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Angeberwissen BMX Von der Sandpiste auf die Straße

In den achtziger Jahren waren sie aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken: Jungs mit Kinderfahrrädern - BMX Boys. Während es früher auf dem kleinen Bike vor allem um Geschwindigkeit ging, steht heute der Style im Vordergrund.

Von: Florian Nöhbauer & Katharina Kestler

Stand: 10.06.2015

Munich Mash am 19. Juli | Bild: BR / Hans-Martin Kudlinski

Jungs brettern auf Mini-Bikes den Gehsteig entlang - ein Bild, das die 80er geprägt hat. Entstanden ist das BMX aber schon viel früher. Und zwar eigentlich nur aus der Not heraus. BMX steht nämlich für Bicycle Moto Cross. Ende der 60er sind Motocross-Bikes in den USA unglaublich beliebt. Die meisten Kids haben aber nicht genug Kohle, sich echte Motorräder zu kaufen. Die Lösung: Sie schrauben Motoradlenker auf ihre Fahrräder, ziehen breitere Reifen auf und liefern sich Rennen auf buckligen Sandpisten. Der erste amerikanische Hersteller dieser Bikes heißt Bonanza.

Das Bonanzarad

Alle Räder eines ähnlichen Typs heißen nun Bonanzaräder und kommen bald auch nach Europa. Schnell wird aber klar, dass die Fahrräder den harten Sprüngen und Belastungen nicht standhalten können. Durch stabilere Rahmen und 20-Zoll-Felgen wird aus dem Bonanzarad das BMX.

Massenphänomen BMX

Der große Hype kommt erst in den 80ern mit Filmen wie "BMX-Bandits" oder "E.T.". Als die Athleten dann anfangen, sich die Rennpausen mit Tricks und Stunts auf dem kleinen Rad zu vertreiben, entwickeln sich neue Freestyle-Disziplinen. Inspiriert von ihren Skateboard Buddies sind die BMXer bald auch in Parks und Halfpipes unterwegs. In den 90ern flacht der BMX-Hype etwas ab, seit dem neuen Jahrtausend ist der Sport aber wieder voll da: 2008 wird die älteste BMX Disziplin Race sogar olympisch.

Der Posterboy der Szene

Der bekannteste BMXer aller Zeiten ist Mat Hoffmann. Er hält bis heute den Weltrekord für den höchsten Sprung auf einem Rad: Er hat sich von einem Motorrad auf eine riesige Quarterpipe ziehen lassen und ist über 15 Meter hoch gesprungen. Beim Versuch seinen eigenen Rekord zu brechen, wäre er fast gestorben. Skateboard-Legende Tony Hawk hat einmal erzählt, dass sich Mat sein gebrochenes Handgelenk an den Lenker tapen wollte, um eine Show durchzuhalten. Mat hat sich jedes Körperteil mindestens einmal gebrochen und ein künstliches Kreuzband einsetzen lassen, um weiter zu fahren zu können.

Und Frauen?

Mit dem BMX Geld verdienen und davon leben, können nur ganz wenige. Mädels haben es in dem Männersport besonders schwer. Eine, die trotzdem mit dem kleinen Rad Geld verdient, hat einen besonders putzigen und passenden Namen: die Koreanerin Mini Park.


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