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Da wächst noch was Ernten und pflücken im Winter

Statt einkaufen selber pflücken und ernten. Das geht auch jetzt im Winter. In so manchem Garten stehen noch Ackersalat, Lauch und Grünkohl. Selbst an den Sträuchern im Garten hängt die eine oder andere Leckerei.

Von: Usula Klement, Landwirtschaft und Umwelt

Stand: 23.12.2018

Bei der Feldsalat-Ernte | Bild: BR/Lisa Hinder

Sogar im Winter sprießt noch in so einigen Beeten Gemüse. Doch auch wer keinen Garten hat oder ihn bereits ausgeräumt hat, kann jetzt noch ernten. In der freien Natur wachsen zum Beispiel über zwanzig verschiedene Wildrosen-Arten, sie alle bilden Hagebutten.

Hagebutten sind eine Vitamin-C-Bombe

Ein Löffel Hagebutten-Rohmus als Zugabe macht aus Vanilleeis oder Creme Caramell einen Nachtisch der ganz besonderen Art.

Frisch gepflückte Hagebutten veredeln Salate und Vorspeisenplatten jetzt im Winter viel besser als jede Cocktailtomate. Um an das Mark zu gelangen, knipst man erst den Butzen der Hagebutte ab. Dann wird das rohe Mark mit ein bisschen Gefühl wie Zahnpasta aus der Tube herausgedrückt.

Theoretisch eignen sich alle Hagebutten, auch die, die rund sind. Wichtig ist, sie müssen ausgereift sein. Das ist spürbar, wenn sie auf Druck nachgeben. Das Hagebuttenmark ist sogar ein besonders hochwertiger Biostoff, denn es liefert nicht nur enorme Mengen an Vitamin C. Auch das enthaltene Lycopin gilt unter Wissenschaftlern um einiges wirksamer als etwa das Lycopin, wie es in der Tomate vorkommt.

Zubereitung:
Das Muss von zwölf Hagebutten, ein bisschen Wasser und das Ganze mit der Gabel zerschlagen. Das Mus nun durch ein feines Haarsieb passieren, um es von den Kernen und Schalen zu befreien.

Auch Schlehen lassen sich heuer schon super ernten

Geistiges aus Schlehen

Schlehen kann man einfach so essen. Durch die Hitze 2018 schmecken Schlehen heuer selbst ohne die sonst nötigen tiefen Fröste nicht mehr so zusammenziehend. Und falls doch, einfach die Schlehen noch ein paar Tage in die Tiefkühltruhe legen. Schlehen lassen sich zum Beispiel wie Oliven in Salzlake einlegen. Oder dampfentsaften und zu Gelee verarbeiten. Mit Schlehen lässt sich auch Schnaps ansetzen. Das macht sogar am wenigsten Arbeit. Einfach beim Weihnachtsspaziergang Winterbeeren für den Schnaps suchen. Das macht garantiert viel mehr Spaß, als ziellos durch die Gegend zu stapfen.

So wird der Schnaps angesetzt:
Der Ansetzschnaps sollte knapp 40 Prozent Alkohol haben und neutral schmecken, Korn oder Wodka zum Beispiel. Die Früchte müssen gut bedeckt sein und drei bis sechs Wochen ziehen.

Was sonst noch so wächst jetzt

Vogelmiere, kleine Brennnesseln und zarte Löwenzahnblätter - sie alle findet man oft auch in der Winterzeit im Garten oder in der freien Natur. Frisch gezupft veredeln sie einen Salat. Wer den Spaten mitnimmt, kann auch nach essbaren Schätzen graben. Die Löwenzahnwurzel etwa ist jetzt so voll mit gesunden Biostoffen, das sie getrost als deutscher Ginseng bezeichnet werden kann. Die Löwenzahnwurzel gilt als sehr gutes Leber- und Gallemittel. Belegt ist auch die förderliche Wirkung auf die Nieren, die Bauchspeicheldrüse und auf die Blutbildung.

Zubereitung:
Die ausgegrabene Wurzel mit Bürste und Wasser sauber machen und dann ein paar Tage lang trocknen. Nun in dünne Scheiben schneiden und noch mal trocknen. Die Löwenzahnscheibchen kann man knabbern oder zum Beispiel in den Salat geben. Alternativ kann man die Löwenzahnwurzel auch auskochen und sie dann als Tee aufgießen.

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