Jetzt Alright Jain

Info Wir fangen an zu tanzen, sobald wir nur den Namen Jain hören. Die Französin brilliert seit 2015 mit hippem Afro-Pop und fantastischen Musikvideos. Mit "Alright" meldete sie sich drei Jahren nach ihrem Debüt endlich zurück!


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Die Frage Warum gibt es noch Tierversuche?

Leben im Labor, täglich Spritzen, Blutabnahmen, Tests: Millionen Tiere leiden für die Wissenschaft – und es werden immer mehr. Aber was nutzen Tierversuche überhaupt? Die Frage auf den Spuren des versteckten Leidens in Tierlabors.

Von: Markus Otto Köbnik

Stand: 22.07.2014

Tierversuche in Deutschland boomen: Im Jahr 2000 waren es noch 1,8 Millionen, 2006 schon über 2,5 Millionen, 2012 dann über drei Millionen Tiere. Am häufigsten enden Mäuse und Ratten im Versuchslabor, seltener größere Tiere wie Kaninchen, Pferde, Affen oder Katzen.

Zwar sind Tierversuche für Kosmetik seit 2013 in der EU verboten. Aber bestimmte Inhaltstoffe von Cremes und Shampoos dürfen weiter an Tieren getestet werden. Außerdem hat die Wissenschaft einen unstillbaren Bedarf an Versuchstieren. Tiere leiden für die Entwicklung neuer Medikamente, beim Testen von giftigen Stoffen und sie dienen Studenten als Anschauungs-Objekte – etwa wenn Biologie-Studenten Frösche sezieren. Aber der größte Teil der Tiere stirbt für die Grundlagenforschung. Sie macht fast die Hälfte aller Tierversuche aus.

Immer mehr Tests für die Wissenschaft


In der Grundlagenforschung wird vor allem mit transgenen Tieren experimentiert, also mit speziell gezüchteten Tieren, bei denen das Erbgut verändert wurde. Dadurch wollen die Forscher ihren Organismus besser verstehen – und das kann helfen, Krankheiten zu bekämpfen. Aber auch die Industrie braucht Tiere, wenn sie zum Beispiel neue Produkte testet.

Die Gegner sagen, dass Tierversuche grausam sind. Damit meinen sie nicht nur die Eingriffe bei den Tests selbst, sondern auch alles, was im Vorfeld passiert: die schlechten Lebensbedingungen der Tiere in Labors oder das Züchten von transgenen Tieren, die oft seit ihrer Geburt unter Schmerzen leiden. Tierschützer bezweifeln auch, ob die Ergebnisse vieler Tierversuche überhaupt auf den Menschen übertragbar sind. Ein Medikament wie Aspirin zum Beispiel würde heute nicht mehr auf den Markt kommen, weil es für die meisten Tiere unverträglich ist und es somit nie für Tests am Menschen freigegeben würde.

Das Verfahren – im Zweifel für den Versuch

Jeder, der Tierversuche durchführen will, muss ihn staatlich genehmigen lassen. In Bayern sind etwa die Regierungsbezirke dafür zuständig. Die Behörden setzen zur Prüfung Expertenkommissionen ein, die den Antrag prüfen und geheim tagen. Dabei wird vor allem auf die "Drei-R-Regel" geachtet, die vor rund 60 Jahren von britischen Wissenschaftlern eingeführt wurde. Laut dieser Regel soll die Zahl der Tierversuche und das Leiden möglichst reduziert und Tierversuche wenn möglich durch andere Methoden ersetzt werden.

Die 3R-Regel

Reduction

Die Zahl der im Versuch benötigten Tiere soll so klein wie möglich sein. Die Gesamtzahl der verwendeten Tiere steigt aber seit Jahren.

Refinement

Verfeinerung der Test-Methoden: Die Tiere sollen möglichst wenig unter Schmerzen und Stress leiden. Schmerzmittel können aber in vielen Versuchen das Ergebnis beeinflussen und werden nicht verabreicht.

Replacement

Wenn möglich, sollen Tierversuche durch alternative Methoden ersetzt werden, zum Beispiel durch Tests an Zellkulturen oder durch Computersimulationen. Viele Forscher setzen aber lieber auf einen lebenden Organismus, da dieser für sie aussagekräftiger ist.

In jeder Expertenkommission sitzen vier Vertreter der Wissenschaft und zwei Tierschützer. Im Zweifel kommt es zu Kampfabstimmungen – und die gewinnen eigentlich immer die Wissenschaftler. Deshalb passiert es in der Praxis extrem selten, dass ein Antrag auf Tierversuche abgelehnt wird. Roman Kolar von der Akademie für Tierschutz in Neubiberg hat lange in einer solchen Kommission gesessen, Im Interview erklärt er seinen Frust über das Verfahren.



50 Mäuse mussten für Julias Doktorbeit sterben. Sie wollte ein Mittel gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs finden. Julia - die eigentlich anders heißt und anonym bleiben möchte - erzählt im Interview, warum sie Tierversuche zwar grundsätzlich in Ordnung findet, aber selbst keine mehr machen will.

Seit 2013 herrscht ein Tierversuchsverbot für Kosmetik in der EU. Viele Tiere müssen aber trotzdem noch leiden, weiß Bloggerin Mandy Huth, alias Erbse. Im Gespräch gibt sie Tipps, worauf man beim Kosmetik-Einkaufen achten sollte.


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