B5 aktuell - Programm


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Ausstellungstipps "Erich Heckel – der poetische Expressionist" und mehr

Julie Metzdorf stellt Ihnen drei Ausstellungen vor, darunter "Erich Heckel – der poetische Expressionist" in Kochel. Die Ausstellungstipps - montags um 13.25 Uhr und um 19.25 Uhr als Wiederholung auf B5 aktuell.

Von: Julie Metzdorf

Stand: 13.05.2019

Illustration: Ausstellungstipps | Bild: colourbox.com; Montage: BR

"Erich Heckel – der poetische Expressionist" im Franz-Marc-Museum in Kochel

Das Streben nach Ausdruck, nach Überwindung der rein abbildenden Darstellung war allen Avantgarde-Künstlern der Moderne gemein. Die Wege zu diesem Ziel aber waren sehr unterschiedlich, Wassily Kandinsky ging in die Abstraktion, Franz Marc machte Tiere zum Träger des Ausdrucks. Erich Heckel aber ging mit Formen und Farben menschlicher Körper und Gesichter bis ans Äußerste des Darstellbaren. Zu sehen ist das derzeit in einer großen Ausstellung im Franz Marc-Museum in Kochel, das rund 80 Werke des Expressionisten besitzt: Landschaften, Café-Szenen und vor allem Akte.

"Die Gesichtszüge werden nur angedeutet, die Augen durch zwei kleine Striche, der Mund durch einen Strich, Arme und die Beine sind eigentlich mehr dazu da, die Haltung der Figur zu charakterisieren, als dass Heckel sehr darauf achten würde, die Finger im Einzelnen zu zeichnen oder die genauen Proportionen einzuhalten. Es ist ein Stil, der auf Ausdruck ausgerichtet ist."

Zitat Museumsdirektorin Cathrin Klingsöhr-Leroy

Franz Marc nannte Heckels Kunst "versteckt, mit einem frommen tiefen Sinn". Er erkannte die Tiefe hinter der Fassade aus kraftvollen, ausdrucksstarken Formen.

"Erich Heckel – der poetische Expressionist" - bis 19. Mai im Franz-Marc-Museum in Kochel.

"Utrecht, Caravaggio und Europa" in der Alten Pinakothek in München

Bleich ist sein Körper, fast schneeweiß, wie von einem Scheinwerferlicht angestrahlt. Vorsichtig legen die Jünger den Leichnam Christi ins Grab hinab, seine Haut, die Wundmale, die schmutzigen Fußsohlen: alles ist hyperrealistisch gemalt und zeigt den Sohn Gottes ganz als Mensch. Caravaggios Grablegung Christi ist das Hauptwerk der aktuellen Caravaggisten-Ausstellung in der Alten Pinakothek München. Es ist eine Leihgabe des Vatikan, denn München besitzt selbst kein einziges Werk des italienischen Malers.

Nur noch bis 19. Mai ist das Gemälde in München zu sehen. Der Rest der Ausstellung aber geht noch weiter: Insgesamt 17 Künstler aus dem Umfeld Caravaggios sind zu sehen, Niederländer, Franzosen, Italiener und Spanier, die sich alle von dem neuartigen Realismus, der Dramatik und dem mysteriösen Licht des Meisters anstecken ließen und daher als "Caravaggisten" bezeichnet werden.

"Utrecht, Caravaggio und Europa" - bis 21. Juli in der Alten Pinakothek in München.

"Oskar Schlemmer – Das Bauhaus und der Weg in die Moderne" - im Herzoglichen Museum auf Schloss Friedenstein in Gotha

Sein Name ging im Bauhaus-Jubiläumsjahr bisher etwas unter, dabei war Oskar Schlemmer einer der wichtigsten Lehrer der Schule und überhaupt einer der bedeutendsten Künstler der Moderne. Das herzogliche Museum Gotha auf Schloss Friedenstein widmet dem Maler, Bildhauer und Bühnenbildner nun eine umfangreiche Einzelausstellung. Der Schwerpunkt liegt auf den 20er und 30er Jahren, also auf seiner Zeit am Bauhaus in Weimar und Dessau, wo er vor allem für Tanz, Bühnenbild und Wandgestaltung verantwortlich war.

"Oskar Schlemmer – Das Bauhaus und der Weg in die Moderne" - bis 28. Juli im Herzoglichen Museum auf Schloss Friedenstein im thüringischen Gotha.


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