B5 aktuell - Programm


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Ausstellungstipps "Karavane. Verschollene Collagen von Hannah Höch" und mehr

Julie Metzdorf stellt Ihnen drei Ausstellungen vor, darunter "Karavane. Verschollene Collagen von Hannah Höch" in Memmingen. Die Ausstellungstipps - montags um 13.25 Uhr und um 19.25 Uhr als Wiederholung auf B5 aktuell.

Von: Julie Metzdorf

Stand: 10.02.2020

Illustration: Ausstellungstipps | Bild: colourbox.com; Montage: BR

"DAM Preis 2020" im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main

Eine strahlend weiße Halle mit schlanken Pfeilern, dazu eine breite Freitreppe sowie eine Terrasse mit Café und Restaurant – so sieht es aus, das neue Entrée der Berliner Museumsinsel. Elegant und luxuriös nennen das die einen, monoton und steif die anderen. Jetzt gab es für den umstrittenen Bau einen wichtigen Preis: vor wenigen Tagen durfte der britische Star-Architekt David Chipperfield den DAM-Preis des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt entgegennehmen.

Das Deutsche Architekturmuseum präsentiert derzeit nicht nur den Gewinner des DAM-Preises, sondern auch die anderen Finalisten: Zwei Dutzend weitere Bauten, die im letzten Jahr in Deutschland entstanden sind. Das Beste vom Besten in der aktuellen deutschen Architekturlandschaft.

"DAM Preis 2020" - bis 10. Mai im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main.

"Karavane. Verschollene Collagen von Hannah Höch" in der MEWO Kunsthalle Memmingen

Mit Collagen, Grafiken und vor allem Fotomontagen ist die Berliner Dada-Künstlerin Hannah Höch berühmt geworden. Unter den Nationalsozialisten galt sie als entartet. Als sie 1978 starb, fand man in ihrem Nachlass mehrere Schwarz-Weiß-Aufnahmen einiger ihrer Collagen – die Kunstwerke selbst sind verschollen. Für die MEWO Kunsthalle in Memmingen haben nun andere Künstler diese Collagen in ihrem eigenen Stil interpretiert und neu geschaffen, darunter Ulrike Ottinger, Laure Prevoust, Barbara Breitenfellner, Martin G. Schmid und Initiator Jaro Straub. Es sind Collagen über das Nicht-mehr-Auffinden, das Spuren-Hinterlassen und das Versinken in der Zeit.

"Karavane. Verschollene Collagen von Hannah Höch" - bis 1. März in der MEWO Kunsthalle Memmingen.

"Stockschwamm. Die Keramikklasse der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle" in der Galerie Handwerk in München

Die renommierte Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle gilt als eine der experimentellsten Ausbildungsstätten für Keramik. Eine Ausstellung in München zeigt nun, wie sich die Studierenden dem Material nähern: Nele Vogt hat einfach mal beherzt in so einen Batzen frischen Ton hineingegriffen. Man sieht noch die Spuren der Finger, die Wölbung des Handballens, den Abdruck eines Daumens. Karlotta Reisch hat alles ausprobiert, was man mit Ton machen kann: Drehen, Walzen, Schneiden, Kneten, Rollen, Ziehen, Zupfen, Reißen, Gießen. Von Hermann Grüneberg ist in der Ausstellung eine Engelfigur zu sehen: 80 Zentimeter hoch, expressiv bemalt, mit schwarzen Federn und auf tönernen Rädern stehend. Grüneberg schätzt am Material Keramik das prozesshafte Arbeiten mit all seinen Möglichkeiten des Collagierens und Montierens. Am Ende geht die Skulptur in den Ofen und es wirken Kräfte, die man nicht mehr kontrollieren kann. Keramik als Experiment mit offenem Ausgang – freier kann Kunst gar nicht sein.

"Stockschwamm. Die Keramikklasse der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle" - bis
22. Februar in der Galerie Handwerk in München.


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