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Reality-Serie der Bundeswehr Das solltet ihr über "Die Rekruten" wissen

Die Bundeswehr ist auf Youtube, ausgerechnet mit einer Reality-Serie. Aber ist das alles wirklich so "real"? Hinter der Serie steht eine professionelle Werbeagentur – und auch die Hauptdarsteller wurden gecastet.

Von: Theresa Authaler

Stand: 01.12.2016

In der Bundeswehr-Serie "Die Rekruten" erlebt man mit, wie zwölf junge Leute ihre Grundausbildung machen. Man ist dabei, wenn sie ihren ersten Fünf-Kilometer-Marsch machen, wenn sie zum ersten Mal eine Waffe in der Hand halten und wenn sie auf Stube rumblödeln. Rund 250.000 Abonnenten hat der Kanal von "Die Rekruten" inzwischen, rund eine Million Views pro Tag. Der Erfolg ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer hochprofessionellen Marketingstrategie. Hier die wichtigsten Fakten über die Entstehung der Serie.

Warum macht die Bundeswehr jetzt eine Youtube-Serie?

Seit die Wehrpflicht abgeschafft worden ist, hat die Bundeswehr ein Nachwuchsproblem. Die Leute kommen nicht mehr einfach so, die Bundeswehr muss um sie werben. Mit der Serie will die Bundeswehr zeigen, wie die Grundausbildung im Jahr 2016 abläuft. Zielgruppe sind 17- bis 25-Jährige, die darüber nachdenken, welcher Beruf zu ihnen passt.

Wer hat die Serie produziert?

Das Gesamtkonzept der neuen Werbekampagne stammt von der Werbeagentur Castenow. Sie hat schon öfter Projekte für das Bundesministerium für Verteidigung umgesetzt. Für die Youtube-Serie hat Castenow die Produktionsfirma Spin TV beauftragt. Wenn die Firma nicht gerade mit der Bundeswehr dreht, macht sie Sendungen wie "Promis suchen ein Zuhause" oder "Teenager Stories", die beide auf RTL2 liefen.

Sind die zwölf Hauptpersonen Schauspieler oder echte Soldaten?

Die zwölf Rekruten aus der Serie sind keine Schauspieler, sondern machen wirklich grade ihre Grundausbildung bei der Bundeswehr. Die Serie spielt an der Marinetechnikschule in Parow an der Ostsee. Bei der Marine sind die Nachwuchssorgen besonders groß, Werbung kommt da gerade recht. Dementsprechend hat die Bundeswehr eine Gruppe von Marine-Neulingen ausgewählt und alle Leute dieser Gruppe gefragt, ob sie bei der Serie mitmachen wollen. Wer dabei sein wollte, hat sich mit einem Whatsapp-Video beworben. Zur finalen Auswahl sagt die Bundeswehr: "Wir haben die Hauptpersonen so ausgesucht, dass wir eine gute Mischung zwischen Jung und Alt und verschiedenen Laufbahnen bei der Bundeswehr haben, damit wir zeigen können, was alles in der Bundeswehr möglich ist." Die Protagonisten bekommen für ihren Einsatz vor der Kamera kein zusätzliches Geld, sie erhalten nur ihren normalen Wehrsold.

Wie aktuell sind die Videos auf Youtube?

Die Grundausbildung der Gruppe ging am 3. Oktober 2016 los, die erste Folge wurde am 1. November ausgestrahlt. Bis das, was an einem Tag passiert, auf Youtube landet, vergehen also etwa vier Wochen.

Gibt es ein Drehbuch?

Die Bundeswehr betont, dass die Szenen spontan entstehen. Auf unsere Nachfrage lässt sie uns per Mail in Großbuchstaben wissen: "Die Webserie ist NICHT geskriptet." Arbeitsgrundlage der Videojournalisten sei der Ausbildungsplan, sie würden die Rekruten in ihrem Alltag begleiten.

Wie teuer ist die Serie?

Die Serie kostet die Bundeswehr etwa 1,7 Millionen Euro. Für die Werbekampagne dazu in den sozialen Netzwerken, im Radio und über Plakate sind nochmal 6,2 Millionen Euro vorgesehen.

Darf die Bundeswehr einfach so eine teure Serie produzieren?

Die Bundeswehr hat dieses Jahr für die Personalwerbung einen Etat von rund 35 Millionen Euro. Das Geld ist also ganz konkret dafür vorgesehen, junge Leute zur Bundeswehr zu holen. Dass insgesamt fast 8 Millionen Euro in "Die Rekruten" und die dazugehörige Kampagne fließen, haben Politiker der Grünen und der Linkspartei kritisiert. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sagt dazu: "Die Bundeswehr muss sich richtig anstrengen für den Nachwuchs, wie jedes große Unternehmen auch." Jedes Jahr brauche sie 20.000 neue Soldatinnen und Soldaten. "Das heißt, wir müssen sehr stark werben."

Wer entscheidet, welche Szenen gezeigt werden und welche nicht?

Auf die Frage, ob die Rekruten in der Serie auch mal was Kritisches über ihre Ausbildung sagen dürfen, antwortet die Bundeswehr: "Natürlich dürfen die Protagonisten auch Kritik äußern." Beim Schnitt der einzelnen Folgen arbeitet die Werbeagentur mit dem Verteidigungsministerium zusammen. Jede Folge darf erst veröffentlicht werden, wenn das Ministerium sein Okay gegeben hat.

Interessieren sich jetzt mehr junge Menschen dafür, Soldat zu werden?

Die Bundeswehr ist überzeugt, dass die Serie das Interesse an der Ausbildung zum Soldaten steigert. Neben den Views auf Youtube macht sie das an den Klicks auf ihrer Webseite fest: bundeswehrkarriere.de hat momentan 40 Prozent mehr Aufrufe als vor dem Start der Serie. Die genauen Auswirkungen auf die tatsächliche Bewerberlage könne man jetzt aber noch nicht beurteilen, sagt die Bundeswehr. Dazu sei es noch zu früh.


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