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TV & Serie // "Lost in Space" Gestrandet im Weltraum

"Lost in Space" ist Netflix' Remake einer Kultserie aus den 60ern – und überzeugt mit Familiendrama, Forscherneugier und richtig viel Action auf einem faszinierenden Planeten.

Von: Vanessa Schneider

Stand: 10.04.2018 | Archiv

Szene aus der Netflix-Serie "Lost in Space" | Bild: Netflix

Das war‘s mit dem Traum vom Leben in der neuen, heilen Welt im Sonnensystem Alpha Centauri. Das Shuttle von Familie Robinson ist abgestürzt – irgendwo im All, Lichtjahre von Zuhause.

Wir schreiben das Jahr 2046: Die Erde hat vor den Menschen kapituliert. Der Himmel ist smogverhangen, die Natur stirbt. Die Besten, Schlauesten und Reichsten können sich als Kolonisten für die neue Heimat der Menschheit bewerben – Alpha Centauri, das Paradies, ein paar Galaxien weiter. Die Robinsons sind unter den Auserwählten: Der Vater ist ein Elitesoldat, der die letzten Jahre freiwillig für Einsätze im Ausland war, die Mutter (Molly Parker aus "House of Cards") eine ehrgeizige Wissenschaftlerin. Judy, ihre Tochter aus erster Ehe, ist eine angehende Ärztin und sogar der jüngste Sohn Will ist ein kleines Genie. Aber das nützt alles nichts: Das Raumschiff stürzt ab. Familie Robinson – der Name sagt alles – ist gestrandet im Weltall.

Und es kommt noch schlimmer: Ihr Schiff versinkt inklusive Utensilien und Treibstoff in der Eiswüste, in der sie landen. Die Eltern Robinson nehmen es im Kampf ums Überleben mit der Aufsichtspflicht nicht so genau – schon ist Judy in der Kälte gefangen und der kleine Will geht verloren. An Action und Drama mangelt es "Lost in Space" wirklich nicht. Und das liegt nicht nur an dem faszinierenden und ziemlich gefährlichen Planeten, auf den es die fünf verschlägt – sondern auch an den nicht ganz so harmonischen Robinsons selbst. Ziemlich schnell erfahren wir, dass diese Vorzeigefamilie nicht ganz so perfekt ist, wie sie scheint.

Ein bisschen E.T., ein bisschen Marsianer

Während der Rest der Familie also verzweifelt versucht, sich durch das Eis zu kämpfen, macht der kleine Will ein paar Kilometer weiter in einem Urwald eine unheimliche Entdeckung: Die Robinsons sind nicht die Einzigen, die auf dem fremden Planeten abgestürzt sind. Da ragt auch noch ein völlig lädiertes Alienschiff  aus dem Boden – und die Besatzung, ein formwandelnder Roboter, ist auch nicht fern.

Will, ein naiver, liebenswerter und etwas ängstlicher Junge rettet den Alienroboter. Und wer E.T. kennt, weiß: Das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Weil "Lost in Space" aber kein Abenteuerfilm von Steven Spielberg ist, steht diese Beziehung natürlich unter keinem guten Stern – denn der Alienroboter hat ein dunkles Geheimnis. Und nicht nur er. Unter den anderen gestrandeten Kolonisten ist auch noch eine gewissenlose Soziopathin (gespielt von einer manipulativen Parker Posey), die nichts Gutes im Schilde führt.

Endlich eine Weltraumserie mit Herz und Hirn

Diese Serie hat es, anders als die von Steven Spielberg produzierte Kolonisten-Serie "Terra Nova", aber nicht eilig, diese kleinen und großen Probleme sofort und episodenweise zu lösen. "Lost In Space" baut die Charaktere ganz langsam auf und zieht unauffällig lauter Konfliktlinien, die über Staffeln hinweg Drama provozieren könnten.

Und noch etwas macht "Lost in Space" richtig gut: Die Serie nimmt das Wort "Science" in Science-Fiction ernst. Auch wenn ziemlich viele physikalische Gesetzmäßigkeiten der Erde auf diesem Planeten außer Kraft gesetzt wurden – die neuen mit dieser Entdeckerfamilie zu erkunden macht einfach wahnsinnig viel Spaß. So eine Weltraumserie wünsche ich mir schon, seit ich als Kind in den 1990ern "Earth 2" geguckt habe.

"Lost in Space" ist ab 13.04.2018 bei Netflix verfügbar.

Sendung: Hochfahren vom 11.04.2018 – ab 07.00 Uhr.