Es hat sich #ausspekuliert München hat genug vom Mietwucher

Es ist vielleicht das größte soziale Problem der letzten Jahre: fehlender bezahlbarer Wohnraum. Rund 11.000 Menschen haben deshalb in München demonstriert. Uns erzählen sie ihre Probleme.

Von: Anna Luise Bath

Stand: 16.09.2018

Titelbild Artikel Wohnraum | Bild: BR

#ausspekuliert – das war das Stichwort der Demo, an der rund 11.000 Menschen teilgenommen haben. Es ging darum, friedlich zu demonstrieren – gegen steigende Mieten, den Wohnraummangel und die Wohnungspolitik der Landesregierung. Allein in München ist der Mietspiegel in den letzten 10 Jahren um mehr als 60% gestiegen.

Das Problem mit dem Wohnen hat nichts mit Alter und Herkunft zu tun. Das zeigen die Teilnehmer der "Ausspekuliert"-Demo: Jung und Alt, Azubis, Studenten und Arbeitnehmer, Singles, Familien und Rentner. Wer von ihnen nicht gerade selbst von einer Räumungsklage oder Mietpreiswucher betroffen ist, kennt zumindest jemanden. Und hat beschlossen, gegen die Wohnungsnot zu demonstrieren.

Uns haben sie erzählt, warum sie dabei waren.

"Ich bin 16 Jahre und habe das Glück bei meinen Eltern zu leben. Aber ich bin trotzdem hier, weil ich finde, dass die Mietpreise in München viel zu krass sind! Es kann nicht sein, dass so viele Leute trotz Arbeit Probleme haben, ihre Wohnung zu bezahlen."

- Flo

"Ich bin hier, weil für das Haus in dem ich wohne eine große Modernisierung angekündigt ist. Danach soll sich meine Miete um 830 Euro erhöhen, das kann ich mir nicht leisten. Und dass sowas ein Geschäftsmodell ist, geht gar nicht!"

- Tilman

"Also, ich heiße Ute Armanski, bin 73 Jahre alt, Rentnerin, wohne in Haidhausen, in einem sehr schönen Haus mit einer ganz tollen Hausgemeinschaft. Uns droht Haussanierung, und wir haben wahnsinnige Panik und Angst vor Verdrängung. Ich finde, es ist psychische Folter, wenn man gar keine Ahnung hat: Was passiert eigentlich in den nächsten Tagen oder den nächsten Jahren? Ich brauche auch eine Lebensplanung."

- Ute

"Ich habe ein kleines Zimmer und eine große Schwester. Darum will ich noch größere Zimmer. Und ich will, dass es auch mehr Wohnungen in München geben soll, weil die meisten sind halt schon besetzt."

- Jona

"Wir sind der Meinung, dass Familien bezahlbaren Wohnraum brauchen und Familiengründung nicht an der Quadratmeterzahl hängen sollte, sondern an der Möglichkeit, sich zu vergrößern und dann eben auch entsprechend eine Wohnung dafür zu finden. Und das ist in München mittlerweile unmöglich geworden."

- Mama von Jona

Sendung: Filter vom 17.09.2018 - ab 15 Uhr