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The Aquapower Expedition "Wir haben noch 1000 Kilometer weit unseren Müll gefunden"

Florian Jung ist Windsurfer und inzwischen auch Umweltschützer. Für sein Projekt "The Aquapower Expedition" war er zehn Wochen surfen und forschen im Atlantik. Im Interview erzählt er vom Atlantic Garbage Patch und Mikroplastik.

Von: Ulrich Knapp

Stand: 09.06.2015

Windsurfer Florian Jung surft auf einer Welle im Atlantik | Bild: Florian Jung

Fast 6000 Seemeilen haben sie zurückgelegt und dabei Karibik, Bermudas und Azoren gekreuzt - für die Wissenschaft und für spektakuläre Bilder. "The Aquapower Expedition" ist eine Art Surf-Abenteuer über den atlantischen Ozean, bei dem Wassersportler mit Meeresbiologen zusammenarbeiten und auf die Wasserverschmutzung aufmerksam machen wollen. Wir haben mit dem Windsurfer Florian Jung gesprochen, der von Anfang bis Ende dabei war und gerade in Marseille wieder geankert hat.

PULS Playground: Florian, du warst jetzt zehn Wochen unterwegs und bist gerade zurückgekommen. Was sind deine Eindrücke?

Florian Jung: Auf der einen Seite ist es natürlich ein einzigartiges Abenteuer, so lange auf dem Ozean unterwegs zu sein. Das erlebt man nicht alle Tage. Und ich habe selber von den Wissenschaftlern, die wir dabeihatten, viel übers Meer gelernt. Ich bin zwar jeden Tag im Wasser, aber die Hintergründe kenne ich auch nicht genau. Auf der anderen Seite haben wir das Projekt ins Leben gerufen, um vor allem auch jüngeren Menschen diese Problematik der Meeresverschmutzung näherzubringen. Und da ist es einfach erschreckend zu sehen, dass mitten auf dem Atlantik überall Plastikpartikel zu finden sind. Und wir sind dafür verantwortlich, könnten es aber durch kleine Dinge in unserem Alltag verhindern.

Du warst also mitten auf dem Ozean und bist dort durch einen dreckigen Plastikteppich gesegelt und gesurft. Müssen wir uns das so vorstellen?

Nein, auf den ersten Blick ist alles in Ordnung. Man segelt durch blaues Wasser und hin und wieder sieht man mal eine Plastiktüte. Aber in den Wasser- und Planktonproben, die wir mit so einem speziellen Netz entnommen haben, sind überall millimetergroße Plastikstückchen. Man sieht sie zwar nicht, aber sie sind da und verschmutzen alles. Und sie sind nicht nur im Wasser, sondern auch in den Tieren, die dort leben und sie über das Wasser aufnehmen. Unsere Forscher haben die Plastikteilchen auch in Schildkröten gefunden, die in Fischernetzen verendet sind.

Wo genau ist denn das Gebiet, in dem ihr diese Plastikteilchen entdeckt habt?

Es heißt Atlantic Garbage Patch und liegt grob in der Mitte von Mittelamerika und Afrika, 5000 Kilometer vom Festland entfernt. Da kannst du tagelang Richtung Osten segeln und siehst nur Wasser. Genau da treffen mehrere Störmungen aufeinander, weswegen sich hier auch am meisten Müll sammelt. Und an diesem Atlantic Garbage Patch haben wir dann Wasserproben genommen. Tausende Kilometer weit von der nächsten Zivilisation entfernt haben wir Müll aus unserer Zivilisation gefunden und der reist auch noch Jahrhunderte weiter. Plastik ist ja bis zu vierhundert Jahre im Wasser und verschwindet nicht einfach.

Warum machst du das als Windsurfer?

Ich bin durch meinen Sport auf das Thema gekommen. Außerdem wollen wir mit unseren Surf-Bildern das Thema visuell aufbereiten. Es soll kein emotionsloser Wissenschaftsfilm werden, sondern die aufregenden Bilder vom Windsurfen und Wellenreiten sollen die jungen Leute ansprechen. Auf die Weise wollen wir sie auch für die wissenschaftliche Seite begeistern.

Wie bist du denn auf die Idee mit der "Aquapower Expedition" gekommen?

Ich bin bei einem Surftrip in Bali auf die ganze Müllproblematik aufmerksam geworden. Bei dieser Reise war ich so oft in verschmutzten Gewässern unterwegs, dass ich mich öfter übergeben musste nach den Surfsession. Und da habe ich dann gesagt, dass es so nicht weitergehen kann. Dass ich was unternehmen muss und ich die Leute darauf aufmerksam machen muss. Daraufhin habe ich nach und nach mit anderen Profiwindsurfern und Forschern diese Reise geplant. Man arbeitet sich langsam in die Materie ein, lernt viel darüber, und im Endeffekt sollte jeder mehr über dieses Thema wissen. Mit unserem Projekt versuchen wir, den Leuten die Augen zu öffnen, was passiert, wenn wir nicht verantwortungsvoll mit unserer Natur umgehen, und wie jeder Einzelne etwas für die Natur tun kann.

Deswegen macht ihr jetzt auch einen Dokumentarfilm über das Projekt und die Reise. Wann gibt's die Doku zu sehen?

Wir müssen noch andere Experten interviewen und noch tiefer in die Materie reingehen. Aber wir hoffen, dass der Film Ende Dezemeber erscheint.


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