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Tipps für Sportler Wenn der Kopf nicht mitmacht – was tun?

Es läuft mal wieder nicht – und schon sind sie da: Selbstzweifel. Im Sport ist vieles Kopfsache. Was tun, wenn plötzlich nichts mehr klappt und der Ärger groß ist? Sportpsychologische Tipps können helfen.

Stand: 23.09.2016

Tennisspieler Philipp Kohlschreiber | Bild: picture-alliance/dpa

Jeder Sportler kennt diese Momente, egal in welcher Sportart. Man weiß eigentlich, dass man es kann und trotzdem klappt die Umsetzung nicht. Das ist dann auch zu einem großen Teil Kopfsache. Sportpsychologische Tipps können auch für Hobbysportler hilfreich sein. Wobei Sportpsychologe Tom Kossak von der Praxis Sportpsychologie München betont: "Ob man die Sportpsychologie braucht, ist von Sportler zu Sportler und von Situation zu Situation unterschiedlich."

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Was machen Sie, wenn es sportlich nicht läuft? Glauben Sie an die Macht der Psyche? Schreiben Sie uns Ihre Meinung in der Kommentarfunktion.

Die folgenden Tipps kann jeder berücksichtigen:

Tipp 1: Im Moment spielen. Nicht vor und nicht zurück denken, sondern ganz im Moment agieren. Dabei geht es darum, jede Situation gleich und neu anzugehen und keine Enttäuschung mitzunehmen. Der US-Sportpsychologe James Loehr hat das beim Tennis als "Punkt für Punkt spielen" bezeichnet.   

Tipp 2: Realistische Ziele formulieren. Nicht in Sieg oder Niederlage denken, sondern in "Zielen". Viele Sportler gewinnen nur selten (bei Leichtathletik, Wintersport und vielen anderen Wettbewerben kann sowieso nur einer gewinnen). "Da ist es wichtig, dass ich auf einer anderen Ebene gewinne, nämlich, dass ich meine eigenen Ziele erreiche", erklärt Sportpsychologe Kossak. "Gutes Spiel zeigen, ruhig bleiben, meine Stärken zum Einsatz bringen."

Tipp 3: Bei Misserfolg Ziele anpassen. Im Falle einer Negativserie kann es helfen, die Ziele vorübergehend nach unten zu korrigieren, indem man z.B. auf kleinere Wettkämpfe geht oder schwächere Gegner sucht, um Selbstvertrauen aufzubauen und wieder in die Routine zu kommen.

Tipp 4: Positive Bilder hervorrufen. In negativen Momenten kann die eigene Vorstellungskraft genutzt werden, um einen Wechsel hervorzurufen. Die Kraft der Gedanken kann Berge versetzen.

"So ein Bild, das man sich vorstellt, können eigene Erfolge sein. Dass man sich noch einmal in die Situation hineinbegibt: Wer war dabei? Wie war das Wetter? Wie hat es sich angefühlt? Möglichst lebendig in die Situation gehen und auch den Stolz spüren, den man in dieser Situation hatte."

Tom Kossak, Sportpsychologe

Tipp 5: Kurzfristig hilft auch Ablenkung. Nicht jedes Problem muss sofort aufgearbeitet oder besprochen werden. Kurzfristig kann es helfen einfach eine Pause einzulegen und sich abzulenken. Vielleicht läuft es dann schon wieder. Wenn das nicht hilft, ist allerdings eine Aufarbeitung nötig. Woran hat es gelegen? Wie habe ich mich in den Situationen gefühlt? Was stimmt nicht? Diese Fragen zu beantworten, ist immer hilfreich.

Beitrag: Julian Ignatowitsch


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