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GroKo oder NoGroKo So haben junge SPDler entschieden

GroKo oder No GroKo – das ist gerade DIE Frage in der deutschen Politik. Bis Freitag haben die Mitglieder der SPD noch Zeit, an der Abstimmung teilzunehmen. Wir haben mal nachgehakt, wie junge SPDler abgestimmt haben.

Von: Jasmin Brock, Alexandra Reinsberg

Stand: 01.03.2018 | Archiv

Anna Kassautzki | Bild: Marian M. Misch

GroKo, ja oder nein – das ist noch bis Sonntag die Frage. Die Union hat sich diese Woche schon entschieden: Auf dem CDU-Sonderparteitag am Montag wurde grünes Licht gegeben. Alle SPD-Mitglieder haben noch bis Freitag Zeit abzustimmen. Jeder Sechste in der SPD ist unter 36 Jahre alt und gehört damit zu den JuSos. Die Entscheidung alleine beeinflussen, das können die JuSos nicht unbedingt. Aber die "No GroKo"-Kampagne von JuSo-Chef Kevin Kühnert hat die Stimmung definitiv aufgeladen.

Wie sie sich entschieden haben und warum - das haben wir junge SPDler in ganz Bayern gefragt:

Anna Kassautzki (24), wohnt in Passau, JuSo-Landesvorsitzende in Passau

Über die GroKo-Entscheidung denkt sie...
Die Debatten, die wir im Vorfeld geführt haben über diese Entscheidung, waren sehr differenziert. Bei uns vor Ort war aber auch die Richtung schnell recht eindeutig. Trotzdem haben wir bei öffentlichen Veranstaltungen immer auch versucht, die Position Pro GroKo auf dem Podium zu haben, damit ein Schlagabtausch stattfindet. Das ist eine Abstimmung, die über viel entscheidet und deshalb bin ich auch echt angespannt, weil ich nicht genau weiß, wie es ausgeht.

Darum hat sie mit Nein gestimmt…
Ich bin den Koalitionsvertrag durchgegangen und habe mir dann angeschaut, was haben wir vorher gefordert, wo werden auch große Fragen beantwortet. Es sind aus meiner Sicht erstaunlich viele sozialdemokratische Projekte mit drinnen, und ich glaube auch, dass unsere Verhandler und Verhandlerinnen echt viel rausgeholt haben. Aber wenn ich mir als junge Frau so denke, wie soll es in 10 bis 15 Jahren aussehen oder wenn ich vielleicht mal Kinder hab, dann sehe ich auf die Fragen, die unsere Gesellschaft im Moment aufwirft, keine Antworten. Und das ist mir ein "Vier Jahre weiter so" nicht wert.

Daniel Becht (24), wohnt in Mertingen, JuSo Vorsitzender vom Unterbezirk Donau-Rieß

Über die GroKo- Entscheidung denkt er...
Ich bin gespannt, was rauskommt am Sonntag. Ich glaube nicht, dass das Ding schon durch ist, sondern dass es eine knappe Entscheidung wird. Die NoGroKo-Kampagne fand ich an sich gut, auch dass wir in der SPD so offen diskutieren können. Ich glaube, das unterscheidet uns stark von der Union. Was ich allerdings nicht so gut fand, waren Aussagen und Kampagnen wie "Tritt ein, sag Nein". Das fand ich sehr unglücklich, weil ich denke, dass man sich längerfristig engagieren sollte, wenn man mitentscheiden will in einer Partei.

Darum hat er mit Ja gestimmt...
Ich bin der Meinung, dass die SPD in den Koalitionsvertrag einige gute Dinge reinverhandelt hat und dass der Koalitionsvertrag eine sozialdemokratische Handschrift trägt. Ich glaube, dass wir eine stabile Regierung für Deutschland brauchen. Und ich hoffe, dass die SPD die Ergebnisse, die sie dann in der GroKo erzielt, besser verkaufen kann. Ich denke, das war eins der Hauptprobleme in der letzten Zeit.

Luisa Haag (23) aus Abendsberg, JuSo-Bezirksvorsitzende Niederbayern

Über die GroKo- Entscheidung denkt sie...
Ich habe mich mit einer Person unterhalten, auch im JuSo-Alter, die gemeint hat, sie ist noch unentschieden und tendiert zu 'Ja', weil sie eben Angst hat vor Neuwahlen. Aber so ganz grundlegend im Kontakt mit der Basis kann ich eigentlich sagen, dass die meisten für Nein sind.

Darum hat sie mit Nein gestimmt...
Ich finde, dass die SPD viel mehr kann, als nur in einer Großen Koalition als kleine Schwester der CDU/CSU zu regieren. Der ausschlaggebende Punkt war aber, dass der Familiennachzug für Geflüchtete im Koalitionsvertrag fehlt. Das ist eine Entscheidung, die ich persönlich nicht mittragen könnte.

Hannah (33), wohnt in Nürnberg, stellvertretende Landesvorsitzende der JuSos Bayern

Über die GroKo-Entscheidung denkt sie...
Das klassische Argument für eine Große Koalition ist ja, dass es mit der SPD den Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland in den nächsten vier Jahren besser gehen würde, als ohne eine Regierungsbeteiligung. Ich bin aber der Meinung, dass es für die SPD besser ist, wenn wir jetzt nicht in die Regierung eintreten. Und langfristig ist das auch für die Bürger besser. Dann kann sich die Partei nämlich erstmal wieder neu aufstellen und langfristig auch wieder was bewirken in Deutschland und muss sich jetzt nicht nochmal vier ahre an die Unionsparteien anbiedern.

Darum hat sie mit Nein gestimmt…
Ich habe mir die Abstimmung nicht leicht gemacht. Aber im Endeffekt war der Koalitionsvertrag für mich einfach nicht ausreichend gut. Da sind ein paar ganz nette Ansätze drin, aber für mich hört sich das doch ziemlich nach einem 'Weiter so' an. Man will irgendwie viele wichtige Probleme aussitzen, macht nicht wirklich was gegen die Schere zwischen Arm und Reich, die halt immer größer wird in unserem Land. Und alleine die Punkte zur Zuwanderungspolitik sind einfach eine Frechheit meiner Meinung nach, die sich mit sozialdemokratischer Politik auch überhaupt nicht vereinbaren lassen.

Sendung: Filter vom 01.03.2018 ab 15 Uhr