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Inselurlaub statt Zentralfriedhof

Von: Malte Borgmann

Stand: 09.01.2015 | Archiv

Name:

James Hersey

Woher kommt denn der?

Premiere bei Startrampe: Ein Musiker aus Wien! Endlich, möchte man rufen – das wurde aber auch Zeit, schließlich haben die Österreicher in Sachen Popmusik seit einigen Jahren wieder einen mehr als beachtlichen Run: Wie am Fließband beschenkt uns die Alpenrepublik mit neuen Acts, die 90% des bundesrepublikanischen Einheitsbreis in Sachen Originalität, Stilbewusstsein und Lässigkeit mal eben ganz entschieden hinter sich lassen. Jetzt also James Hersey – der wartet gerade noch entspannt, dass die linke Spur frei wird, um dann nonchalant das Gaspedal durchzudrücken, bis man nur noch seine Rücklichter sehen kann. Im kommenden Frühjahr könnte das schon so weit sein – da veröffentlicht Hersey sein Debütalbum.

Und was macht der so?

Moment mal: Der klingt ja gar nicht österreichisch! Die Texte durchgehend in Englisch, kein Schmäh, kein Grant, kein Falco-Funk. Auch von der  österreichischen Morbidität keine Spur – sommerlich leicht kommt das alles daher: Maximal entspannter Singer-Songwriter-Pop, mit wohldosiertem elektronischen Einschlag, zarten Melodien, dezentem Groove und smoothem Gesang. Inselurlaub statt Zentralfriedhof. Das mag daran liegen, dass James Hersey Halbamerikaner ist. Vielleicht bedeutet es aber auch nur, dass man endlich mal diese depperten Schubladen aus seinem Hirnkastl entfernen sollte.

Wohin soll's gehen?

Schwer zu sagen, ob James Hersey noch irgendwelche Traumziele auf seiner Liste offen hat. In seinen Lehr- und Wanderjahren als couchsurfender Musikantenvagabund hat er jedenfalls eine beeindruckende Liste an Sehnsuchtsorten bereits abgeklappert: Unter anderem London, New York, Los Angeles und Austin, Texas, finden sich da. Es kann auch schon mal vorkommen, dass der Junge schnell in einen Pariser Club jettet, um sich von seinen DJ-Kumpels Kygo und Dillon Francis live remixen zu lassen... Sei's drum: Auch der deutschsprachige Raum bietet ja noch die eine oder andere unentdeckte Perle. Und wenn Hersey die Gitarre zupft, fühlt sich selbst Paderborn im Winter an wie die Bahamas.

An der Tankstelle wird gekauft...

... ein Sixer RedBull, eine Vignette für die Rückfahrt.

Möglicher Reisesmalltalk...

... die Beatles, die Beatles, die Beatles. Paul oder John? Oder George?
... warum John Mayer hierzulande sträflich unterschätzt wird.
... Ottakringer oder BudLight?

Auf dem Reisemixtape laufen...

... die Beatles, die Beatles, die Beatles. John Mayer. Jack Johnson. Die Labelkollegen Milky Chance. Left Boy.

Im Gepäck...

... ist nur das Nötigste. James Hersey ist ein Musiknomade neuzeitlicher Prägung. Also: Eine Gitarre, ein paar Effektgeräte, ein Macbook, gute Kopfhörer. Fertig.


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Kommentare

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Klaus Konrad, Freitag, 24.April, 09:34 Uhr

1. James Hersey

Tole tolle session mit james Hersey.
Kompliment.
Hat Spaß gemacht.

Wie komme ich an die Produktion, die für die Sendung gemacht wurde mit dem sample der steal drum?
Das klang sensationell.

Vielen Danke.

Ciao, Klaus