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Info Kano aus dem Londoner East-End ist im UK Rap eine feste Größe, der sogar die Royal Albert Hall ausverkauft. Seine Songs erinnern manchmal an Soundtracks, kein Wunder, dass Kano selbst auch als Schauspieler aktiv ist.


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EU-Referendum in Großbritannien Was wir vom Brexit lernen MÜSSEN

Großbritannien ist nach dem EU-Referendum gespalten, vor allem junge Leute protestieren jetzt auf den Straßen für den Verbleib. Das sollte uns auch hier in Deutschland interessieren, denn auch wir können einiges vom Brexit lernen.

Von: Johannes Berthoud

Stand: 27.06.2016

Was wir vom Brexit lernen müssen | Bild: BR

Die Briten wieder: Erst entscheiden sie sich für den Brexit, dann bereuen sie's und wollen nochmal darüber abstimmen. Einige Bewohner möchten sich nun doch gerne für die EU entscheiden. Was können WIR von der Entscheidung zum Brexit lernen?

1. Geht zur Wahl!

Am Freitag ging diese Grafik im Netz rum:

Voll ungerecht: Die Alten wählen alle für den Brexit, obwohl sie die Auswirkungen gar nicht mitkriegen, weil sie eh bald sterben. Und die Jungen müssen das alles ausbaden, obwohl sie lieber in der EU geblieben wären.

Bevor wir jetzt auf die älteren Wähler eindreschen: In der Grafik fehlt eine Zahl, nämlich die Wahlbeteiligung. Und die war bei den Jungen verheerend niedrig. Nur 36% der 18- bis 24-Jährigen haben gewählt. Bei den über 65-Jährigen waren es 83%...

Und bevor ihr jetzt gleich sagt: "Selber Schuld". In Deutschland läuft es auch nicht besser. Bei der letzten Europawahl lag die Wahlbeteiligung der jungen Deutschen genauso niedrig, wie die der jungen Briten beim Brexit. Also: Weniger schlau daherreden, sondern verdammt noch mal zur Wahl gehen! 

2. Informiert euch!

Die Brexit-Briten haben im Wahlkampf Ängste geschürt und Lügen verbreitet. Eine Lieblingsbotschaft: Jede Woche müsse Großbritannien 350 Millionen Pfund an Brüssel überweisen. Das Geld könnte stattdessen im Gesundheitssystem landen. Nice! Leider stimmt das nicht:

Dass Great Britain auch wieder was zurückkriegt und wirtschaftlich krass von der EU profitiert, hat kein Brexit-Fan gesagt - es war aber auch kein Geheimnis. Genug Seiten im Netz und viele Medien haben darüber berichtet.

Selbst die Brexit-Sieger wirken erstaunt, was für ein Chaos das "Ja" zum Ausstieg ausgelöst hat. Die einzigen, die wirklich feiern, scheinen ausländerfeindliche Idioten zu sein. Eine Britin hat in einem Facebook-Album rassistische Vorfälle gesammelt:

Die Verbindung zum Brexit: In der Kampagne der Brexit-Fans wurde immer wieder behauptet, Millionen Ausländer wollten nach Großbritannien. Nur der Brexit könne das verhindern. Wie genau - das konnte bisher noch niemand erklären. Nur eines ist sicher: Das "Ja" für den EU-Ausstieg hat Rassisten beflügelt.

Wer sich nicht informiert, kann Lügen nicht erkennen und lässt Rechtspopulisten machen. Auch das gilt nicht nur für die Briten - auch in Deutschland hetzen AfD-Politiker gegen Ausländer. Björn Höcke, Chef der AfD-Fraktion in Thüringen, hat übrigens am Tag nach der Brexit-Abstimmung auch ein EU-Referendum für Deutschland gefordert…

3. Mehr Liebe für die EU!

"Schlecht für die Wirtschaft!" - das war für Brexit-Gegner aus der Politik das wichtigste Argument. Kann schon sein, ist aber nicht gerade sexy. Dabei ist die Europäische Union viel mehr. Früher haben sich Länder in Europa bekriegt. Heute haben wir Partner und Freunde in anderen EU-Ländern.

Für manche in Deutschland ist die EU allerdings auch eine dunkle Macht, die ungefragt in unser Leben eingreift. Das ist natürlich Schwachsinn! So gut wie alle EU-Regeln kommen aus den Mitgliedsländern. Gerade, wenn deutsche Politiker Brüssel zum Sündenbock machen, wird es peinlich. Deutschland ist das mächtigste EU-Mitglied. Ohne Berlin läuft in Brüssel nicht viel.

Ja klar, Gurkenkrümmung vorschreiben, Griechenland kaputt sparen oder Geld verschwenden - alles Mist, das muss besser werden. Aber hey, ohne Grenzkontrollen ins Nachbarland fahren, woanders studieren, Teil von was Größerem sein, statt immer nur Nabelschau. Das ist doch mega geil. Wir haben irgendwann vergessen, wie toll die EU eigentlich ist.

Wenn der Brexit irgendwas Gutes an sich hat, dann, dass wir uns wieder daran erinnern, wie großartig ein vereintes Europa eigentlich ist. 


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