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#Paperboeing Papierflieger als Gedenken an MH17-Absturz

Ein Jahr nach dem Absturz der MH17-Maschine über der Ostukraine gibt es eine Gedenkaktion. Mit Papierfliegern soll ein Zeichen gesetzt werden. Die Organisatoren wollen nicht urteilen - ganz unpolitisch ist die Aktion aber nicht.

Stand: 16.07.2015 | Archiv

Paperboeing Screenshot | Bild: BR

Heute vor einem Jahr stürzte der Flug MH17 auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur über der Ostukraine ab. Nach vielen Spekulationen stand relativ bald fest, dass die Maschine abgeschossen worden war. Der Bundesnachrichtendienst ist überzeugt, dass prorussische Separatisten dafür verantwortlich sind. Alle  298 Menschen an Bord von MH17 kamen bei dem Absturz ums Leben. Viele von ihnen stammten aus den Niederlanden. Um jetzt der Opfer zu gedenken, haben sich die Organisatoren von Open Russia eine besondere Aktion überlegt.

Unter dem Hashtag #Paperboeing soll es eine Art symbolische Rally geben, als Gedenken an die Opfer in diesem nicht erklärten Krieg, schreiben die Organisatoren auf ihrer Webseite. Um mitzumachen, muss man auf der Webseite über ein kleines Foto eines der 298 Opfer anklicken. Der Name der Person erscheint dann zusammen mit dem Hashtag Paperboeing auf einem Papierflieger, den man runterladen und ausdrucken kann. Diesen Papierflieger soll man heute zur niederländischen Botschaft in Moskau bringen oder - wenn man nicht in Moskau lebt - zur einer russischen Botschaft in der eigenen Stadt.

Die Organisatoren machen auf ihrer Webseite klar, dass sie zu dem Absturz nicht ermitteln und auch kein Urteil fällen - sondern, dass sie lediglich den Opfern gedenken möchten. Ob die Aktion allerdings wirklich so unabhängig ist, wie auf der Webseite geschrieben steht, dürfte bei einem Blick auf die Leute hinter Open Russia bezweifelt werden. Open Russia ist der Name für eine Initiative, die von Putin-Kritiker Michail Chodorkowski gegründet wurde. Die Bewegung ist pro-europäisch und soll eine Art Forum für Gleichgesinnte bieten. Laut Chodorkowski ist Open Russia aber keine politische Partei.

Weiter unten auf der Webseite findet sich noch der Versuch von Open Russia, die Tragödie von MH17 nachzuzeichnen - vom Start bis zum Absturz.


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