B5 aktuell - Programm


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Ausstellungstipps "Königsschlösser und Fabriken. Ludwig II. und die Architektur" und mehr

Julie Metzdorf stellt Ihnen drei Ausstellungen vor, darunter "Königsschlösser und Fabriken. Ludwig II. und die Architektur" in München. Die Ausstellungstipps - montags um 13.25 Uhr und um 20.25 Uhr als Wiederholung auf B5 aktuell.

Von: Julie Metzdorf

Stand: 03.12.2018

Illustration: Ausstellungstipps | Bild: colourbox.com; Montage: BR

"Königsschlösser und Fabriken. Ludwig II. und die Architektur" in der Pinakothek der Moderne in München

Königsschlösser und Fabriken: Das scheint das größtmögliche Gegensatzpaar der Architektur zu sein. Tatsächlich kümmerte sich der baubegeisterte Ludwig II. um beides. Denn neben dem Bau des weltberühmten Königsschlosses Neuschwanstein oder des Festpielhauses in Bayreuth fielen in Ludwigs Amtszeit zum Beispiel auch der Bau der Fabriken im Augsburger Textilviertel oder großer Brauereigebäude in München.

Rund 500 Gebäuden spürt die Münchner Ausstellung nach, vor allem in Fotos und Architekturzeichnungen, viele davon realisiert, andere nicht. Am Ende ist klar: Ludwig II. war nicht nur ein Märchenkönig. Er verpasste dem bayerischen Königreich auch einen gehörigen Schub in die Moderne, weg von bäuerlichen Strukturen, hin zu industriellen Zentren.

"Königsschlösser und Fabriken. Ludwig II. und die Architektur" - bis 13. Januar in der Pinakothek der Moderne in München.

"KP Brehmer – Kunst ≠ Propaganda" im Neuen Museum Nürnberg

KP Brehmer – natürlich denkt man bei diesem Namenskürzel sofort an die Initialen der Kommunistischen Partei. Deren Mitglied war Klaus Peter Brehmer zwar nie, doch als "kapitalistischer Realist" beschäftigte sich der 1997 verstorbene Künstler vor allem mit soziopolitischen Themen und hinterfragte die Macht medialer Bilder.

Die große Retrospektive im Neuen Museum Nürnberg etwa empfängt die Besucher mit einer riesigen Deutschlandflagge. Doch die Farben Schwarz – Rot – Gold sind nach den ungleichen Vermögensverhältnissen der Bundesrepublik geordnet: Viel Gold als Farbe des Großkapitals ist da zu sehen, während der schwarze Mittelstand und die übrigen roten Haushalte kaum erkennbar sind. Die Arbeit stammt von 1972 und ist heute noch aktuell, sagt Museumsdirektorin Eva Kraus.

Mehr als 200 Malereien, Collagen, Grafiken, Drucke, Installationen, Filme und Textilarbeiten zeigt die Retrospektive. Und nicht eine ist dabei, die nicht dezidiert politisch wäre.

"KP Brehmer – Kunst ungleich Propaganda" - bis 17. Februar im Neuen Museum Nürnberg.

Keramiken aus der Werkstatt "Lehm und Lehm lassen" im Europäischen Museum für Modernes Glas in Rödental bei Coburg

Und zum Schluss noch ein echter Geheimtipp. Das Europäische Museum für Modernes Glas in Rödental bei Coburg lockt mit einer der umfassendsten Sammlungen von Glasobjekten und -installationen in Deutschland. Weniger bekannt ist, dass das Museum auch eine der besten Keramik-Sammlungen im süddeutschen Raum beherbergt. Die aktuelle Sonderausstellung zeigt einen ganz besonderen Anwendungsbereich von Keramik: Marionettenfiguren, mit Köpfen, Körpern, Armen und Beinen aus frei geformtem Ton. Entstanden sind die Figuren im Umfeld von Erwin Eisch und seiner Frau Gretel, die 1977 in Frauenau die Keramikwerkstatt "Lehm & Lehm lassen" gründeten. Die ausgestellten Figuren zeigen exemplarisch, welch hohe Qualität erreicht werden kann, wenn man "Lehm und Lehm lassen" programmatisch versteht.

Keramiken aus der Werkstatt "Lehm und Lehm lassen" - bis 10. März im Europäischen Museum für Modernes Glas in Rödental bei Coburg.


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