Facts zum Super Bowl So geht American Football

Football ist brutal, Football ist langweilig. Das hört man oft. Stimmt natürlich nicht. Denn langweilig ist der Sport nur, wenn man ihn nicht versteht. Wir geben euch einen kurzen Crashkurs in Sacks, Field Goals und First Downs.

Von: Florian Nöhbauer

Stand: 02.02.2018

Tom Brady | Bild: picture-alliance/dpa

Das Spielfeld:

Ein Footballfeld ist 120 Yards lang und 53 Yards breit. In Metern wären das 109 und 48 Meter. An den beiden Enden liegen die Endzonen, in die der Ball gebracht werden muss, um einen Touchdown zu erziehlen. Dazwischen liegen 100 anstrengende Yards.

Ziel des Spiels:

Wie beim Fußball sind immer 22 Spieler auf dem Feld, elf von der Offense, elf von der Defense. Das sind innerhalb eines Teams nicht dieselben Spieler. Jede Mannschaft hat also eine Offense und eine Defense, die abwechselnd auf dem Feld stehen. Ziel der Offense ist es, den Ball in die Endzone des Gegners zu tragen, Ziel der Defense ist es, das zu verhindern. Insgesamt gewinnt die Mannschaft, die am Ende die meisten Punkte hat.

Punkte:

Schafft es ein Spieler der Offense, mit dem Ball in die Endzone zu laufen oder ihn dort zu fangen, ist das ein "Touchdown" – dafür gibt es sechs Punkte. Anschließend kann der Kicker noch einen Extrapunkt holen, indem er den Ball durch die zwei riesigen Field-Goal-Stangen kickt. Hin und wieder spielen Mannschaften den Extrapunkt aus, versuchen also noch einen Touchdown zu erzielen und bekommen dafür zwei Punkte. Wird ein angreifender Spieler in seiner eigenen Endzone zu Boden gerissen, nennt man das einen Safety – auch er gibt zwei Punkte. Die Mannschaften können sich auch während des Spiels entscheiden, ein "Field Goal" zu erzielen, also den Ball durch die beiden großen Stangen zu treten. Für einen erfolgreichen Versuch bekommt die Mannschaft dann drei Punkte. Für gewöhnlich wird ein Field Goal ab 50 Yards Entfernung aber schwierig.

Das Spiel:

Die Offense hat immer vier Versuche, sogenannte Downs, um zehn Yards zu überbrücken. Schafft sie das, gibt es einen First Down, also neue vier Versuche ab der Stelle, an der die Offense gestoppt wurde. So arbeitet sich die Offense idealerweise Stück für Stück bis in die Endzone des Gegners vor. Ein Spielzug ist beendet, sobald ein Spieler down ist, das heißt, er nach Berührung eines Gegners mit etwas anderem als Händen und Füßen den Boden berührt oder keinen Raumgewinn mehr erzielen kann, weil er festgehalten wird.

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Nach jedem Play wird das Down und die noch zu gehenden Yards angesagt, also zum Beispiel 3rd Down and 4. Die Offensive kann sich entscheiden, ob sie ein Laufspiel oder ein Passspiel versucht. Wichtig dabei: Es darf nur einmal pro Angriff nach vorne gepasst werden. Pässe nach hinten sind an sich erlaubt, aber unüblich. Schafft die Offense in drei Versuchen kein neues First Down, entscheidet sie sich meistens für einen Punt – also dazu, den Ball soweit wie möglich wegzukicken, damit die gegnerische Mannschaft möglichst weit hinten mit ihrer Angriffsserie beginnen muss. Ist sie nah genug an der Endzone, wird die Mannschaft versuchen, ein Field Goal zu erzielen.

Die Defensive versucht natürlich all das zu verhindern. Das heißt: Pässe abwehren und den ballführenden Spieler tackeln. Wird der Quarterback umgerissen, nennt man das einen Sack. Auch die Defense kann beim Football punkten. Ihr Ziel ist es nicht nur, zu verhindern, dass die Offense Raum gut macht, sondern auch, den Ball zu erobern und damit möglicherweise selbst in die Endzone zu laufen. Das kann sie auf zwei Arten tun: Entweder sie fängt einen Pass direkt aus der Luft ab – eine sogenannte Interception – oder sie verursacht einen Fumble, indem sie einem Spieler den Ball aus der Hand schlägt, bevor er down ist. Wer sich den Ball dann als nächstes sichert, behält ihn auch.

Die wichtigsten Positionen:

Die wichtigste Person auf dem Feld ist der Quarterback. Er sagt das zu spielende System auf dem Feld an und bekommt mit dem Snap (meistens) als erstes den Ball in die Hand. Entscheidet er sich für ein Passspiel, versucht er den Ball zu einem seiner Receiver (Wide Receiver oder Tight End) zu werfen, die nach einer vorher ausgemachten Passroute laufen und versuchen, den Ball zu fangen. Verteidigt werden die von den Defensive Backs, zwei Corner Backs und zwei Safeties. Im Gegensatz zum Rest der Spieler dürfen diese erst angefasst werden, wenn sie den Ball gefangen haben.

Entscheidet sich der Quarterback für ein Laufspiel, übergibt er den Ball an einen der Running Backs (Half Back oder Full Back). Der versucht, einen ihm freigeblockten Weg zu laufen und so Raum gutzumachen.

Während eines Angriffs versucht die Offensive Line, den Quarterback vor den heranstürmenden Defensive Linemen (Defensive Tackles und Defensive Ends) zu schützen oder dem Running Back den Weg frei zu machen. Die Linebacker der Defense stehen zwischen den Linemen und den Safeties und versuchen sowohl Runningbacks wie auch Receiver zu tackeln.

Sendung: Freundeskreis vom 02. Februar 2018 ab 10 Uhr