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Interview // South by Southwest-Gründer Louis Black "Die SXSW-Welt hat mich zurückgelassen"

Vor 30 Jahren hat Regisseur Louis Black das South by Southwest Festival gegründet. Mittlerweile ist es zu DEM Tech-Festival schlechthin geworden - und hat alles überholt, was Gründer Louis Black sich je erträumt hatte.

Von: Christoph Lindemann

Stand: 13.03.2016 | Archiv

South by Southwest 2016 | Bild: picture-alliance/dpa

Als Louis Black mit ein paar Kollegen die Idee für das South by Southwest Festival hatte, dachte er an eine einmalige Sache. Dabei hatte er den Grundstein für das größte Film-, Musik- und Internetfestival der Welt gelegt. Wir haben mit Louis Black auf dem 30. South by Southwest-Festival gesprochen.

PULS: Louis, du hast das SXSW vor 30 Jahren gegründet – bist du heute ein bisschen stolz?

Louis Black: Ich liebe das South by Southwest Festival einfach und ich glaube es funktioniert, weil so etwas wie hier eigentlich jeden Tag in Austin passiert. Das Festival ist nichts Ungewöhnliches. Du findest hier jeden Tag super Filme, unglaublich gute Musik, neue Ideen. Das alles gibt es hier ständig. Und was ich wirklich liebe an dem Festival: Es greift den demokratischen Geist von Austin auf. Hier gibt es keinen Unterschied zwischen denen, die auf der Bühne stehen, und dem Publikum. Jeder Zuschauer könnte genauso auf der Bühne stehen, weil hier alle Visionen und Talent haben.

Hättest du dir damals vor 30 Jahren träumen lassen, dass sich das Festival so entwickelt?

Nachdem ich das SXSW zum ersten Mal auf die Beine gestellt hatte, war ich super happy. In meinen kühnsten Träumen hätte ich mir nicht ausmalen können, was daraus einmal werden würde. Heute kritisieren zwar viele Leute, dass das Festival mittlerweile ein großer Ausverkauf sei. Alle Sponsoren hängen ihre Banner überall auf und so... Aber ich denke mir einfach: Ich nehme gerne euer ganzes Geld, um meine Ideen zu präsentieren. Wir müssen in erster Linie dafür kämpfen, dass die kreative  Community zusammen kommt, sich kennen lernt und Filme und Musik macht. Dabei ist mir total egal, ob das Toilettenpapier dann Logos drauf hat oder nicht.

In 30 Jahren hat sich SXSW dramatisch verändert und ist in dem Zuge auch viel kommerzieller geworden. Kannst du dich noch mit allen Aspekten des Festival identifizieren?

Es ist mir tatsächlich über den Kopf gewachsen, ich verstehe die neuen Medien überhaupt nicht. Ich bin ein Film-Typ. Ich bin mit Filmen aufgewachsen. Die SXSW-Welt hat mich zurückgelassen. Aber das bedeutet nicht, dass es nicht immer noch politische, humanitäre und ideologische Grundideen gibt, die hoffentlich subversiv sind. Deshalb mag ich das SXSW zwar nicht mehr komplett verstehen, aber ich glaube wir sind uns alle einig: Wir haben unser Schicksal in der Hand.     

Zum 30-jährigen Jubiläum von SXSW sind McDonald’s Sponsor und Obama Gastredner – was kann da noch kommen? Kann sich SXSW überhaupt noch entwickeln?

Das ist clever nach den beiden zu fragen, denn irgendwie verkörpern sie doch dasselbe: Sie repräsentieren, was gerade so los ist, die Mächte die uns kontrollieren. Ich meine das nicht konspirativ oder so, ich mag Obama sehr. Das South by Southwest erinnert uns jedes Jahr daran, dass wir unsere eigene Community gestalten können. Und Austin ist so besonders, weil wir es hier einfach tun. Wir haben Spenden für die Kunst organisiert, wir organisieren viele Möglichkeiten des Zusammenarbeitens, um Dinge zu ändern. Das South by Southwest scheint so riesig geworden zu sein, aber in Wirklichkeit ist es noch ziemlich klein.     


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