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Album-Tipp der Woche "Hyperspace" und "Dissolution"

Man merkt es auch an den Musik-Neuerscheinungen, dass sich Weihnachten nähert. Die Großen, auch wenn sie tot sind, werden noch einmal bemüht, so wie Leonard Cohen, Coldplay veröffentlichen ein neues Album, andere warten mit Best-Of-Alben auf. Unsere Autorin Sabine Gietzelt widmet sich in unserem Album-Tipp, aber auch dem neuen Album von Beck, der mit "Hyperspace" ein neues Studioalbum veröffentlicht. 

Von: Sabine Gietzelt

Stand: 26.11.2019

Illustration: CD mit Wochentagen | Bild: colourbox.com; Montage: BR

Das neue Album beginnt mit elektronischer Wirrnis. Verzerrter Pop, durchgedrehter Blues, auch verfremdeter Folk mit Mundharmonika darf sein. Vor allem aber fällt die ewige Wiederkehr von Autotune und Co auf. Der Einfluss von Pharrell Williams, der zunächst nur an einem Stück mitarbeiten sollte, ist mehr als deutlich. Seit Ende der Neunziger Jahre wollte Beck mit Pharrell arbeiten, jetzt ist sein Wunsch wahr geworden. Und so taucht Pharrell Williams gleich auf sieben von 11 Stücken auf dem Album "Hyperspace" als Co-Autor auf.

Neben Pharrell Williams hat Beck weitere Gastsänger geladen, so wie es gerade alle machen. Bei Beck sind es die Sängerin Sky Ferreira und Chris Martin von Coldplay. Coldplay veröffentlichen ebenfalls gerade ein neues Album. Zufall? Plan? 

"Hyperspace" ist eine Platte, in der es um Fluchten aus dem Alltag geht. Es geht um Freunde, die den Drogentod gestorben sind, um Halluzinationen und um wilden Aktivismus, um Technologie, und vielleicht ist die übertriebene Anwendung von elektronischen Effekten auf diesem Album programmatisch, leider tut es der Platte nicht wirklich gut. Doch mitunter erkennt man Beck auf diesem durchproduzierten Beck/Williams-Album noch. Ein Track, der auch aus den Neunziger Jahren stammen könnte, der großen Beck-Zeit also. 

Dennoch betont der Künstler, "Hyperspace" sei zwar ein introspektives, aber modernes Album, und man kann nachvollziehen, was er damit meint. Trotzdem möchte man sich fragen: wo sind die so geschätzten Ideen von Beck geblieben? Er habe noch jede Menge Schräges auf Lager, sagt er, damit würde er seine Fans aber nur verschrecken. 

Ein sehr eigensinniger Musiker ist der Finne Jaakko Eino Kalevi, der in Berlin lebt. Interviews gibt er selten. Kalevi lässt lieber die Musik sprechen. Er arbeitete mit David Byrne zusammen und hat ein großes Herz für Tanzbarkeit. Auf seinem neuen Album bringt er Pop und Psychedelic zusammen. 

Seit 2007 hat er zehn Alben veröffentlicht. Wenn man seine frühen Veröffentlichungen mitzählt, kommt man auf 30 Platten, Kassetten etc. Dabei ist Jaakko Eino Kalevi erst Mitte 30. Er spielt Gitarre und Schlagzeug, liebt alte Synthesizer, singt: englisch und finnisch, und seine Musik erinnert immer ein bisschen an die Achtziger Jahre.  

"Dissolution" von Jaakko Eino Kalevi erscheint auf Weird World, Beck´s neues Album "Hyperspace" auf Capitol.


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