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TV & Serie // The Night Manager Dr. House ist jetzt Waffenschieber

Agentenserien gibt es wie Sand am Meer. Aber: Wenn Tom Hiddelston mitspielt, also Loki aus den Avengers-Filmen, und Hugh Laurie, der Typ, der Dr. House gespielt hat, zum Waffenschieber wird - droht Suchtgefahr.

Von: Christian Alt

Stand: 30.03.2016

The Night Manager | Bild: Amazon

Es ist der 11. Februar 2011 in Kairo. In wenigen Stunden wird hier die ägyptische Revolution Husni Mubarak zum Rücktritt zwingen, aber noch ist die Stimmung aufgeladen. Niemand weiß, was als nächstes passiert: Menschen schreien, schwenken Fahnen, ballern mit Gewehren in die Luft. Mittendrin: Tom Hiddelston. In seinem lässigen blauen Freizeithemd läuft er durch die Straßen von Kairo. Kein Schweiß auf der Stirn, keiner unter den Achseln. Wär das hier nicht der Arabische Frühling, man könnte fast meinen, Hiddelston dreht hier gerade eine Deo-Werbung. Schon in der ersten Szene sollen wir merken: Dieser Typ ist eine coole Sau. Wenige Momente später kommt er gechillt am Hotel an, denn hier arbeitet er als Nachtmanager - einer der unspektakulärsten Jobs überhaupt: Buchungen annehmen, Päckchen wegschicken und manchmal was kopieren.

Der von Hiddelston gespielte Nachtmanager Jonathan Pine  stolpert während seines drögen Jobs über den Waffenschieber Richard Roper, der das Regime mit illegalen Waffen ausrüstet. Nachtmanager Jonathan ermittelt auf eigene Faust. Das fällt auch dem britischen Geheimdienst auf. Der bittet Jonathan aber nicht, seine Amateurspionage einzustellen. Stattdessen bieten sie ihm einen Job an.

Stars vor und hinter der Kamera

Eigentlich müsste die Miniserie The Night Manager ein ganz ganz großer Wurf sein. Internationale Megastars wie Tom Hiddelston und Hugh Laurie, eine Buchvorlage von Bestsellerautor John Le Carré und hinter der Kamera  steht für alle acht Folgen die Regisseurin Susanne Bier. Bier hat schon so ziemlich jeden Filmpreis gewonnen, den man als Regisseurin so abräumen kann. Oscar inklusive. Nur coole Agentengeschichten sind nicht eigentlich nicht ihr Ding. Susanne Bier macht sonst eigentlich nur anspruchsvolle Familiendramen, in denen viel geschwiegen wird statt geballert. Das merkt man auch in ihrer Serie. The Night Manager will so cool sein wie James Bond, fährt aber die ganze Zeit mit angezogener Handbremse. Die Serie ist wie ein Sitzkreis im Ferienlager: Alles wird schön brav ausdiskutiert.

Ab der dritten Folge droht Suchtgefahr

Am besten funktioniert die Serie deshalb, wenn man unseren mutigen Nachtmanager nicht ohne Schweißperlen durch irgendwelche Konfliktzonen rennen sieht, sondern am Verhandlungstisch. Es dauert ein paar Folgen, aber dann entwickelt sich The Night Manager wirklich zu dem angekündigten großen Wurf. Vor allem Hugh Laurie, also Dr. House, als übler Waffenschieber Richard Roper überzeugt. Durch ihn entwickelt die Serie einen wahnsinnigen Sog - aber erst ab der dritten Folge. Gut also, dass die Serie komplett auf Amazon Prime verfügbar ist.


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