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Hashtag-Verbot Über #Rio2016 twittern dürfen nicht alle

Großereignisse wie die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro sind auch Social Media-Events. Aber Unternehmen ohne Exklusivrechte dürfen nicht mittwittern.

Von: Tobias Krone

Stand: 29.07.2016 | Archiv

Logo Olympia 2016 Rio  | Bild: BR/Rio 2016

Wenn wir in den nächsten Tagen und Wochen über die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro twittern, dann werden wir das wohl unter #rio2016, #olympia oder anderen Hashtags tun. Kommerzielle Nutzern nicht, für die ist es verboten, olympianahe Hashtags zu verwenden.

Der Grund: Die Hashtags sind reserviert für die großen Unternehmen, die fette Sponsoren-Lizenzen haben. Andere kommerzielle Twitter-Nutzer sollen da nicht dazwischen funken und sich mit der Aura von Olympia schmücken.

"Allgemein geht es darum, dass sich Wirtschaftsunternehmen nicht mit den olympischen Spielen in Verbindung bringen dürfen, das war schon immer so. Und digital heißt das eben, dass sich Unternehmen, die wirtschaftlich oder gewinnorientiert kommunizieren, diesen Hashtag auch nicht benutzen dürfen, denn damit bringen sie sich in Verbindung mit den olympischen Spielen."

Jens Behler, Social Media-Beauftragter beim Deutschen Olympischen Sportbund

Dabeisein ist alles – aber nicht für kleine Sponsoren

In den USA gibt es darüber jetzt eine Debatte. Denn neben den großen Sponsoren von Olympia sind noch viele andere indirekt an dem Sportevent beteiligt: Viele kleine, oft regionale Firmen unterstützen einzelne Sportler. Sie dürfen aber keine Olympia-Hashtags verwenden. Ist es gerecht, dass sie nicht von den Spielen profitieren, die sie durch ihre Förderung von Sportlern erst möglich machen?

Das Internationale Olympische Komitee hat seine Regularien deshalb immerhin etwas aufgeweicht. Kleine Sponsoren können, wenn sie einen Antrag gestellt haben, während der Spiele mit ihren Sportlern auf Twitter werben. Aber Verweise auf Olympia bleiben verboten.

Kritik: Unternehmen zensieren die Informationen

Diese Regeln kritisieren Netzaktivisten wie Alexander Sander von der Digitalen Gesellschaft.

"Durch die Kontrolle, oder man könnte auch sagen durch die Zensur von solchen Hashtags wird der Sinn solcher Netzwerke konterkariert. Also wenn es Unternehmen nicht mehr möglich ist, einzelne Tweets zu retweeten, ist der Sinn dieser Netzwerke komplett verloren gegangen. Das bedeutet auch, dass was berichtet wird, allein von den Sponsoren und Verbänden dieser Spiele kontrolliert wird und alle anderen geschäftsmäßigen Teilnehmer haben keine Möglichkeit mehr, sich an der Debatte zu beteiligen."

 Alexander Sander, Digitale Gesellschaft.

Für den Deutschen Olympischen Sportbund sind diese strikten Regeln nur konsequent. Schließlich sei es ja auch im Fernsehen schon lange so gewesen, dass nur Sponsoren mit Olympia werben dürfen. Netzaktivist Sander hält dagegen.

"Zum einen zeigt es, dass das Denken immer noch darauf ausgerichtet ist, dass das Internet immer noch so funktioniert wie Fernsehen. Das geht völlig an der Realität vorbei. Und darüber hinaus geht es um so Hashtags wie #sommer oder #riodejaneiro. Und diese Hashtags zu zensieren und den Unternehmen zu sagen, sie dürfen diese Hashtags nicht verwenden, ist absurd."

Alexander Sander, Digitale Gesellschaft

Ob sich die Unternehmen während der Olympischen Spiele an das Verbot halten und den olympischen Social Media-Kontrolleuren die Hashtag-Überwachung während der Spiele gelingt - wir erfahren es spätestens ab dem 5. August. Dann nämlich geht’s los mit #rio2016.


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