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TV & Serien // True Detective Im dunkelsten Sumpf von Louisiana

Keine andere neue Serie wurde zuletzt so gehypet wie "True Detective". Jetzt startet der düstere Polizei-Thriller mit Matthew McConaughey endlich auch im deutschen Fersehen. Wir fragen: Was ist dran am Hype?

Von: Juliane Frisse

Stand: 15.04.2014 | Archiv

True Detective | Bild: HBO

Eigentlich muss man nur das Intro von "True Detective" anschauen, um zu verstehen, was die Magie dieser Serie ausmacht: Es ist die intensive Atmosphäre. Wir sehen die Weite Louisianas, Sumpflandschaft, verdreckte Ölraffinerien, einen nächtlichen Truckstop. Wir sehen Stripperinnen, aber auch einen Betenden in religiöser Ekstase, ein grell leuchtendes Kreuz und immer wieder: Feuer. Wir sehen Einsamkeit und Verfall, Sünde, Moral und Strafe. Wir hören eine düstere Ballade: "Far From Any Road". Genauso wie dieses Intro fühlt sich auch der Rest von "True Detective" an.

Allerweltsplot mit Twist

Marty Hart (Woody Harrelson) und Rust Cohle (Matthew McConaughey), zwei ungleiche Cops, untersuchen ein grausames Verbrechen. Die junge Prostituierte Dora Lang wurde in einem naturmagischen Ritual ermordet. Interessant wird der Plot aber vor allem durch einen erzählerischen Twist: Wir sind 1995 bei den Ermittlungen dabei - und 17 Jahre später, als der Fall neu aufgerollt wird. Marty und Rust arbeiten beide schon lange nicht mehr als Polizisten, irgendetwas ist zwischen ihnen vorgefallen, sie haben sich seit einer Ewigkeit nicht gesehen. Getrennt voneinander werden sie befragt: zum Fall, der offenbar doch nicht gelöst ist - und zu ihrer Zusammenarbeit. Denn die neu angesetzten Ermittler haben einen Verdacht gegen Rust.         

Die Aufs und Abs einer "Bromance"

Schon 1995 ist Rust ein psychisches Wrack, ein überrationaler Zyniker, der an nichts mehr glaubt und ohne Downer keinen Schlaf findet. Marty wirkt auf den ersten Blick gefestigt, ist aber auch nicht der  bodenständige Familienvater, als der er sich präsentiert. Er ist genervt von Rusts nihilistischem Weltekel, muss allerdings anerkennen, dass sein manisch arbeitender Kollege ein genialer Ermittler ist. Die beiden geraten immer wieder aneinander, aber sie finden auch immer wieder zueinander. Bis etwas geschieht, das Marty Rust nicht verzeihen kann.   

Zeitlupentempo und geniale Schauspieler

"True Detective" lässt sich Zeit. Es wird viel geschwiegen auf endlosen Autofahrten. Zeit, um den Figuren näher zu kommen und die Atmosphäre der Südstaaten aufzusaugen. Nur langsam erfahren wir Zuschauer mehr über den Fall. Wer der Mörder war, ist aber auch nicht so wichtig, sondern das, was zwischen Rust und Marty passiert und das, was all die Greuel, denen sie begegnen, mit ihnen machen.
Matthew McConaughey und Woody Harrelson spielen diese beiden gebrochen Männer sagenhaft gut. Damit machen sie "True Detective" zu einer sehr guten Serie - auch wenn die Frauenfiguren schablonenhaft bleiben und vor allem sexy Dekoration sind. Darüber ist im Netz schon zurecht viel diskutiert worden. Trotzdem: Dieser bildgewaltigen Erzählung über zwei kaputte Polizisten wird man es verzeihen.      

"True Detective" läuft ab dem 17. April immer donnerstags um 21 Uhr auf Sky Atlantic HD.


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