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Alternative Behandlungsmethoden Selbstheilungskräfte aktivieren mit Osteopathie

Sportler wollen nach einer Verletzung am liebsten so schnell wie möglich wieder fit werden. Dazu bieten sich verschiedene Behandlungsmöglichkeiten an. Unter anderem die Osteopathie, eine ganzheitliche alternative Behandlungsmethode. Die Ergebnisse sind wissenschaftlich schwer zu messen, doch viele Patienten können davon profitieren.

Stand: 10.11.2016

Osteopathie-Behandlung bei einer Frau | Bild: picture-alliance/dpa

"Osteopathische Behandlungstechniken stellen eine Erweiterung der manuellen Therapie dar. Osteopathie ergänzt Krankengymnastik, Massage oder Wärmetherapien und wird nicht alleinstehend angewandt", betont Orthopäde Florian Wenk aus Kulmbach. Bevor die Osteopathie angewandt werden kann, muss ein Arzt oder Heilpraktiker den Patienten gründlich untersuchen und eine fundierte Diagnose erstellen, um sogenannte Strukturerkrankungen (entzündliche Erkrankungen, Erkrankungen innerer Organe, Krebs oder Arthrose) als Ursache auszuschließen. "Das muss klassisch behandelt werden, denn hier kann die Osteopathie keine Abhilfe schaffen“, so Wenk. In der Praxis verschreibt ein Schulmediziner meist Krankengymnastik in Kombination mit Osteopathie.

Bei Osteopathie unterscheidet man drei Bestandteile

  • Parietale Osteopathie zielt auf das muskuloskelettale System
  • Viszerale Osteopathie legt den Fokus auf die inneren Organe
  • Kraniosakrale Osteopathie wird bei Funktionsstörungen angewandt. Sie zielt auf eine gestörte Verbindung des sogenannten Achsenorgans Kopf/Wirbelsäule/Becken mit seinen Verbindungsstrukturen und den komplexen anatomischen Gegebenheiten des zentralen Nervensystems

Ein Osteopathie-Therapeut sieht sich den Patienten zunächst genau an – steht er gerade, wie verläuft die Wirbelsäule? – und lenkt dann sein Augenmerk auf die Schwachstelle. Der 38-jährige Hannes etwa hat sich beim Wandern die rechte Schulter ausgekugelt. Auf der Behandlungsliege ausgestreckt, ruht sein Kopf auf den Händen von Osteopatin Ines Stein. Die Physiotherapeutin hat eine fünfjährige Ausbildung zur Osteopatin gemacht.

"Da wir in der Osteopathie ganzheitlich arbeiten, beginnt die Behandlung am Kopf und dann arbeite ich mich langsam zur Schulter vor. Bevor wir zur Kräftigung übergehen, muss ich zuerst den Schmerz lindern. Denn nur ein schmerzfreier Muskel kann seine Funktion erfüllen."

 (Osteopatin Ines Stein)

Passive Behandlungsmethode

Osteopathie soll die Selbstheilungskräfte im Körper aktivieren. Der Therapeut fühlt mit seinen Händen nach Verspannungen. Dazu brauchen Therapeut und Patient Ruhe, es wird nicht gesprochen. Ines‘ Hände und Finger bewegen sich kaum.

"Meine Finger liegen an der Halswirbelsäule und ich versuche, langsam in die Tiefe zu gehen und damit die Muskulatur auf Dehnung zu bringen und sie somit zu entspannen."

(Osteopatin Ines Stein)

Bei der Osteopathie handelt es sich um eine "passive Behandlungsmethode", die Patienten zuhause allein nicht anwenden können. Um dennoch nicht vom Therapeuten abhängig zu sein, gibt es ergänzende Übungen, die die Patienten selbstständig machen können. Hannes übt zum Beispiel mit dem Theraband. Das kräftigt die Muskeln, so kann er seinen Arm nach einiger Zeit immer weiter bewegen. Osteopathie hat in Kombination mit Krankengymnastik und selbstständigen Übungen zuhause erfolgreich seine Beschwerden gelindert.

Wenn die Behandlung nicht anschlägt oder die Beschwerden nach kürzester Zeit wieder auftreten, empfiehlt Wenk, erneut einen Arzt aufzusuchen, damit den Ursachen auf den Grund gegangen werden kann. Manche Krankenkassen bezuschussen unter bestimmten Voraussetzungen osteopathische Behandlungen.


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