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Messi-Land bald abgebrannt? G20-Gastgeber Argentinien auf der Intensivstation

Argentinien liegt am Boden. Die Landeswährung Peso befindet sich im freien Fall, die Inflation könnte in diesem Jahr noch die 50-Prozent-Marke erreichen. Auf den Straßen gibt es Proteste, an den Märkten unruhiges Stühle-Rücken. Der nächste Crash, davon ist man am Rio de la Plata mittlerweile überzeugt, steht schon vor der Tür.

Von: Anne Herrberg

Stand: 15.11.2018

Vor knapp einem war die Welt für Mauricio Macri noch in Ordnung: Unter tosendem Applaus übernahm Argentiniens Präsident damals die G20-Präsidentschaft von Deutschland. Dazu gab es eine Videobotschaft von „Angela“ aus Berlin. Es war die Anerkennung der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer für Macris beherzten Reformkurs. Argentinien war wieder wer auf dem internationalen Parkett, wurde nach Jahren der Abschottung wieder ernst genommen. Investoren trugen Geld ins Land, die Zukunft schien so himmelhellblau wie die Nationalflagge.

Ein Jahr später liegt Argentinien am Boden. Auch Macris Canossa-Gang zum Internationalen Währungsfonds hat nicht geholfen – im Gegenteil: der gewährte Milliardenkredit ließ seine Umfragewerte in den Keller rutschen.


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