B5 aktuell - Das interkulturelle Magazin


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Theater, Film und Musik Grenzenlose Vielfalt

Brechtfestival mit "Schwejk" in Augsburg // "Looking at the Stars" in den Programmkinos // "Land Ahead" von Ilkka Arola bei Galileo Music //

Von: Ulrich Möller-Arnsberg

Stand: 14.02.2020

"Schwejk"

"Schwejk", frei nach dem Roman "der brave Soldat Schwejk" des tschechischen Schriftstellers Jaroslav Hasek ist ein satirisches Schelmenstück aus dem Jahr 1923, in dem es um den einfachen Soldaten Schwejk geht. Der macht sich lustig über die zerfallene K&K-Monarchie nach dem Motto "Keine Panik, es ist Krieg". Bertold Brecht hat den Stoff 1943 mit dem Hintergrund des zweiten Weltkriegs umgebarbeitet. Und jetzt feiert eine neue Version des Schwejk beim Brechtfestival Augsburg ihre Uraufführung in der Regie des früheren Stuttgarter Schauspielintendanten Armin Petras.   

Die Schwejk-Uraufführung geht der Frage nach: Wie sähe dieser brave Soldat heute aus? Welche Eigenschaften hätte er. In dem Textarrangement der 1979 geborenen Autorin Petra Hulova verknüpfen sich deutsche mit tschechischen Passagen, zu denen es über der Bühne deutsche Untertitel gibt. Nach den Aufführungen in Augsburg feiert das Schwejk-Stück später in Prag Premiere.

"Schwejk" feiert am 21. Februar 2020 in Augsburg in der Halle B13 des Martini-Parks Premiere. Beginn ist 19.30 Uhr. Das Brecht-Festival Augsburg dauert noch bis 23. Februar 2020.

"Looking at the Stars"

In deiner Filmszene des brasilianischen Films „Looking at the Stars“ erzählt eine blinde Frau, dass eine Ballerina hübsch sei und elegant. Das Besondere der Aussage in diesem Film: Die Frau, die das agt, ist blind und selber auf dem Weg zu einer Ballerina. "Looking at the stars" erzählt von der 1995 von Fernanda Bianchini gegründeten Ballettschule für Blinde und sehbehinderte Menschen in Sao Paulo. Menschen mit Behinderung, sagt Bianchini, werden von der Gesellschaft als nicht perfekt angesehen. Sie könnten aber eine perfekte Ballerina sein.

Die Filmdoku von Alexandre Peralta nach dem Drehbuch von Melissa Rebelo Kerezsi zeigt wie Menschen, die nicht sehen können, dennoch auf Spitzen tanzen können. Es ist faszinierend zu sehen, wie für sie der Traum von der freien Bewegung im Raum wahr wird.

"Looking at the stars" ist in den deutschen Programmkinos angelaufen.

Ilkka Arola

Der Trompeter Ilkka Arola galt als Entdeckung der Weltmusikmesse letzten Herbst im finnischen Tampere. Der 31-Jährige hat einschlägige musikalische Reisen nach Nordafrika unternommen und sich einschlägig mit der dortigen Musik beschäftigt. "Land Ahead" ist der Titel von Arolas aktuellen CD, die er mit seinem Sextett aufgenommen hat. "Tagine-Sound" nennt Arola den Klang seiner Band, frei nach dem Schmorgefäß aus Ton, in dem man in Nordafrika Gerichte aus verschiedenen Gemüsen, Reis und Couscous zubereitet. Weltmusik mit afrikanischen Rhythmen aus finnischer Sicht.

"Land Ahead" erscheint am 21. Februar 2020 beim Label Galileo Music. 


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