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Münchner Lichterkette e.V. "Pro Ausbildung"

Die Münchner Lichterkette unterstützt mit ihrem Förderprogramm "Pro Ausbildung" junge Flüchtlinge die eine Berufsfachschule besuchen oder eine Lehrstelle bei einem Handwerksbetrieb haben. Um das Projekt nächstes Jahr weiterführen zu können, ist die Münchner Lichterkette auf Spenden angewiesen.

Von: Roswitha Buchner

Stand: 14.12.2018

Physiotherapie | Bild: picture-alliance/dpa

Der 25 jährige Afghane Javid Dust will unbedingt seine Ausbildung als Physiotherapeut erfolgreich beenden. Unterstützt wird er dabei vom Münchner Verein "Lichterkette", mit dem Förderprogramm  "Pro Ausbildung", das sich vor allem an junge Geflüchtete richtet, die eine Lehrstelle in einem Handwerksbetrieb haben oder eine Berufsfachschule besuchen. So wie Javid Dust. Er kam vor drei Jahren nach Deutschland. Aufgewachsen ist er im Iran, wohin seine Eltern aus Afghanistan geflohen waren. Dort studierte er Sportmedizin.

"Obwohl meine Eltern da waren, musste ich im Studium ein Visum haben und nach dem Studium dann Iran verlassen."

Javid Dust

Er sei schließlich allein ins Herkunftsland seiner Eltern, nach Afghanistan geschickt worden. Nach einem Jahr habe er es dort nicht mehr ausgehalten, sagt der 25-Jährige. Die vielen Repressionen und die dauernde Angst zwangen ihn zur Flucht aus dem krisengebeutelten Land. So kam Javid vor drei Jahren nach München.

Unterstützung fander bei der Lichterkette. Mittlerweile besucht Javid die "Berufsfachschule für Physiotherapie" im zweiten Lehrjahr. Das Schulgeld von 160 Euro monatlich hat der Verein übernommen. Alleine hätte der junge Afghane das niemals stemmen können, sagt Harriet Austen, Geschäftsführerin der Lichterkette und Projektleiterin von "Pro Ausbildung".

Die Kosten für den Lebensunterhalt in München sind so hoch, dass jungen Geflüchteten von ihrem Ausbildungsgehalt nicht viel übrig bleibt. Sie müssen deshalb oft Jobs am Abend und am Wochenende annehmen. Das führe häufig zum Abbruch der Lehre, so Harriet Austen. Dem soll das Projekt "Pro Ausbildung" entgegenwirken. Bei den über 80 jungen Männern und Frauen aus Syrien, Irak, Afghanistan oder Somalia, die der Verein seit März 2016 gefördert hat, gebe es kaum Abbrüche, sagt Harriet Austen. Von der Ausbildungsförderung erfahren die jungen Geflüchteten meist über soziale Einrichtungen in der Stadt.

"Wir arbeiten mit Trägern zusammen, wie die SchlaU-Schule oder IN VIA oder dem Stadtjugendamt, und die betreuen sozialpädagogisch unsere Stipendiaten. Da werden Wege aufgezeigt, wo man sonst noch Förderung oder Unterstützung herbekommt."

Harriet Austen

Damit die Lichterkette auch im nächsten Jahr das Förderprogramm "Pro Ausbildung" aufrechterhalten kann, ist der Verein auf Spenden angewiesen. Harriet Austen hofft, dass es weitergeht, denn für viele Geflüchtete bedeutet eine abgeschlossene Ausbildung auch, dass sie auf eigenen Beinen stehen und in Deutschland bleiben können. Das will auch Javid, der derzeit eine Ausbildungsduldung hat. Er will hier bleiben und später weiter studieren.

"Das war einfach voll schön, dass ich mir meine Ausbildung aussuchen konnte. Das Ziel war eigentlich ein Masterstudium zu machen und vor dem Master brauche ich eine Ausbildung."

Javid Dust

Spendenkonto:
Lichterkette e.V. Commerzbank München IBAN DE31 7008 0000 0657 8081 01
BIC DRESDEFF700
Kennwort: BR-Pro Ausbildung


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