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Artenvielfalt in Bayern Dieser junge Landwirt will die Bienen in Bayern retten

Das Volksbegehren für mehr Artenvielfalt war ein Erfolg und wird jetzt von der Politik diskutiert. Einige Landwirte wollen aber ihren eigenen Beitrag zum Artenschutz leisten und bieten Teile ihres Ackers für Blühpatenschaften an.

Von: Robin Köhler

Stand: 05.03.2019 | Archiv

Franz Grenzebach, Landwirt und Initiator der "Blühpatenschaft Starnberger See" | Bild: Privat

Die Bienen sind gerettet! Naja, fast. Immerhin haben über 1,7 Millionen Menschen in Bayern für das Volksbegehren zur "Rettung der Bienen" gestimmt. Jetzt muss sich die Staatsregierung mit den Forderungen auseinandersetzen. Viele davon richten sich speziell an die Landwirte und sorgten für viel Kritik von deren Seite. Einige Bauern in ganz Bayern ergreifen jetzt die Initiative und wollen mit Patenschaften für Blühwiesen ihren Teil zum Artenschutz beitragen.

Ein Heim für Bienen statt Monokultur

Einer davon ist Franz Grenzebach. Franz ist 25 Jahre alt, kommt aus der Gemeinde Münsing und seine Familie betreibt seit Jahren einen konventionellen Landwirtschaftsbetrieb in der Nähe des Starnberger Sees. Obwohl er auch gute Ansätze darin gesehen hat, war ein kein Unterstützer des Volksbegehrens für mehr Artenvielfalt: "Das war für mich teilweise noch zu unausgereift und einseitig." Trotzdem findet er es gut, dass sich Verbraucher mehr mit dem Thema beschäftigen.

Um selbst etwas für den Artenschutz zu tun, möchte er jetzt auf Teilen seines Ackers keinen Weizen anbauen, sondern die Flächen als Blühwiese für Bienen und sonstige Insekten zur Verfügung stellen. "Ich will eine Möglichkeit für Menschen schaffen, die mehr tun wollen und vielleicht keine eigenen Grünflächen zur Verfügung haben", sagt er. 20.000 Quadratmeter bietet Franz deshalb für sogenannte Blühpatenschaften an. Für 30 Euro im Jahr kann jeder Interessierte die Patenschaft für 100 Quadratmeter übernehmen, für einen Zeitraum von mindestens drei Jahren.

Bienenparty oder Ausbeutung?

Franz geht es vor allem darum, wieder mehr Austausch zwischen Landwirten und Verbrauchern herzustellen: "Ich finde es schade, dass der Kontakt hier immer weiter auseinandergedriftet ist. Viele können gar nicht mehr nachvollziehen, wie wir arbeiten." Trotzdem gibt es auch Kritik an diesen Blühpatenschaften. Norbert Schäffer vom Landesbund für Vogelschutz und vom Volksbegehren Artenvielfalt meint etwa, die Landwirte würden damit vor allem mehr Geld verdienen.

Auch Franz gibt zu, dass er mit traditionellem Weizenanbau auf der gleichen Fläche weniger Geld machen würde. Dafür müsse er jetzt aber mehr Arbeit reinstecken: "Der organisatorische Aufwand ist viel größer: der Kontakt mit der Naturschutzbehörde, auf die Fragen der Leute eingehen und das Ausstellen von Rechnungen und Zertifikaten." Außerdem will er nicht einfach nur die Fläche besäen und diese dann vor sich hin vegetieren zu lassen.

"Es ist zum Beispiel geplant, die Paten zum Termin der Aussaat einzuladen. Wir wollen eine Informationsveranstaltung direkt an der Fläche machen und den Paten zeigen: So bauen wir an und das ist der weitere Ablauf. Da haben wir dann auch Möglichkeit auf Fragen der Leute direkt einzugehen."

Franz Grenzebach

Daneben soll es regelmäßig Infos auf der Internetseite und über die sozialen Medien geben.

Blühpaten-Angebot kommt gut an

Über das bisherige Feedback kann sich Franz nicht beschweren. Etwa 80 Blühpaten haben bereits die Verantwortung für die Hälfte der geplanten Fläche übernommen. Viele Leute teilen und liken seine Aufrufe auf Facebook, sogar eine Firma aus Hannover habe schon Interesse bekundet.

Doch das Feedback bemisst sich nicht nur in Patenschaften und Likes. "Es haben sich auch viele gemeldet, die selbst einen größeren Garten haben und so eine Blühfläche anlegen wollen", sagt Franz. Auch hierfür nimmt er sich Zeit, gibt Tipps welches Saatgut am besten passt und wie so ein Projekt funktionieren kann.

Franz ist klar, dass ein Acker alleine keine große Auswirkung haben kann: "Für mich ist das einfach der Teil, den ich mit meinem Betrieb leisten kann. Und wenn die Menschen dafür Interesse zeigen, bin ich der letzte, der sich dagegen querstellt."

Sendung: Filter am 05.03.2019 – ab 15 Uhr.