty" - bis 26. Januar in der Kunsthalle Wien.


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