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Olympische Sportarten Rudern: Ganzkörper- und Teamsport

Rund 50 Vereine und 10.000 Mitglieder zählt der Bayerischer Ruderverband, die Zahl der aktiven Ruderer dürfte indes noch deutlich höher liegen. Einer der größten und traditionsreichsten Rudervereine in Bayern ist die Rudergesellschaft München 1972 (RGM 72).

Stand: 30.06.2016

Die 72 im Namen steht für das Austragungsjahr der letzten deutschen Sommerspiele. Die damalige Olympiaregatta-Strecke in Oberschleißheim nördlich von München ist denn auch die größte (künstliche) Anlage in Bayern. RGM-Vorstand und Trainer Thomas Schröpfer rudert seit 37 Jahren und kümmert sich besonders um die Breitensportler.

"Ganz wichtig ist der Rhythmus, viele Ruderer fahren viel zu hektisch. Es gibt eine Grundregel: Der Durchzug muss schnell sein und das Nach-vorne-Rollen, die Freilaufphase, muss langsam sein. Grob kann man sagen: eine Sekunde Durchzug und zwei Sekunden Vorrollen. Dann ist wichtig, dass man die Blätter nicht zu tief ins Wasser eintaucht, weil sonst der Widerstand zu groß wird. Die Blätter müssen knapp unter der Oberfläche schwimmen, senkrecht ins Wasser getaucht und flach vorgeholt werden."

(Ruder-Trainer Thomas Schröpfer)

Kostenbeispiel

Der Jahresbeitrag bei der RGM 72 liegt bei 330 Euro (Erwachsene) bzw. 125 Euro (Kinder/Jugendliche). Dafür gibt es 2x pro Woche Training und die Möglichkeit zu freien Fahrten

Rudern ist ein idealer Ganzkörpersport bis ins hohe Alter. Fast jeder Muskel wird im Boot beansprucht: Beine, Arme, Po, Bauch, Rücken. Im Vierer oder Achter ist Rudern dazu ein echter Teamsport. Mann und Frau, Jung und Alt: Sie sitzen beim Freizeittraining der RGM buchstäblich alle im selben Boot und packen zusammen an, wenn das 180 Kilo schwere und 17,5 Meter lange Gefährt zu Wasser gelassen wird.

Weitere bayerische Ruder-Zentren neben der Landeshauptstadt sind Würzburg, Nürnberg, Aschaffenburg und Passau. Von dort stammt auch der einzige bayerische Ruderer bei Olympia in Rio: Felix Wimberger im Vierer ohne Steuermannm vom Passauer Ruderverein von 1874. Deutschlandweit liegen die wichtigsten Stützpunkte in Hamburg, Berlin und Ostdeutschland. Trainer Schröpfer sieht außer des berühmt-berüchtigten Deutschland-Achters und -Vierers bei Olympia nur wenig Medaillenchancen für die insgesamt 38 deutschen Teilnehmer. Das Standing von Rudern hat abgenommen, meint er.

"Deutschland verliert im internationalen Vergleich beim Rudern an Stärke."

(Ruder-Trainer Thomas Schröpfer)

Aktuell steht sogar die Zukunft der legendären Olympiaregatta-Strecke auf der Kippe. Eine Petition soll das nötige Signal an die Landeshauptstadt senden, ihre Vorzeigebahn doch wieder zu sanieren.

Beitrag: Julian Ignatowitsch


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