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TV & Serien // The 100 Total verstrahlt in der Post-Apokalypse

Fans der "Tribute von Panem" aufgepasst! Mit "The 100" kommt eine Serie, die fast als Fan-Fiction der "Hunger Games" durchgehen könnte. Fast. Denn "The 100" macht ganz überraschend doch sein eigenes Ding.

Von: Christian Alt

Stand: 21.07.2015

The 100 Serienkritik Graphik | Bild: The CW

Die Serie "The 100" geht schon bei ihrer Hintergrundgeschichte in die Vollen. Die Welt liegt seit einer gefühlten Ewigkeit in Schutt und Asche. Die einzigen Überlebenden der nuklearen Katastrophe sind im Weltraum: Als die Bomben fielen, waren zwölf Raumstationen im Orbit, die jetzt zu einer zusammengebaut wurden - der Ark. Aber auch oben in der Raumstation ist das Leben nicht gerade rosig. Weil die Station aus allen Nähten platzt, wird hier jedes Verbrechen sofort mit dem Tod bestraft. Es sei denn, die Täter sind noch nicht 18, dann kommen sie "nur" ins Gefängnis.

Aber auch diese jugendlichen Kleinkriminellen will man jetzt loswerden: In der ersten Erkundungsmission seit Ewigkeiten werden 100 Verbrecher als Versuchskaninchen auf die verstrahlte Erde geschickt, um zu überprüfen, ob man dort wieder leben kann. Ergebnis: Auf der Erde hoppeln zwar jetzt zweiköpfige Rehe durch die Gegend, aber sonst kann man hier mittlerweile wieder überleben. Unter den Teenagern ist auch Raumstationsprominenz. Clarke ist die Tochter der Schiffsärztin und wurde nur deshalb weggesperrt, weil sie das Geheimnis der Ark verraten wollte: Die Ark macht’s nicht mehr lang. In ein paar Monaten bricht die Luftversorgung zusammen und alle sterben - es sei denn, sie können sich zur Erde retten.

Ein Hit mit Ansage

Für Jason Rothenberg, den Produzenten von "The 100", stand schnell fest: Diese Geschichte wird ein Hit. Er hat die Serie entwickelt, bevor die Buchvorlage der Autorin Kass Morgan überhaupt einen Verlag hatte. Warum Rothenberg so sicher war? "The 100" ist eine bunte Mischung aus allem, was gerade irgendwie populär ist: Man nehme eine Prise Post-Apokalypse, zwei Esslöffel Mystery, 100 Gramm Horror, zwei Teelöffel Sci-Fi und garniert das Ganze dann noch mit jeder Menge "Hunger Games". Die Parallelen dazu sind sogar so stark, dass die Serie auch gut als Fan-Fiction funktionieren würde. Trotzdem geht die Mischung auf: "The 100" ist die perfekte Einstiegsdroge für alle, die sich bisher noch nicht für Sci-Fi interessiert haben. Das liegt vor allen Dingen daran, dass hier moralische Fragen konsequent bis zum Ende durchgespielt werden.

Spannendes Schülertheater

Wer sich jetzt von "The 100" ein teuer produziertes Science-Fiction-Epos erwartet, liegt falsch. Die Serie läuft in den USA nicht bei irgendeinem Premium-Sender, sondern beim Kanal The CW. Der hat in der Vergangenheit Serien wie "The Vampire Diaries" oder "Supernatural" produziert -  wenig aufwändige Serien für Genre-Einsteiger. Und genau das trifft auch auf "The 100" zu. Hier sieht alles ein bisschen altbacken aus. Und auch die Teenager-Schauspieler sind nicht gerade erste Garde. Ihre glatten Nivea-Gesichter machen sich besser auf Promoplakaten als in einer postapokalyptischen Welt. In seinen schlimmsten Momenten wirkt "The 100" dann auch wie die Aufführung einer engagierten Schülertheatergruppe, bei der sich alle Beteiligten viel zu ernst nehmen. Wenn die Autoren dann aber mit dem nächsten unerwarteten und bitteren Plot-Twist um die Ecke kommen, spielt das auch keine Rolle mehr.

"The 100" läuft ab 22. Juli immer mittwochs um 20.15 Uhr mit jeweils zwei Folgen am Stück auf ProSieben.


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Bumbanu, Mittwoch, 22.Juli 2015, 18:12 Uhr

2.

Hoffe es wird was

Gjuzhhh, Mittwoch, 22.Juli 2015, 18:11 Uhr

1.

Hhgg