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Fasten-Tagebuch Mit Suli durch den Ramadan

Ramadan - das heißt für gläubige Muslime: In den Sommermonaten vier Wochen lang bis zum Sonnenuntergang nichts essen und trinken. Der Bayerische Rundfunk begleitet in diesem Jahr die uigurisch-stämmige Suli Kurban durch die entbehrungsreiche Zeit. Die 25-Jährige, die bisher noch nie gefastet hat, wird in einem Online-Video-Tagebuch täglich ihre Erlebnisse mit einer Kamera festhalten.

Stand: 29.06.2014

Zulaybat (Suli) Kurban | Bild: Anna Frances Ewert

Es ist ein Sprung ins kalte Wasser - noch nie hat Zulayat Kurban, genannt Suli, das Fasten länger als einen Tag durchgehalten. Aber die 25-Jährige ist fest entschlossen. Suli ist Uigurin, also Teil einer muslimischen Minderheit, die im Nordwesten Chinas lebt. Seit 15 Jahren lebt sie in München. "Ich bin zwar muslimisch aufgewachsen, aber viele Sachen kenne ich gar nicht", sagt die Filmstudentin. "Ich bin schon gläubig, würde aber sagen: Ich bin keine praktizierende Muslima."

"In Deutschland gibt es keinen Ramadan-Trommler, der die Gläubigen ans Essen erinnert. Da muss ich mir eine App holen, die mir sagt, wann ich essen soll und mir wenigstens ein bisschen vorgibt, wie mein Tag strukturiert ist. Ansonsten bin ich total verloren, weil ich niemanden habe, der mir sagt, was ich tun soll."

Suli Kurban

Sulis Reise: Sich gemeinsam dem Glauben nähern

Lebenslinien Extra

Zulaybat (Suli) Kurban

Vom 28. Juni bis zum 28. Juli 2014 stellt Suli jeden Tag in einer neuen Folge ihres Online-Tagebuchs vor, welchen Herausforderungen sie sich stellen muss, an welche Grenzen sie stößt und welche neuen Seiten sie an sich selbst entdeckt. Wer Suli durch den Ramadan begleiten will, kann das täglich auf der Website der BR-Lebenslinien tun:

Tipps, wie man sich im Ramadan zu verhalten hat, holt sich Suli aus dem Internet. Diverse muslimische Foren geben Antworten auf alle Fragen - von der korrekten Kleidung bis hin zur Benutzung von Fernsehen und Handy. Nicht alle diese Regeln, die oft widersprüchlich sind, will Suli einhalten. Beispielsweise möchte sie auf keinen Fall ein Kopftuch tragen.

In den nächsten vier Wochen wird Suli fasten, regelmäßig beten, und versuchen, sich ihrem Glauben anzunähern - und sie wird sich dabei täglich selbst filmen. Der Ramadan wird sowohl Sulis Alltag, als auch ihre Freizeit ziemlich durcheinanderwirbeln. Deshalb will die 25-Jährige auch gezielt in München auf die Suche nach anderen jungen Muslimen gehen, die ebenfalls fasten und sie in dieser Zeit unterstützen. Ein spannender Versuch, von dem selbst Suli noch nicht weiß, wie er ausgehen wird - von dem sie sich aber viele neue Erfahrungen verspricht: Erfahrungen, die sie per Kamera im Internet mit vielen Menschen teilen will.

"Ich möchte mit dem Video-Tagebuch neue Aspekte des Ramadans zeigen und auch die Leute erreichen, die negative Gedanken über den Ramadan haben - sodass sie vielleicht durch das Video-Tagebuch auch Orte sehen oder Leute kennen lernen, die sie normalerweise nicht kennen lernen würden. Ich wünsche mir, dass einige Leute vier Wochen mit mir diese Reise machen und mir Kraft geben."

Suli Kurban


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