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Making of Meme Der Donnerbalken von Sotschi

Olympia 2014 in Sotschi steht nicht gut da. Die Winterspiele werden mit Korruption, Homophobie und Terrorwarnungen in Verbindung gebracht. Und seit dieser Woche auch mit einer Toilette. Genau genommen mit ZWEI Toiletten.

Von: Anna Bühler

Stand: 24.01.2014

Zwei Toiletten in Sotschi | Bild: Steve Rosenberg / BBC

Die Toilette ist ein Rückzugsort. Ein einsames Örtchen. Eine kurze Auszeit vom Alltag. Außer man ist auf dem Herrenklo im Olympischen Biathlon- und Ski-Center in Sotschi. Denn da müssen sich zwei Männer eine Kabine teilen. Der Beweis ist ein Foto, das Steve Rosenberg von der BBC bei Twitter postete. Zu sehen ist eine Toilettenzelle mit EINEM Klopapier-Spender, EINEM Mülleimer und ZWEI Klos.

Startschuss für die Twitter-Welle

Das Bild des Olympia-Klostalls hat innerhalb weniger Stunden die Runde im Netz gemacht. Tausende Twitter-User retweeteten das Foto von Steve Rosenberg, Blogs und Nachrichtensender auf der ganzen Welt wurden auf die Zwillingstoiletten aufmerksam. Ein Hype, mit dem der Russland-Korrespondent Rosenberg nicht gerechnet hätte – wie er in einem Interview mit der BBC erzählt:

"It's been like twitter diarrhea. This photo really has struck a chord with the Russian people for some reasons. And its fascinating to read the comments because they seem to reflect the whole spectrum of life in Russia."

Steve Rosenberg

BBC Russland-Korrespondent Steve Rosenberg

Korruption ist da ein Beispiel. Einige Putin-Gegner meinen, dass die Kosten für die Olympischen Spiele nur deswegen explodiert sind, weil der Präsident seinen Jugendfreunden ein bisschen was zugesteckt hat. Rund 30 Milliarden Dollar sollen so versickert sein. Das Foto der beiden Toiletten im neu gebauten Olympia Zentrum ist für diese Kremlgegner darum das Sinnbild der Verschwendung. Und das wird natürlich zynisch-fröhlich getwittert. Der bekannte Aktivist Alexei Nawalny spekuliert zum Beispiel, dass die beiden Klos 1,5 Milliarden Rubel gekostet haben könnten.

"Aber bitte lassen Sie Kinder in Ruhe!"

Andere User erkannten einen weiteren Widerspruch in Rosenbergs Bild: Einerseits darf man in Russland nicht mal positiv über Homosexualität reden – andererseits ist es aber fast Pflicht, mit einem anderen Mann den Pott zu teilen. Perfekte Ironie. Und perfektes Timing, da Putin die Debatte nur wenige Tage vorher selber anfeuerte, als er Schwule und Lesben mit Pädophilen gleichsetzte: "Wir verbieten nichts und niemanden. Sie können sich ruhig und entspannt fühlen. Aber bitte lassen sie Kinder in Ruhe!"

Das Kuschel-Klo hat Tradition

Nebenbei hat der Rummel um die Kuschel-Klos aber etwas anderes gezeigt: Toilettenräume ohne Trennwände haben in manchen Teilen Russlands Tradition. Die Leute twitterten Bilder von Restaurants, einem Fußballstadion und einer Uni, wo man sich sogar zu fünft beim Pinkeln in die Augen schauen kann. Ja, diese Russen sind ein komisches Volk. Das musste sogar der Vorzeige-Russe Alexander Schukow, der Präsident des russischen Olympischen Komitees zugeben, als ihm Steve Rosenberg die Zwillings-Klos aus dem Biathlon-Center zeigte.

"For a few seconds he was looking at this picture, wondering what it was and then this big smile came upon his face. And he bursted out laughing and he said: 'Well, after all it is the Bi-athlon.'"

Steve Rosenberg


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