B5 aktuell - Programm


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Ausstellungstipps "Kunst trifft Technik" und mehr

Hendrik Heinze stellt Ihnen drei aktuelle Ausstellungen vor, darunter "Kunst trifft Technik" im Porzellanikon in Selb. Die Ausstellungstipps - montags um 13.25 Uhr und um 19.25 Uhr als Wiederholung auf B5 aktuell.

Von: Hendrik Heinze

Stand: 14.09.2020 12:47 Uhr

Illustration: Ausstellungstipps | Bild: colourbox.com; Montage: BR

"Kunst trifft Technik". Keramik aus dem 3D-Drucker in Selb

"3D-Druck ist Hightech, es ist innovativ, es ist auch revolutionär. Und das ist unser Schritt in die Zukunft."

Anna Dziwetzki, Direktorin Porzellanikon in Selb

Keramik aus dem 3D-Drucker - das ist wirklich superinteressant, auch wenn man sich sonst nicht unbedingt in ein Keramikmuseum verirrt hätte. Im Porzellanikon in Selb zeigen die neue Direktorin Anna Dziwetzki und ihr Kurator jetzt gedruckte Vasen, Ringe, Lampen. Zwei Tassen sind dort zu sehen, eine aus dem Drucker und eine aus Porzellan. Aber welche ist welche? Wichtigster Mitarbeiter der Ausstellung ist natürlich ein 3D-Drucker selbst. Auch wenn der sich immer wieder neu auf die graue Masse einstellen muss, aus der er dann was zaubern soll:

"Ist im Grunde so’n bissl wie zu weicher Pizzateig, bappig, Da tasten wir uns immer ran. Das ist tatsächlich die größte Kunst, die richtige Konsistenz zu treffen. Denn wenn’s zu feucht ist, dann druckt’s zwar wunderschön, aber ihr Objekt fällt dann leicht unter dem eigenen Gewicht zusammen."

Christoph Uhlig, Technikvermittler am Porzellanikon in Selb.

Noch besser als ein Besuch ist womöglich die Teilnahme an einem Workshop. Für gut 30 Euro darf da jeder und jede ihr eigenes Objekt designen und sich vom Drucker herstellen lassen.


"Kunst trifft Technik". Keramik aus dem 3D-Drucker - bis 24. Januar 2021 im Porzellanikon in Selb.

"August Sander. Sardinien 1927" in der Pinakothek der Moderne in München

Nach so viel Zukunft gehts jetzt nostalgischer zu, gemütlicher: In der Pinakothek der Moderne in München zeigt Kuratorin Simone Förster eine Reihe von Aufnahmen, die der Fotograf August Sander 1927 auf einer Reise nach Sardinien gemacht hat:

"1927 war Sardinien noch ein geradezu unentdecktes Eiland. Es war also noch ein Abenteuer, dort zu reisen. Und Sander versucht, seine subjektiven Reiseeindrücke in Fotografien zu fassen."

Simone Förster, Kuratorin Pinakothek der Moderne

Zwei Bauernjungen auf einem Esel. Eine festliche Prozession am Palmsonntag. Sander, der uns heute als einer der bedeutendsten Fotografen seiner Zeit gilt, fotografierte auf seiner Sardinienreise, was er sah. Und schenkt uns Heutigen damit einen entspannten Bummel durch Bilder von künstlerischem und ethnografischem Wert.

Bis 8. November 2020 in der Pinakothek der Moderne.

"Kann Regen schön sein?" im LETTL-Museum für surreale Kunst in Augsburg

Die 1920er und 1930er-Jahre - da hatte auch der Surrealismus seine große Zeit. 1927, als Sander sich auf Sardinien rumtrieb, hatte Magritte seine erste eigene Ausstellung. Dali malte sein erstes surrealistisches Bild. Der Augsburger Wolfgang Lettl war damals gerade acht und sich noch nicht im Klaren, dass auch er mal Surrealist werden würde, 20 Jahre später zwar, aber dennoch. Lettl lebt inzwischen nicht mehr, seine Werke aber haben in Augsburg kürzlich ein neues Zuhause bekommen, das von einem Förderverein getragene LETTL-Museum.

"Wir haben 110 Mitglieder, die sind alle unglaubliche Fans von Wolfgang Lettl. Und die haben gesagt, dieser Schatz darf eigentlich nicht irgendwo in einem Lager verstauben, der muss gezeigt werden. Und da arbeiten wir seit 30 Jahren dran."

Florian Lettl, Sohn

Florian Lettl hat auch die aktuelle Schau mit Bildern seines Vaters konzipiert. Titel: "Kann Regen schön sein?" Eine Frage, über die es sich kurz vor Herbstanfang mal nachzudenken lohnt.

Die dazugehörigen Regenbilder von Wolfgang Lettl sind bis 15. November in Augsburg im LETTL-Museum zu sehen.


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