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Munich Mash 2015 München kann mehr als Fußball

Actionsport hat's in Deutschland eher schwer. Umso cooler, dass Munich Mash 67.000 Besucher in den Münchner Olympiapark gelockt hat. Zurecht! Denn die zweite Auflage des Actionsport-Events war fett und hat auch der Szene getaugt.

Von: Claudia Gerauer

Stand: 29.06.2015 | Archiv

Munich Mash 2015 Action | Bild: BR

Wenn der Münchner Olympiapark zu einem riesigen Spielplatz wird, dann heißt es wieder Munich Mash! Von 26. bis 28. Juni haben sich die besten Actionsportler im Mountainbike Slopestyle, BMX und Skateboarding bei der zweiten Auflage des Events gebattelt und um die 67.000 Besucher in den Olympiapark gelockt. Die konnten dank optimalen Wetter nicht nur Actionsport vom Feinsten sehen, sondern am Samstagabend auch dem einzigen CASPER-Konzert in Bayern lauschen - und auf dem Mash Fest Stand Up paddeln, Trampolin springen, BMX fahren, Slacklinen oder einfach bei uns am PULS Playground Container entspannt ein Eis essen.

Drei Contests, zwei Setups und ein Local Hero

Los ging's am Freitagabend mit der Disziplin Skateboarding. Da war allerdings noch nicht die Elite dran, sondern 50 Locals. 49 Skateboarder und eine Skateboarderin hatten im Rahmen der Red Bull Hometown Session die Chance, sich für den Hauptcontest zu qualifizieren und eine Wildcard zu ergattern. Geklappt hat das für Mario Ungerer aus München, der dann am Sonntag mit den "Großen" fahren durfte. Auch wenn's für ihn bei den Finals nur der zwölfte Platz geworden ist, hat neben dem Sieger Aurelien Giraud, dem Zweitplatzierten, Denny Pham aus Berlin und Nummer drei, Chris Joslin, den fettesten Applaus von allen Fahrern bekommen. Heimvorteil, eh klar!

Beim BMX Street Rink-Contest waren sogar drei deutscher Rider am Start: Bruno Hoffmann, Daniel Tünte und Nachwuchshoffnung Felix Prangenberg. Das Fahrerfeld war 2015 genauso prominent besetzt wie auch schon 2014 - und das war wohl auch ein Grund dafür, dass es für Bruno, Daniel und Felix nur für die Ränge vier, fünf und neun gereicht hat. Für Bruno Hoffmann war Munich Mash trotzdem super.

"Ich hab' Garrett Reynolds immer vergöttert und jetzt stehe ich einfach mit ihm neben der Rampe - da muss ich schon manchmal eine Art Realitätscheck machen und alles mal relativieren. Und dann denke mir, dass es ziemlich egal ist, wie's ausgeht und ich mich nicht beschweren kann."

(Bruno Hoffmann im PULS Interview)

Gewonnen hat Dennis Enarson aus Kalifornien, der genauso entspannt in den Contest gestartet ist: "Ich wollte einfach nur mit den anderen Jungs abhängen und Spaß mit meinen Freunden haben. Eigentlich hab' ich gar nichts erwartet und dann hab' ich gewonnen. Das ist schon verrückt!"

Stylisch, stylischer, Brett Rheeder

Beim Mountainbike Slopestyle war das Fahrerfeld am hochkarätigsten, da der Contest dieses Mal als Diamond Event der Freeride Mountainbike World Tour (FMB World Tour) gewertet wurde. Entsprechend war auch der Kurs größer, länger und anspruchsvoller - und die Zuschauer konnten den Contest im Gegensatz zur Mash-Premiere kostenlos anschauen. Der Kurs startete vom Rand des Olympiastadions, ging über den Coubertinplatz runter zum Olympiasee und fast von jeder Stelle aus hatten die Zuschauer einen guten Blick auf die einzelen Runs und konnten ganz nah an die Rider ran. Die besten Runs hatte der Kanadier Brett Rheeder rausgehauen und sich damit den Sieg geholt - damit baut er seine Führung in der FMB World Tour weiter aus. Auf Platz zwei und drei haben sich hinter ihm der Belgier Thomas Genon und Nicholi Rogatkin aus den USA eingereiht.

Actionsport - nicht ohne die richtige Musik!

Munich Mash war nicht nur aus sportlicher Sicht einen Besuch wert, auch für Freunde der gepflegten Musikunterhaltung war was mit dabei: Am Samstagabend hat CASPER mit DJ auf dem Red Bull Tour Bus sein einziges Konzert in Bayern in diesem Jahr gespielt. Der Andrang war entsprechend groß und über 6.000 Leute waren mit dabei - das hat auch seinen Support, den Startrampe-Künstler Credibil ziemlich gestoked.

2014, 2015 und dann?

Die Premiere von Munich Mash lief vielleicht noch etwas verhalten an, doch nach der zweiten Auflage waren sich Veranstalter, Besucher und Sportler einig: Das Konzept geht auf! Schon im Frühjahr 2015 hatte der Aufsichtsrat des Olympiaparks beschlossen, dass die Actionsport-Veranstaltung auch die nächsten Jahre stattfinden soll - bis 2019 ist Munich Mash also gesetzt. Wie genau es in den nächsten Jahren weitergeht und in welchen Bereichen die Veranstalter noch einen draufsetzen wollen, halten sie sich noch offen. Auch wenn jeder aus dem Orga-Team schon wieder vor sich hinspinnt: "Allein in unserem kleinen Kernteam gibt es schon gefühlt 47.000 Ideen, aber jetzt gewinnen wir erst mal ein bisschen Abstand und warten ab. Dann entscheiden wir, welche Ideen tatsächlich für's nächste Jahr umsetzbar sind", sagt Veranstalter Frank Seipp. Wir sind schon gespannt!

Wenn die Pros fertig sind, dürfen die Locals ran

Wie im letzten Jahr gab's auch 2015 nach Munich Mash noch ein Goodie für lokalen Skateboarder und BMXer: Der Street Rink Parcours in der Olympia-Eissporthalle war am Montag und Dienstag nach dem Event-Wochenende noch geöffnet und jeder, der sich am selben Setup wie die Pros versuchen wollte, konnte das bei freiem Eintritt machen.


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