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Minister meets Schulstreik Was Fridays for Future jetzt schon erreicht hat

Bayerns Umweltminister Glauber diskutiert mit der Sprecherin der Fridays for Future Ramona Wüst, was in Bayern in Sachen Klimaschutz passieren muss. Die Proteste der Schüler und Schülerinnen haben also schon etwas gebracht.

Von: Tobias Krone

Stand: 15.03.2019 | Archiv

Fridays For Future Proteste in München | Bild: dpa / Sina Schuldt

1. Props vom Minister

Dass Bayerns Umweltminister mit den streikenden Schüler*innen sprechen will, war ja schon länger klar. Aber dass er sie sogar lobt, hätte man bei einem Mitglied der konservativen bayerischen Regierung eher nicht erwartet. "Die Jugend engagiert sich in tollem Maße", sagte er im Gespräch mit der 25 Jahre alten Sprecherin der Fridays For Future Proteste in München Ramona Wüst auf B5 Aktuell.

Er sei sogar "sehr dankbar dafür, dass die Jugendlichen auf die Straße gehen". Damit hat Fridays for Future schon einiges geschafft. Denn dass ein eher konservative Minister von den Freien Wählern ihnen Respekt zollt, ist neu in der bayerischen Politik.

2. Wissenschaftler supporten FridaysForFuture

Auch die Zahl der klugen Köpfe, die sich hinter die Bewegung gestellt haben, ist ziemlich beeindruckend: 12.000 Wissenschaftler und Wissensjournalisten weltweit unterstützen die Proteste. Darunter sind nationale Promis wie der Comedy-Arzt Eckard von Hirschhausen genauso wie führende Klimaforscher und Experten für erneuerbare Energie.   

3. Kritiker haben es schwer

Christian Lindners Rant gegen Fridays for the Future ging ziemlich nach hinten los. Der FDP-Politiker hatte in einem Zeitungsinterview gesagt, dass Schüler die komplexen Zusammenhängen der Klimakrise nicht verstehen würden. Das sei eine Sache der Profis. Der Professor für erneuerbare Energie Volker Quaschnig gab Lindner gleich mal Kontra: "Wir sind die Profis und sagen: Die junge Generation hat Recht."

4. Proteste sind friedlich

Wichtig ist ein Fact, den auch der bayerische Umweltminister betont hat: Anders als die Jugendproteste von 1968 bleiben die Umweltproteste friedlich. Klar, ein bisschen politischer Ungehorsam ist schon dabei. Immerhin schwänzen Schüler den Unterricht für ihre Freitagsaktionen. Aber ansonsten gibt es keinerlei negative Schlagzeilen. Und Greta Thunberg wurde jetzt sogar für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

5. Kritische Masse ist überschritten

Letztlich kommt niemand, der nicht den Klimawandel leugnet, daran vorbei, die Bewegung zu loben. Sogar Bundeskanzlerin Merkel hat den Aktivist*innen schon Respekt gezollt. Das zeigt, Fridays for Future könnte wirklich die Power haben was zu bewegen.

6. Was jetzt kommen muss: Der Protest muss nachhaltig bleiben und glaubwürdig werden

Es gibt aber auch noch einen Haken an der Sache: Bewegt hat sich noch nichts in der Politik. Bis zum Kohleausstieg ist es noch ewig hin und Deutschland ist immer noch das Land der Autos mit Verbrennungsmotoren. Um die Politik jetzt wirklich zu bewegen, muss die Bewegung weiterdemonstrieren und darf nicht versanden. Dafür braucht sie Durchhaltevermögen. Ein guter Schritt war schonmal, dass Schüler*innen auch in den Faschingsferien demonstriert haben.  

Und dann wäre da noch was: Alle, die jetzt demonstrieren, sollten auch glaubhaft handeln, damit allen klar wird: Der Bewegung ist es ernst. Nach dem Schulstreik könnte das so eine Aktion sein wie: Jede*r von uns verzichtet auf den Kurzurlaub mit dem Flugzeug.

Sendung: Filter am 15.03.2019, ab 15 Uhr