B5 aktuell - Programm


0

Ausstellungstipps Martin Wöhrl: "Elephant in the Room" und mehr

Julie Metzdorf stellt Ihnen drei Ausstellungen vor, darunter "Martin Wöhrl: "Elephant in the Room" in Ingolstadt. Die Ausstellungstipps - montags um 13.25 Uhr und um 19.25 Uhr als Wiederholung auf B5 aktuell.

Von: Julie Metzdorf

Stand: 22.06.2020

Illustration: Ausstellungstipps | Bild: colourbox.com; Montage: BR

Martin Wöhrl: "Elephant in the Room" in Ingolstadt

Ein fensterloser Raum mit Betonsäulen und Neonlicht: Genau der richtige Ausstellungsort für einen Künstler, der den Brutalismus liebt: Der Kunstverein Ingolstadt hat den Münchner Martin Wöhrl in seinen Ausstellungsraum der Werkbühne des Stadttheaters eingeladen. Wöhrl zeigt dort eine ganze Reihe von Betonsäulen: manche erinnern an ein Drehkreuz, andere an einen Elefantenrüssel. Wöhrls Spezialität ist es, die bildhauerischen Qualitäten von Alltagsobjekten zu erkennen: einen Gully etwa, die geschnitzte Säule einer Skihütte oder die eigene Terrassentür. Abgeformt und umgestaltet werden die Dinge zu eigenständigen Skulpturen, verlieren aber nie ganz das Vertraute, auch,weil Martin Wöhrl gern mit Materialien arbeitet, die jeder kennt: mit Beton, Resopal, alten Metallschildern oder Holztüren.

Martin Wöhrl: "Elephant in the Room" - bis 5. Juli in der Galerie am Theater Ingolstadt.

"Amish Quilts meet Modern Art" in Augsburg

Dass Tagesdecken in Ausstellungen gewürdigt werden, geschieht höchst selten. Die Quilts der Amish People, also jener technikfeindlichen religiösen Gemeinschaft, die einst aus der Schweiz und Süddeutschland nach Amerika auswanderte und dort noch heute ohne Strom und Autos lebt, diese Quilts sind etwas Besonderes: Mit ihren geometrischen Mustern und überraschenden Farbkombinationen wirken sie unerwartet modern, erinnern etwa an konkrete Kunst oder an der Bauhaus-Zeit. Das Textilmuseum in Augsburg zeigt eine große Auswahl von Quilts der Amish aus den 1880er bis 1950er Jahren.

In Augsburg wurden diese Qulits nun mit zeitgenössischer Kunst konfrontiert, darunter Arbeiten von Dorothée Aschoff, Julius von Bismarck, Manfred Mayerle, Beate Passow, Rose Stach oder Felix Weinold.

"Amish Quilts meet Modern Art" - bis 25. Oktober im Textilmuseum Augsburg.

"Free Radicals!" in München

"Welcome" – leuchtet es dem Besucher aus dem hinteren Teil der Ausstellung entgegen, doch die Arbeit von Banksy hat es in sich: die Buchstaben sind aus den Resten von Rettungswesten geformt – aufgenäht auf eine Fußabtretermatte.

Die anderen Arbeiten der aktuellen Gruppenausstellung des Vereins Positiv Propaganda sind ähnlich drastisch: da werden Kreditkarten durch Panzer gezogen, ein Pärchen, dessen Köpfe nur noch aus Platinen, Steckern, Bildschirmen, Antennen, Sensoren und Kabeln bestehen,versuchen sich zu küssen,und Frauenhände sind mit einem Ring geschmückt, auf dem kein Diamant, sondern der Kopf eines schwarzen Kindes prangt.

Die Gruppenausstellung vereint Werke der wichtigsten Akteure der Street Art Bewegung, darunter BANKSY, BLU, ESCIF und Shepard Fairey – alles Künstler, von denen es in München auch große Wandbilder gibt.

"Free Radicals!" - bis 1. August in einem temporären Ausstellungsraum im Münchner Rathaus in der Dienerstraße.


0